Wertvolle Sammlung mit Arbeiten der Bildhauerin Elly-Viola Nahmmacher an Stadt Greiz übergeben

Wertvolle Sammlung mit Arbeiten der Bildhauerin Elly-Viola Nahmmacher an Stadt Greiz übergeben
66 Skulpturen, 45 Aquarelle, Zeichnungen, Fotos und persönliche Dinge der Greizer Bildhauerein Elly-Viola Nahmmacher wurden der Stadt Greiz dauerhaft übergeben.

GREIZ. Es sei eine große Erleichterung, in die sich aber auch ein wenig Wehmut mische, gestand Silke-Viola Weißker, als am Mittwochnachmittag im Unteren Schloss eine wertvolle Sammlung von Arbeiten ihrer Mutter, der Bildhauerin Elly-Viola Nahmmacher (1913-2000) offiziell an die Stadt Greiz übergeben wurde. Ihr sei dabei das Gedicht von Rainer Maria Rilke eingefallen, in dem es heißt: Was abfallen muss, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns. Bereits seit vielen Jahren beherbergt das Museum eine Vielzahl von Dauerleihgaben, die zum Teil im Oberen Schloss, teils in der Alten Wache oder dem Unteren Schloss der Öffentlichkeit offeriert wurden, wie Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) vor den Anwesenden sagte. Hier in der Stadt Greiz, in der die Künstlerin viele Jahrzehnte lang lebte und arbeitete, ihr Werk zu erhalten und für die Zukunft sicherzustellen, sei das primäre Anliegen aller Bemühungen gewesen, das künstlerische Vermächtnis zu erwerben, so Grüner. Das wurde vom Thüringer Kultusministerium unterstützt und Ende des Jahres 2012 finanziell möglich gemacht.

Silke-Viola Weißker dankte dem Stadtoberhaupt, sowie dem Direktor der Museen der Schloss-und Residenzstadt, Rainer Koch und besonders dem Greizer Winfried Arenhövel, der sich seit vielen Jahren dem Nachlass der Künstlerin verpflichtet fühlt. Ich bin heute sehr glücklich, gestand er und verwies zugleich auf die Fülle der Werke, die er auf etwa 5000 schätzt. Seit 1990, anlässlich des 80. Geburtstages von Elly-Viola Nahmmacher versuche er, diese zu erfassen, was sich immer schwieriger gestalte, je tiefer er in die Materie eindringe. Sie hatte so ein gütiges Herz, so Arenhövel. Wann immer einem Besucher eine Plastik besonders gut gefiel, habe sie gesagt: Ach, nehm“ sie mit! Sie selbst habe kein Buch über ihre Werke geführt; er habe bislang etwa 2000 Werke erfasst. Die 1913 in Gera geborene Elly-Viola Nahmmacher zählt zu den Künstlern, die durch ihre Werke einen festen Platz in der Sakralkunst des 20. Jahrhunderts einnehmen. Die Künstlerin hatte eine Vielzahl von Kirchen in Thüringen, Sachsen und ganz Deutschland mit ihren Werken ausgeschmückt. In 120 Städten bin ich fündig geworden, berichtete Arenhövel. Mit dem Erwerb von 66 Skulpturen, 45 Aquarellen und Zeichnungen, sowie persönlicher Dinge habe man nunmehr in Greiz einen schönes Querschnitt ihres Werkes, wie er befand.

Noch ein Geschenk hatte Frau Weißker im Gepäck: eine Porträtplastik, die ihren Vater Wilhelm und eine, die sie selbst und ihre Schwester Eva-Maria darstellt. So sei die Familie Nahmmacher komplett, wie sie lächelnd sagte. Nun ist alles da, wo es wirklich hingehört, weiß Silke-Viola Weißker und fügte hinzu: Nun ist Mutti ganz nach Greiz zurückgekehrt.

Antje-Gesine Marsch @22.05.2013