An der Orangerie am Eingang des Fürstlich Greizer Parks hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) den zweiten Sanierungsabschnitt abgeschlossen. Im ersten Bauabschnitt war bis 2021 zunächst der östliche Teil der Orangerie mit dem Kalthaus saniert worden. Im nun abgeschlossenen zweiten Bauabschnitt wurde der mittlere Teil saniert. Damit kann die Orangerie mit dem Kalthaus auch für Veranstaltungen genutzt werden. Neben öffentlichen Toiletten sind hier Arbeits-, Lager- und Sozialräume für das Parkpflegeteam entstanden. Rund 6 Millionen Euro hat die STSG bisher insgesamt in die Orangerie investiert.
Der Thüringer Kulturminister Christian Tischner sagt: „Die Orangerie ist für Greiz nicht irgendein Gebäude. Sie prägt das Stadtbild wesentlich mit. Mit der Sanierung wird Schritt für Schritt wieder erkennbar, dass es ein Gebäude mit besonderer Geschichte und besonderer Bestimmung ist. Hier pflegt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten historische Garten- und Orangeriekultur auf höchstem Niveau, und das Orangeriegebäude hält die traditionsreiche Infrastruktur dafür bereit.“
Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, freut sich über die neuen Nutzungsperspektiven: „Die Orangerie hat eine wichtige Doppelfunktion im Park – damals wie heute. Im Winter werden hier die kälteempfindlichen Kübelpflanzen gehegt und im Sommer kann am gleichen Ort gefeiert werden. Ein großer Schritt ist die Sanierung der Orangerie aber auch für den ganzen Park, denn die neuen Räume für unser Team vor Ort schaffen moderne Arbeitsbedingungen für den täglichen Betrieb der Parkpflege.“
Starke Schäden an der Gebäudekonstruktion und am Dach der Orangerie machten die Sanierung notwendig, verstärkt wurden die Schäden noch einmal durch das Hochwasser 2013. Durch die Sanierung soll das äußere Erscheinungsbild der Orangerie wieder an den historischen Zustand angenähert werden. Dazu gehört die charakteristische Südfassade mit den hohen Orangeriefenstern, die über die Zeit verloren gingen. Dem Gebäude kommt zudem für den Parkbetrieb von der Pflanzenpflege bis zu Arbeits- und Aufenthaltsräumen für das Team der Parkverwaltung besondere Bedeutung zu.
In dem im ersten Bauabschnitt fertiggestellten Kalthaus überwintern seit rund vier Jahren wieder Lorbeerbäume, Palmen und anderen Exoten, die im Sommer den Park bereichern. Der zweite Bauabschnitt umfasste den mittleren Teil bis auf den westlichen Gebäudeabschluss. Dort wurde die Dachkonstruktion saniert, die Fassaden wurden neu verputzt und die Innenräume nach statischen Sanierungsarbeiten ausgebaut. Im Mittelteil stehen jetzt erstmals auch öffentliche Toiletten zur Verfügung, damit kann das Kalthaus künftig im Sommer für Veranstaltungen genutzt werden.
Der dritte Bauabschnitt mit der Sanierung des westlichen Gebäudeabschlusses und der Ergänzung eines Warmhauses für die Aufzucht der Sommerbepflanzung steht noch aus. Derzeit ist er für die STSG nicht finanzierbar.
Die Orangerie im Fürstlich Greizer Park wurde im 18. Jahrhundert in der Nähe des Sommerpalais errichtet. Sie diente zunächst vor allem der Unterbringung der exotischen fürstlichen Zitruspflanzensammlung. Über die Zeit wurde die Orangerie immer wieder umgebaut und mit wechselnden Nutzungen versehen.
