Faszination Manga:

Die Kulturfreiwillige des Greizer Sommerpalais, Tina Mörl, kam zur Vorstellung ihrer Ausstellung in der Sportuniform eines Cosplayers.
Die Kulturfreiwillige des Greizer Sommerpalais, Tina Mörl, kam zur Vorstellung ihrer Ausstellung in der Sportuniform eines Cosplayers.

Kulturfreiwillige des Greizer Sommerpalais präsentiert eigene Manga-Ausstellung

GREIZ. Dass man auf der klassischen Leipziger Buchmesse in den letzten Jahren immer mehr sogenannte Cosplayer sieht, die in schrillen Gewändern, farbenprächtigen Perücken und kunterbunter Schminke in Scharen für Aufsehen sorgen, ist bekannt. Nun hat die Faszination „Manga“ auch in das altehrwürdige Sommerpalais zu Greiz Einzug gehalten. Die Kulturfreiwillige Tina Mörl stellt seit gestern in einem Raum der Beletage Teile ihrer eigenen Sammlung aus: Geschenktes, Schnäppchen aus Auktionen, auch Poster aus der Wundertüte werden hier offeriert.
Seit vier Jahren ist die 17-jährige Zeulenrodaerin bekennender Manga-Fan. Angeregt durch den älteren Bruder sei sie heute „tiefer drin als er“, wie sie lachend gesteht.
Zum Pressetermin erschien sie in einer „Sportuniform“ mit strohgelber Perücke und ebensolchen Kontaktlinsen. Nur eines der vielen Kostüme, die sie trägt und zum Teil auch selbst näht. Ein Pflichttermin für alle Fans dieses erfolgreichen japanischen Kulturgutes ist die Manga-Comic-Con in Leipzig, wo man sich trifft, austauscht und spontane Fotoshootings veranstaltet. Auf 150 Selfies hat es Tina Mörl in diesem Jahr gebracht.
Worin liegt aber die eigentliche Anziehungskraft der Mangas? „Keine Ahnung“, gesteht Tina Mörl. Vielleicht sei es, dass man gut darüber reden, Gemeinschaft erleben und spannende Storys lesen könne. „Ich kann mich in viele Figuren richtig hineinversetzen“, so die junge Frau.
Auch der Wunsch, selbst solche wundersamen Kräfte zu besitzen, sei ein Aspekt. Denki Kaminari ist ihr Lieblingsheld: „Er ist so sympathisch in seiner Art.“
Zu den vielfältigen Aufgaben eines Kulturfreiwilligen im Sommerpalais gehört auch das Fertigen einer eigenen Ausstellung, erklärt Schlossverwalterin Pia Büttner. Als das Team Tina Mörl näher kennenlernte, „war das Thema schnell klar“.
Oft habe man sie nur hinter einer regelrechten „Wand aus Mangas“, die ihren Schreibtisch umsäumten, erkennen können. Japanische Comics und die Kunstblätter der Staatlichen Bücher-und Kupferstichsammlung in Einklang? „Durchaus. So entstehen neue Strömungen, die die Bildbetrachtung verändern“, zeigt sich Pia Büttner überzeugt.

Antje-Gesine Marsch @25.07.2019

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