Zuhören und begleiten

Seit 1. April ist Peggy Schwarzenberger im Hospiz-und Palliativdienst des Diakonievereins Carolinenfeld e.V. tätig
Jeannette Reinhold (r.) leitet seit sieben Jahren den Hospiz-und Palliativdienst im Diakonieverein Carolinenfeld e.V. . Seit 1. April verstärkt Peggy Schwarzenberger das Team.

Seit 1. April ist Peggy Schwarzenberger im Hospiz-und Palliativdienst des Diakonievereins Carolinenfeld e.V. tätig
GREIZ. Kein Mensch weiß, wann für ihn die Zeit gekommen ist, dem Ende entgegenzusehen. Das kann in jungen Jahren, im besten Alter oder nach einem langen erfüllten Leben sein. Im Sterben wird der Wunsch eines Menschen nach Geborgenheit besonders groß. Doch sind die familiären Bedingungen nicht immer gegeben, den Wunsch nach Nähe erfüllen zu können. Auch ist die Familie in der Sorge um den Schwerkranken oder Sterbenden oft am Ende ihrer Kraft angelangt. Dann ist man für Hilfe besonders dankbar, weiß Jeannette Reinhold, die seit sieben Jahren die Hospiz-und Palliativarbeit im Diakonieverein Carolinenfeld e.V. leitet. Hospizarbeit ist dafür da, um Mitmenschen helfen zu können, Einsamkeit und Angst zu lindern und eine suchende Hand festzuhalten, sagt Frau Reinhold, wobei sie aus Erfahrung weiß, dass nicht nur Reden gut tut, sondern auch Zuhören und Begleiten. Selbst die Angehörigen sind oft über ein Gespräch dankbar.
Die Hospiz-und Palliativarbeit ist ein sich neu entwickelnder Arbeitsbereich; durch die demografische Entwicklung sei sie auch als Thema präsenter geworden und in den Medien allgegenwärtig. Umso mehr freut sich Jeannette Reinhold über Verstärkung in ihrem Team: Seit 1. April ist Peggy Schwarzenberger, die ein Jahr fundierter Ausbildung hinter sich hat, als Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst tätig und wird somit Frau Reinhold, die bislang als Alleinkämpferin tätig war, in dieser aufopferungsvollen Tätigkeit unterstützen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem das Leiten und Führen des Hospizdienstes und dessen ehrenamtlicher Mitarbeiter, das Achten der Einhaltung der Rahmenbedingungen und die Qualitätssicherung, sowie das Absichern der Rufbereitschaft und ständigen Erreichbarkeit. 41 Ehrenamtliche bringen sich derzeit in diesen Dienst ein, wobei nicht alle ausgebildeten Kräfte – durch berufliche oder familiäre Beanspruchung – ständig einsetzbar sind, wie Jeannette Reinhold auch nicht verschweigt. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und wahrzunehmen, wie es der Person gegenüber geht, ist für Peggy Schwarzenberger die Prämisse ihres Dienstes. Da die junge Frau neben ihrer Teilzeitarbeit als Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst auch in der Schwangerschaftsberatung der Diakonie tätig ist, schließt sich für sie an dieser Stelle der Kreis des Lebens.
Freuen würde es die beiden engagierten Frauen, wenn sich auch weiterhin ehrenamtliche Mitarbeiter für diese Tätigkeit finden würden. Es ist eine aufrichtende Arbeit, betont Jeannette Reinhold. Man lernt dabei, das Leben und Sterben anders zu betrachten.

Antje-Gesine Marsch @09.04.2013

2 Kommentare zu Zuhören und begleiten

  1. Krankheit und Sterben gehört auch zum Leben. Leider wird es gern an den Rand gedrängt. Deshalb umso mehr Respekt vor den beiden Damen, die sich hier engagieren. Respekt

  2. Vor Frau Reinhold und Frau Schwarzenberger kann man nur den Hut ziehen. Im Allgemeinen werden die Themen „Sterben“ und „Tod“ in unserer Gesellschaft verdrängt. Erst nach einem solch einschneidenden Erlebnis merken Angehörige häufig, dass es sowohl im häufig physisch wie psychisch belastenden Lebensabschnitt „Sterben“ wie auch bzgl. der Verarbeitung in der Trauerarbeit wichtig und vor allem hilfreich ist, sich damit aktiv auseinanderzusetzen. Das Thema Hospizarbeit verdient definitiv mehr Beachtung als man ihm aktuell zuteil werden lässt. Deshalb Daumen hoch für diesen Artikel!

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