Wir sind wie eine große Familie

Stadtansichten von der Fürstliche Schloss und Residenzstadt Greiz 2015
Kinderhaus "Am Elsterufer"

Kinderhaus „Am Elsterufer“ begeht am 1. Januar das „Einjährige“
GREIZ. Mit einem bezaubernden Weihnachtsmarkt schloss sich Mitte Dezember der erste Jahreskreis des Kinderhauses „Am Elsterufer“. „Es war ein anstrengendes, aber auch sehr schönes Jahr“, resümiert die Leiterin der Einrichtung, Anja Grotzke. Mit zwölf Kindern hatte man im Januar 2015 begonnen – zum Jahresende beträgt die Zahl der Mädchen und Jungen 67. „Das Wachsen geht stetig weiter, die Kapazität liegt bei 80 Kindern. Dazu gehören auch zehn integrative und 30 Krippenplätze“, wie Frau Grotzke erläutert.
Im April 2014 war der Startschuss für den Bau eines neuen Kindergartens auf dem ehemaligen Greika II/2 – Gelände in der Rosa-Luxemburg-Straße gefallen. Betreiber ist die Lebenshilfe Reichenbach e.V., die bereits seit dem Jahr 1992 Erfahrungen im Bereich Kindereinrichtungen aufweisen kann. Obwohl man in Sachsen ansässig ist, habe die Realisierung des Kita-Projektes in Thüringen gut geklappt, betonte der Geschäftsführer der Lebenshilfe Reichenbach, Torsten Stolpmann.
Inzwischen blickt der Greizer Kindergarten auf eine Vielzahl von Kapiteln schöner Feste, Aktionen und Erlebnisse zurück, so etwa auf die offizielle Eröffnung im Mai 2015, die mit einem großen Fest und der Schiffstaufe der „St. Maria“ im Außengelände einherging.
Das Konzept der offenen Arbeit habe sich bestens bewährt, versicherte Anja Grotzke.
Die vielfältigen Beschäftigungs-und Spielmöglichkeiten werden von den Kleinen rege genutzt: „Die Kinder können in einem Raum mit ausschließlich Montessori-Material arbeiten, sich in einem Experimentierzimmer ausprobieren, in einem Kreativ-und Bauraum spielen, in einer kleinen Bibliothek stöbern oder sich einfach in einen Ruheraum zurückziehen“, zeigt Anja Grotzke die vielen Möglichkeiten des kindlichen Alltags auf. Für die Eingewöhnung jedes einzelnen Kindes nehme man sich ganz viel Zeit. Viele Kinder kämen aus anderen Einrichtung mit dementsprechend anderen Konzepten. „Wir müssen sie auffangen und von dort in Ruhe abholen.“
Große Freude herrschte Ende Juni, als Thüringens Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin, Heike Taubert (SPD) dem Kinderhaus einen Besuch abstattete, den Kindern vorlas und kleine Präsente im Gepäck hatte. „Als gebürtige Reichenbacherin pflege ich noch immer enge Kontakte in meine vogtländische Heimat“, wie sie damals versicherte. Im August erhielt die Einrichtung vom Verein Greizer Neustadt zwei Dutzend Beerensträucher geschenkt, die gemeinsam in die Erde gebracht wurden; wenige Wochen später übergaben Unternehmer der Greizer Neustadt zum Indianerfest ein Tipi, das von den kleinen Rothäuten noch am gleichen Tag in Beschlag genommen wurde. Ende Oktober luden die Kinder zum Herbst-und Lichterfest ein, das von einem regelrechten Besucheransturm begleitet wurde. „Das machte uns Mut, auch einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten“, gestand Anja Grotzke, die sich nicht nur bei ihrem vierzehnköpfigen Team, beim Elternbeirat, sondern bei allen Eltern für die „tolle Arbeit“ und Unterstützung bedankt. „Viel Rückenhalt bekommen wir auch von unserem Träger“, bescheinigt die Leiterin der Lebenshilfe Reichenbach und ergänzt: „Wir sind wie eine große Familie.“ In der Neustadt fühle man sich richtig wohl. Besonders mit dem Wohnprojekt 55plus, gleich in der Nachbarschaft, habe man bereits Kontakte geknüpft. „Die Bewohner wurden schon zu Kaffee und Kuchen eingeladen und hatten viele Fragen“, so Anja Grotzke. Auch hätten die Senioren dem Kindergarten ihre Hilfe angeboten – sei es beim gemeinsamen Spazierengehen oder Vorlesen. „Wir werden auch zu ihnen gehen, um ein Geburtstagsständchen zu singen“, kann sich Anja Grotzke ein inniges Zusammenwachsen vorstellen. Am Vortag des Heiligabends wurde ein erstes Versprechen wahr: Heidi Körner kam als Frau Holle zu den Kindern und las das beliebte Märchen vor. Im Anschluss „schneite“ es aus dem ersten Stock des Seniorenwohnprojektes Bonbons. Dass das zweite Jahr des Kinderhauses genauso schön und aufregend wie das erste wird – daran lässt Anja Grotzke keinen Zweifel. Zu einem der Höhepunkte wird das Zuckertütenfest avancieren: „Da entlassen wir neun Kinder als Schulanfänger“, so die Leiterin mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Antje-Gesine Marsch @29.12.2105

Werbeanzeigen