Großer Motorsport auf dem Hohen Rieß bei Greiz

Historischer Rennsportclub Greiz-Neumühle e.V. im ADAC startete zum 22. Mal ADAC-Fahrertreffen für historische Renn- und Sportfahrzeuge

GREIZ-NEUMÜHLE. Ein Duft von Sachsenring und Schleizer Dreieck der sechziger Jahre, ein Flair alter Renntage auf großen deutschen Rennstrecken all das lag am vergangenen Sonnabend über dem kleinen Ort Neumühle im Elstertal und dem Hohen Rieß. Der Historische Rennsportclub Greiz-Neumühle e.V. im ADAC begrüßt sie anläßlich des 22. Fahrertreffens für Oldtimer und historische Renn- und Sportfahrzeuge auf das Herzlichste. Wir wollen ihnen heute 2-, 3- und 4-Rad-Oldies vorstellen sportlich oder klassisch und hoffen, daß diese Veranstaltung wieder zu einem Erlebnis für Gäste und Aktive wird. – so Thomas Roth, der Vorsitzende des Vereins und die Fahrtleitung. Und sie wurde es ! Weit über 1000 Zuschauer säumten von Neumühle/Elster über den Hohen Rieß bis zum Wasserwerk Glodenhammer die Fahrtstrecke, bewunderten die tollen Fahrzeuge und feuerten die Aktiven mit ihrem Beifall immer wieder an.

Auch ein Rekord schon vor Beginn des Fahrertreffens war zu vermelden 207 aktive Starter in 14 Klassen eingeteilt zu diesem Fahrertreffen, das gab es noch nie in der 22-jährigen Geschichte dieser Veranstaltung. Und dabei ging es nicht unbedingt um Geschwindigkeit bei den Fahrvorführungen, sondern um die Gleichmäßigkeit der Fahrt auf den beiden Wertungsläufen. Viele bekannte Gesichter aus älterer Rennsportgeschichte der Region waren nach Neumühle/Elster gekommen, so unter anderem die Stimme vom Sachsenring, Wolfgang Wirth aus Langenchursdorf, um den historischen Fahrzeugen, ihren Besitzern und den Fahrern ihre Referenz zu erweisen. Selbst Karl Dinger, eine Greizer Motorradlegende, ließ es sich nicht nehmen, trotz angeschlagener Gesundheit, in Neumühle/Elster dabei zu sein. Aus vielen Bundesländern, bis nach Hamburg und zum Bodensee, waren die Teilnehmer dieses Treffens angereist und waren voll des Lobes über Organisation und Ablauf dieses 22. ADAC-Fahrertreffens mit Fahrvorführungen. Und nicht nur darüber, sondern auch über die landschaftlich reizvolle Umgebung von Neumühle und Greiz sowie die Menschen der Region. Ein ADAC-Fahrertreffen mit Tradition, das weit über die Grenzen der Region hinaus strahlte. Doch wurde natürlich auch gefahren und gesiegt auf der Strecke von Neumühle/Elster über den Hohen Rieß bis zum Wasserwerk Glodenhammer.

