Fröhliches Kinderlachen in der Greizer Neustadt

Kinderhaus -Am Elsterufer- in der Greizer Neustadt
Mit einem Tanz erfreuen die Kinder des neuen Kinderhauses "Am Elsterufer" die Gäste der offiziellen Eröffnungsveranstaltung

Lebenshilfe Reichenbach e.V. betreibt das Kinderhaus „Am Elsterufer“
GREIZ. Bereits seit Januar dieses Jahres dringt fröhliches Kinderlachen durch die Greizer Neustadt. Offiziell eingeweiht wurde die Einrichtung im Beisein vieler Gäste am gestrigen Dienstagnachmittag. Im April 2014 war der Startschuss für den Bau eines neuen Kindergartens auf dem ehemaligen Greika II/2 – Gelände in der Rosa-Luxemburg-Straße gefallen. Betreiber ist die Lebenshilfe Reichenbach e.V., die bereits seit dem Jahr 1992 Erfahrungen im Bereich Kindereinrichtungen aufweisen kann.

„Für Kinder ist das beste gerade gut genug.“ Dieses geflügelte Wort von Johann Wolfgang von Goethe stellte der Geschäftsführer der Lebenshilfe Reichenbach, Torsten Stolpmann seiner Eröffnungsrede zur Einweihung des Kinderhauses „Am Elsterufer“ voran. Wie er im Gespräch sagte, hatte die Stadt Greiz vor etwa zwei Jahren „Bedarf signalisiert“. Man stellte sich dieser Herausforderung und sei mehr als glücklich über die hervorragende Realisierung innerhalb kürzester Zeit. Der Geschäftsführer dankte allen am Bau Beteiligten für ihre Arbeit; es waren insgesamt 33 Firmen, die die Aufträge ausführten, davon 18 aus Sachsen. Lobende Worte für den reibungslosen Bauverlauf fand auch der Bürgermeister der Stadt Greiz, Gerd Grüner (SPD). Ende der 1990er Jahre hatte die Stadt Greiz das alte Fabrikgelände erworben und zur Jahrtausendwende von dieser Altlast befreit. Lange Planungsprozesse seien diesem Bau vorausgegangen. Dabei habe sich primär die Frage des Bedarfs gestellt. „Seit dem 1. August 2013 haben Kinder schon ab Vollendung des ersten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege“, so das Stadtoberhaupt. Damit alle Kinder von einem Jahr bis zum Schuleintrittsalter auf gleich hohem Niveau versorgt werden können, sei ein Kita-Neubau unabdingbar geworden. Er sprach auch den Greizer Stadträten seinen Dank aus, die den Bau von Beginn an unterstützten. „Nicht alle gehörten dazu“, teilte Bürgermeister Grüner einen Seitenhieb auf die Fraktionen Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit (IWA) und der Linken aus. In den Kindertagesstätten der Stadt Greiz werden derzeit 368 Jungen und Mädchen im Alter von 3 bis 7 Jahren betreut; im Alter von 1 bis drei Jahren sind es bereits 179 Kinder. Dass sich das Elternverhalten in puncto Betreuung der Kinder grundlegend geändert habe, betonte das Stadtoberhaupt. Zudem hätten sich in der Stadt Greiz die Geburtenzahlen „deutlich erhöht“.
Die neue Kindereinrichtung hat eine Kapazität von 80 Plätzen – 30 Plätze werden für ein-bis dreijährige Kinder zur Verfügung gestellt. Die Lebenshilfe Reichenbach habe alle Versprechen gehalten – vom fristgerechten Bau über die kindgemäße Ausstattung bis hin zur Berücksichtigung des Hochwasserschutzes, so Bürgermeister Grüner in Richtung Fredo Georgi, des Vorsitzenden der Lebenshilfe Reichenbach. Mit 1,717 Mio. Euro schlugen die Baukosten zu Buche, wobei Fördermittel des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Höhe von 542.000 Euro, eine Kreditsumme von 750.000 Euro der Sparkasse Vogtland sowie 22.722 Euro der Stadt Greiz in diesen Betrag einflossen. Der Kindergarten arbeitet nach dem Montessori-Prinzip mit dem Grundgedanken „Hilf mir, es selbst zu tun.“ „Das Konzept lebt natürlich nur mit den Eltern“, wie die Leiterin der Einrichtung, Anja Grotzke betonte. „Es ist simpel, aber stellt das Kind und seine Individualität in den Mittelpunkt.“ In einer anschließenden Führung durch das Haus ging die Leiterin auf das Konzept der offenen Arbeit ein, erklärte die Raumnutzungen und die vielfältigen Beschäftigungs-und Spielmöglichkeiten. „Die Kinder können sich in einem Raum mit ausschließlich Montessori-Material aufhalten, auch in einem Experimentierzimmer, einem Kreativ-und Bauraum, auch in einer kleinen Bibliothek oder einfach in einem Rückzugs- und Ruheraum.“ Dass eine Kindertagesstätte mit einer eigenen Hymne aufwartet, dürfte wohl eher die Ausnahme sein. Zur Eröffnung des Kinderhauses sangen die Kleinen nach der Melodie „Ei, ei, ei, Ihr Hühnerchen“ einen von Erzieherin Liane Wolf gedichteten Text über ihren schönen Kindergarten.

Antje-Gesine Marsch @19.05.2015

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