Sommerpalais Greiz: Volontärin freut sich auf Team und Projekt

Sommerpalais Greiz: Volontärin freut sich auf Team und Projekt
Die aus der Nähe von Bremen stammende Sarah Brandt hat ihren Lebensmittelpunkt in Greiz gefunden. Als Volontärin arbeitet sie seit 1.1.2018 im Sommerpalais Greiz.

Seit dem 1. Januar 2018 ist Sarah Brandt als Volontärin im Sommerpalais zu Greiz tätig

GREIZ. Mit einem Volontärsprogramm für junge Nachwuchswissenschaftler in Museen beschreitet Thüringen seit dem Jahr 2015 neue Wege.
Das Sommerpalais Greiz begrüßte zum 1. Januar dieses Jahres zum zweiten Mal eine Volontärin, die in den nächsten beiden Jahren hier eine neue Wirkungsstätte finden wird. „Wir haben Sarah Brandt aus zwölf Bewerbern ausgewählt“, gab Museumsdirektorin Eva-Maria von Màriàssy ihrer Freude Ausdruck. “Die Volontärin passt gut in das Projekt und das Team.”

Die 26-jährige Sarah Brandt ist Kunsthistorikerin. Fünfeinhalb Jahre studierte die aus einem kleinen Ort nahe Bremen stammende Frau an der Universität Leipzig Kunstgeschichte. Im März vergangenen Jahres hatte Sarah Brandt den Masterabschluss in der Tasche.
Es folgte die Arbeit in einem Jugendhotel – im Oktober vergangenen Jahres las sie die Ausschreibung auf die Volontärsstelle im Sommerpalais Greiz, bewarb sich, wurde zum Gespräch eingeladen – und ausgewählt.

„Unsere erste Volontärin, Dagmar Fehrenbacher, hat große Fußstapfen hinterlassen“, gab Frau von Máriássy zu. Auch Frau Brandt sei bereits in den ersten Tagen durch „Neugier und Eifer“ aufgefallen. Dass man im Haus die Arbeit einer Volontärin sehr wertschätzt, hob die Direktorin hervor. Das manifestiere sich beispielsweise an einem eigenen Zimmer samt Schreibtisch, Telefonanschluss, Internet und eigener Mailadresse.

Dass dem Volontariat wiederum ein punktuelles Projekt zugeordnet wurde, erklärt Frau von Máriássy: Stand im ersten Volontariat die Digitalisierung der wertvollen Schabkunst-Porträts im Fokus, die einen bedeutenden Bestand der Bücher-und Kupferstichsammlung ausmachen, wird sich Sarah Brandt mit den zwei-bis dreihundert Blättern in Klebebänden beschäftigen. „Eine große Herausforderung“, bescheinigt die Direktorin. Dabei sollen nicht die Einzelblätter, sondern der Klebeband als eigenes Kunstwerk im Mittelpunkt stehen.
Höhepunkt wird dabei die eigene Ausstellung sein, die Sarah Brandt zum Ende ihres Volontariats offerieren wird. „Wie sie die Klebebände dann präsentiert – gut sichtbar als Papierkunstwerk oder optional als mediale Digitalschau – das wird zur spannenden Aufgabe.“

Mit einer weiteren großen Aufgabe wird Sarah Brandt zudem betraut: Das Katalogisieren und Digitalisieren des Werkes von Klaus Vonderwerth. „Die ersten Karikaturen des Satiricums, die ins Netz gestellt werden“, sagt die Direktorin. Im Juli 2017 hatte Cleo-Petra Kurze, die Witwe des Künstlers, der im Jahr 2016 kurz vor Vollendung seines 80. Geburtstages verstarb, dem Greizer Sommerpalais eine Schenkung von 675 Blättern übergeben.

Auch wird Sarah Brandt alle Bereiche des Hauses kennenlernen, kündigt Frau von Máriássy an. Presserelevante Arbeiten, die Vorbereitung von Ausstellungen und vieles mehr rund um die Museumsarbeit werden auf der Agenda der sympathischen Volontärin zu finden sein, die mittlerweile auch ihren Lebensmittelpunkt in Greiz gefunden hat. “Die Landschaft hier ist wunderschön, die Stadt gefällt mir gut, es gibt prächtige Villen und man kann alles fußläufig erreichen.“
Nun sei sie schon „ganz gespannt“; jeder Tag sei aufregend, herausfordernd und interessant, wie sie zugibt.
Während des Studiums in Leipzig habe sie in den Kunstsammlungen der Uni, der Kustodie, gearbeitet, da vor allem im PR-Bereich.
Einen Kupferstich, eine Radierung oder ein Schabkunstblatt nun selbst in die Hände zu nehmen, zu betrachten, zu riechen und künstlerisch zu bestimmen – darauf freut sich die Neu-Greizerin Sarah Brandt ganz besonders.

Antje-Gesine Marsch @23.01.2018