In der Klasse 1 Motorräder bis Baujahr 1935 war es Heiko Müller aus Crimmitschau mit seiner Norton Model 18 aus 1931, der sich den Sieg holte. Ihm folgten auf Platz 2 Peter Praß aus Gera mit einer Puch S 4 aus 1935 und auf Platz 3 Jens Weißleder aus Crimmitschau mit einer DKW Supersport 500 aus 1929. In der Klasse 2 Motorräder Baujahr 1936 bis 1955 war Walter Weber aus Mehla mit seiner NSU Max aus 1955 nicht zu schlagen. Helmut Bechtel aus Bad Hersfeld mit seiner Puch 175 SV kam auf Platz 2 und Fritz Sänger aus Bad Köstritz mit seiner Simson 425 T erkämpfte sich den dritten Platz. In der Klasse 3 Motorräder Baujahr 1956 bis 1975 zeigte Günter Rühl aus Wallhausen auf seiner MZ ES aus 1967, wie er die Strecke über den Hohen Rieß beherrschte. Mit nur 5 hundertstel Sek. Fahrdifferenz auf rund 3 km Fahrstrecke sicherte er sich den ersten Platz in dieser Klasse. Ihm folgten auf den Plätzen Hartmut Schoß aus Apolda mit seiner MZ ES 150 Bergrenner von 1969 und Frieder Oertel aus Lichtenstein mit einer MZ Eigenbau aus 1974. In der Klasse 4 Motorräder Baujahr 1976 bis 2000 Sonderklasse war es der Bayer Thilo Scharf aus Amberg mit einer KTM LC4, gebaut 1997, der sich mit seinen beiden Wertungsfahrten den Sieg sicherte. Wolfgang Kilschautzki aus Annaberg-Buchholz auf Honda (Baujahr 1982) und Volker Erfurt aus Syrau auf MZ TS 250 SS (Baujahr 1979) folgten ihm auf den Plätzen. Dann wurde es besonders spannend, denn in der Klasse 5 starteten die Motorräder-Rennmaschinen.

Sieger wurde hier Ludwig Albert aus Langenwetzendorf mit seiner R 100 RS aus 1978. Ihm folgten Marcel Gläser aus Mohlsdorf auf seiner Kawasaki Baujahr 1980 und Ulrich Dölling aus St. Egidien auf seiner Yamaha RS Baujahr 1978. In der Klasse 6, den Motorrädern Mini-Bike, war es ein ganz pfiffiges junges Kerlchen, der den Arrivierten die Show stahl. Der erst 10-jährige Greizer Julius Pfort auf seiner Italjet zeigte allen Konkurrenten den Daumen und holte sich den ersten Platz in dieser Klasse. Auf Platz 2 folgte Steffi Huckenbeck aus Dänkritz auf einer Malaguti, die sich wohl ihr schönstes Geburtstagsgeschenk selbst bereitete, hatte sie doch am Sonnabend ihren 14. Geburtstag. Auf Platz 3 kam Martin Ospald aus Petenberg, der eine Honda 7B85 fuhr. In der Klasse 7 gingen die Seitenwagengespanne an den Start. Hier siegte Martin Falke aus Zwickau-Mosel mit einem BMW-Gespann des Baujahres 1938. Auf Platz 2 mit einer Honda CBR 1000 (Baujahr 1990) kam Gunter Scheibe aus Zeulenroda und auf Platz 3 Kathrin Arnscheck aus Gera, die eine Baker-Yamaha steuerte. Ein wildes Geschoß ! Dann waren wieder die älteren Semester dran. In der Klasse 8 starteten PW bis Baujahr 1945 schöne und sehenswerte Autos. Sieger wurde hier Thomas Schulz aus Hermsdorf, der einen Chevy Master De Luxe Cou mit dem Baujahr 1939 steuerte. Ihm folgte Georg Reinhardt aus Reichenbach/V. auf Platz 2 mit seinem BMW 328 und dem Baujahr 1936 und auf Platz 3 der in Greiz bestens bekannte Rolf Hais mit seinem Opel P4 aus 1938, dem Greizer Hochzeitsauto.

