Sommerpalais Greiz: Kulturfreiwilliger Michael Siegert offeriert besondere Ausstellung

Der Kulturfreiwillige des Sommerpalais, Michael Siegert, wählte als Thema einer von der LKJ vorgeschriebenen Aufgabe den „Mantel in der Kunstgeschichte des 18. Jahrhunderts“ als Thema einer kleinen, feinen Ausstellung

GREIZ. Zu den vielfältigen Aufgaben eines Kulturfreiwilligen im Sommerpalais gehört auch das Fertigen einer eigenen Ausstellung. „Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen – LKJ – gibt ein strenges Programm vor“, wie Eva-Maria von Mariassy, die Direktorin des Hauses weiß. Neben dem Besuch von Seminaren stehen auch eigenständige Projekte der Kulturfreiwilligen auf der Agenda.

Michael Siegert, seit 1. September 2017 als Kulturfreiwilliger im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/Presse an der Einrichtung tätig, entschied sich für eine Exposition, die den „Mantel in der Kunstgeschichte des 18. Jahrhunderts“ in den Fokus rückt.
Im Ankleidezimmer der Fürstin Ida kann man diese Ausstellung bis zum 27. Mai betrachten.

Wie aber kommt ein zwanzigjähriger Mann aus Loitsch, nahe Weida, der nach dem Freiwilligenjahr in Jena Wirtschaftswissenschaften studieren möchte, auf den Gedanken, ein Kleidungsstück als Ausstellungsthema zu wählen?

Michael Siegert, der sich selbst als Mode interessiert bezeichnet, wollte die eigenen Interessen mit dem Bestand der Sammlungen des Sommerpalais verbinden. „So kam ich eher durch Zufall auf die Idee, den Mantel näher zu beleuchten.“

Dabei nahm er die Möglichkeit wahr, die von der ehemaligen wissenschaftlichen Volontärin Dagmar Fehrenbacher auf den Weg gebrachte Digitalisierung der Schabkunstblätter zu nutzen. Anhand von Schlagwörtern war es relativ simpel, die entsprechenden Schabkunstblätter zu finden, gab Michael Siegert lächelnd zu. „Eine sehr praktische Handhabe“, befand auch Frau von Mariassy, die diese Errungenschaft als „Sprung vom 19. ins 21. Jahrhundert“ bezeichnete.

Nun füllen die Porträts bekannter Politiker, Schauspieler und Schriftsteller in Mänteln einen ganzen Raum und verdeutlichen die verschiedenen Gesellschaftsbereiche. „Die Herrenmode erfuhr Ende des 18. Jahrhunderts einen großen Hype“, betonte die Direktorin. Anhand der Kleidung sei der gesellschaftliche Stand zu erkennen gewesen, etwa am Binder oder den Makkaronis – weiße Krawatten, die zur Schleife gebunden wurden.

Dass auch Bücher zu diesem Thema in den Vitrinen offeriert werden, schließt den Kreis, die Schabkunstblätter mit Teilen der Bibliothek des Hauses zu verbinden. Unterstützung bei der Arbeit erfuhr Michael Siegert dabei von Restauratorin Franziska Pucher und Bibliothekar Dirk Görsch.

Nur noch gute drei Monate wird Michael Siegert als Kulturfreiwilliger an der Einrichtung tätig sein. „Ich nehme viel mit; zum Beispiel einen festen Arbeitsalltag oder das Kennenlernen anderer Bereiche“, meint der angehende Student.

Einen „Findungsprozess für junge Leute – mit Erleuchtung“ nennt Eva-Maria von Mariassy das Programm der LKJ. Erfahrungsgemäß fällen die Kulturfreiwilligen erst im letzten Drittel des Jahres eine Entscheidung für ihren Studiengang.

Für die Saison 2018/2019 bietet das Sommerpalais entweder im Bereich Bibliothek oder Öffentlichkeitsarbeit noch die Möglichkeit, ein kulturelles Jahr zu absolvieren.
Bewerbungen nimmt das Sommerpalais Greiz entgegen oder die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen – LKJ – weist Frau von Mariassy hin.

Antje-Gesine Marsch @03.05.2018