Volontärin für Museum Reichenfels Hohenleuben im Sommerpalais Greiz begrüßt

Kerstin Traufetter übernimmt am heutigen 1. März die Volontariatsstelle im Museum Reichenfels Hohenleuben

GREIZ. Mit einem Volontärsprogramm für junge Nachwuchswissenschaftler in Museen beschreitet Thüringen seit dem Jahr 2015 neue Wege.
Auch im Sommerpalais wurde im Januar 2016 die erste Volontärin begrüßt.
Stand im Volontariat von Dagmar Fehrenbacher die Digitalisierung der wertvollen Schabkunst-Porträts im Fokus, die einen bedeutenden Bestand der Bücher-und Kupferstichsammlung ausmachen, beschäftigt sich Sarah Brandt seit 1. Januar dieses Jahres mit den zwei-bis dreihundert Blättern in Klebebänden – und übernimmt zu dem die Katalogisierung und Digitalisierung des gesamten Werkes von Klaus Vonderwerth.

Gestern stellte die Direktorin des Sommerpalais zu Greiz, Eva-Maria von Mariassy, die Volontärin Kerstin Traufetter vor, die am heutigen 1. März ihre Tätigkeit im Museum Reichenfels in Hohenleuben aufnimmt.
Da es im dortigen Museum – außer einer rührigen Bibliothekarin – keine wissenschaftlichen Mitarbeiter gibt, übernahm Frau von Mariassy als Koordinate zwischen Landratsamt Greiz, dem Vogtländischen Altertumsforschenden Verein Hohenleuben VAVH und dem dortigen Förderverein die Betreuung und Ausbildung innerhalb des zweijährigen Volontariats.

Dabei widmet sich Kerstin Traufetter ganz speziellen Aufgabenfeldern: Das Museum Reichenfels verfügt über die frühesten Zeugnisse Thüringer Besiedlung. Zahlreiche Exponate – die genaue Zahl kann sich derzeit noch keiner genau vorstellen – warten in Kisten und müssen nun inventarisiert, fotografiert und digital aufbereitet werden. „Erfasst sind sie alle; die angebrachten Zettel beschreiben auch die Fundstelle und die entsprechenden Grabungsberichte sind ebenfalls vorhanden“, so Frau von Mariassy.

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und der Museumsverband Thüringen e. V. realisieren seit einigen Jahren das Projekt „Digitalisierung musealer Sachzeugen Thüringens“ und unterstützen damit die Initiative der Europäischen Kommission zur Digitalisierung des kulturellen Erbes in Europa.
Ziel dieser Initiative ist der Aufbau einer zentralen europäischen digitalen Kulturgutdatenbank unter der Beteiligung von Museen, Archiven, Bibliotheken und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.

Das fotografische Equipment – eine Repro-Anlage mit entsprechenden Scheinwerfern – erhält Frau Traufetter vom Thüringer Museumsverband zur Verfügung gestellt. Da die Arbeit im Saal des Museums lediglich von April bis Oktober möglich ist, muss sich Kerstin Traufetter ein entsprechendes Konzept erarbeiten.

„Frau Traufetter ist für dieses Projekt die Idealbesetzung“, betont Eva-Maria von Mariassy.
Die gebürtige Rostockerin, die in der Nähe von Jena lebt, studierte Ur-und Frühgeschichte an der Jenaer Universität.
Ihre Masterarbeit fertigte sie zum Thema „Compthurhof Erfurt – Untersuchungen zur Besiedlung Erfurts vom 8. bis 11. Jahrhundert“.
Zahlreiche Grabungen führte Kerstin Traufetter am Alten Gleisberg in der Nähe von Bürgel durch. „Interessante Keramikfunde aus dem Mittelalter“ habe sie dort gemacht.

In Löberschütz leitete sie den Heimatkundeverein und richtete in der Alten Schule mit großem Engagement ein Museum ein, das mit zahlreichen Ausstellungen auf sich aufmerksam machte.
Im Jahr 2016 begann sie die Arbeit an ihrer Dissertation.

„Nun freue ich mich auf die Arbeit im Museum Reichenfels“, gesteht die Wissenschaftlerin, die aus sieben Bewerbern ausgewählt wurde.

Antje-Gesine Marsch @01.03.2018