Die Klasse 9 PKW der Baujahre 1946 bis 1965 gewann Helmut Bauch aus Meerane, der einen Skoda Felicia aus 1961 fuhr. Platz 2 belegte hier Lothar Posdzich aus Teichwolframsdorf mit seinem Trabant 500 Baujahr 1959 und Platz 3 Heiko Huth aus Gera, der einen 8 Liter-Superschlitten vorführte. Sein Buick-Super Riviera mit 390 PS war schon ein Hingucker. Klasse 10 PKW der Baujahre 1966 bis 1981 das war was für das Auge. Hier siegte Stefan Pauli aus Schneidenbach, der einen Triumpf Spitfire 1500 des Baujahres 1978 fuhr. Auf Platz 2 kam Jörg Heilmann aus Bad Köstritz, der einen Chevy Monte Carlo des Baujahres 1980 zeigte und auf Platz 3 Jerome Stadtler aus Guteswege, der einen Trabant 601 RS des Baujahres 1980 fuhr. Klasse 11 PKW der Baujahre 1982 bis 2000 Sonderklasse Ulrich Andert aus Schmölln war es, der mit seinem Reliant des Baujahres 1987 die Strecke am besten meisterte und sich den Sieg erkämpfte. Auf Platz 2 folgte Alfred Hartung aus Fulda mit seinem Mercedes 190 E des Baujahres 1988 und auf Platz 3 Andreas Fest aus Waltersdorf, einem Ortsteil von Teichwolframsdorf, der einen BMW 730i V8 des Baujahres 1992 fuhr. Die Klasse 12, die Renn- und Sporttourenwagen, rissen die Zuschauer dieses 22. ADAC-Fahrertreffen in Neumühle mit. Platz 1 belegte hier Sven Edel aus Reisdorf mit einem Lada 2001 des Baujahres 1976. Auf Platz 2 kam Lutz Krampitz aus Fraureuth mit seinem Tourenwagen Trabant A60 des Baujahres 1988 und auf Platz 3 Holger Rüdiger aus Kirchberg mit seinem Trabant RS des Baujahres 1985. In der Klasse 13 waren es die Formelfahrzeuge, die mit ohrenbetäubendem Lärm an den Zuschauern an der Strecke vorbei fuhren und das Flair von Hockenheim oder Nürburgring aufleben ließen. Melkus aus Dresden war die Rennautomarke der DDR. Wolfgang Klix aus Dresden hat noch solch ein Originalstück, einen Melkus Typ 64 mit dem Baujahr 1964, und gewann damit die Konkurrenz.

Ihm folgte Klaus Benecke aus Calbe mit einem Formel Ford Royale RP29 des Baujahres 1981 und Gerhard Friedrich aus Gera mit einem Formelrennwagen B8 Baujahr 1977. Den Abschluss, die Klassse 14, gestalteten die Kart-Fahrzeuge. Heiko Walther aus Ronneburg mit seinem K-Wagen/Kat 125/50 des Baujahres 1998 ließ sich hier den Sieg nicht nehmen. Ihm folgte Denny Knorr aus Hohenstein-Ernsttal mit einem GoKartT/Schaltkart MZ aus 1971 sowie Jerome Stadtler mit seinem Kart aus Gutswegen. 14 Startklassen mit über 200 Fahrzeugen das 22. ADAC-Fahrertreffen für historische Renn- und Sportfahrzeuge des Historischen Rennsportclub Greiz-Neumühle e.V. im ADAC vergangenen Sonnabend in Neumühle/Elster war eine Werbung par exellence für den Oldtimersport. Natürlich gab es auch Sonderpreise an diesem Tag. Der älteste Teilnehmer dieses Fahrertreffens war Horst Geilsdorf aus Schöndorf, der mit 79 Lebensjahren auf die Strecke ging und mit seinem Motorrad BMW R41 Baujahr 1927 auch das älteste Motorrad führte. Der älteste Autofahrer des Tages war Georg Reinhard aus Reichenbach der einen BMW 328 fuhr, während der älteste PKW, ein Pontiac des Baujahres 1935, von Sven Förster aus Gera gefahren wurde. Die jüngste Teilnehmerin dieses Fahrertreffens war Anna Schulz aus Guteswegen, die 2003 geboren wurde und mit einem Quad ATV die Fahrstrecke toll bewältigte. Die weiteste Anfahrtstrecke hatte Hubert Heim aus Wahlwies, das liegt in der Nähe des Bodensees, mit seiner Yamaha FZR 600 4J mit rund 600 km zu bewältigen. Ein Dank an alle Sponsoren, Gönner und Helfer, die vor und hinter den Kulissen dieser Veranstaltung gewirkt und sie zu einem vollen Erfolg geführt haben.

Peter Reichardt @28.05.2011