Straßenfest und Freigabe der Greizer August-Bebel-Straße

Straßenfest und Freigabe der Greizer August-Bebel-Straße
Der Bürgermeister und seine Stellvertreterin Ines Watzek sowie am Bau Beteiligte vollziehen den Bandschnitt.

Ortsdurchfahrt Greiz wieder frei
Mit einem großen Straßenfest wurde am Sonnabend die B 94 freigegeben

GREIZ. Seit Sonnabendabend rollt der Verkehr wieder über die B 94, die wichtigste Ortsdurchfahrt der Schloss-und Residenzstadt. In über zwei Jahren Bauzeit wurde die August-Bebel-Straße für 7,9 Millionen Euro saniert. Auf einer Baulänge von 790 Metern wurden unter anderem 3500 Meter Borde, 860 Meter Trinkwasser- und 1600 Meter Abwasserleitungen verlegt, sowie 90 Bäume gepflanzt.
Musste das alles sein? fragte der Bürgermeister der Stadt Greiz, Gerd Grüner (SPD) zum Banddurchschnitt und versäumte nicht, auf die schwierige Verkehrs-und Umleitungssituation der letzten beiden Jahre einzugehen: Vor drei Jahren habe man bei Untersuchungen festgestellt, dass große statische Probleme der Brückenüberbauung straßenmittig fließt der Bach Gräßlitz – die Tonnagebegrenzung auf 16 Tonnen nach sich gezogen hätten. So habe man Überlegungen getätigt und Lösungswege gesucht, so Grüner. Durch Bereitstellung von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II sei der Bau dann schließlich möglich geworden. Verzögerungen an den Trassenarbeiten habe es durch Hochwasser nach der Schneeschmelze vor zwei Jahren gegeben, doch sei man trotz der widrigen Umstände im Zeitplan geblieben. Die Straße soll in ihrem alten Glanz wieder aufblühen und ihrem Alleecharakter Rechnung tragen, wie sich das Stadtoberhaupt wünscht. Der offiziellen Verkehrsfreigabe war ein großes Straßenfest vorausgegangen, an dem sich zahlreiche Unternehmen und Vereine aktiv beteiligten. 810 Gläser Sekt und 810 Stück Kuchen gab es als Dankeschön an die Bürger und Verkehrsteilnehmer für die große Geduld, den Baulärm-und schmutz so lange Zeit ertragen zu haben. Wir hatten im Vorfeld das Projekt in Bürgerversammlungen vorgestellt und drei Baustellenflyer herausgegeben, sagte Gerd Grüner und hob den guten Umgang miteinander hervor, der unterstrich, wie so etwas funktioniert.
In bin heilfroh, dass die B 94 wieder frei ist, gestand Petra Männel aus Reichenbach, deren täglicher Arbeitsweg ins thüringische Weida über diese Straße führt.

Überwiegende Zustimmung
Informationen zum Verkehrskonzept beim Straßenfest stießen auf großes Interesse in der Bevölkerung

Angesichts der derzeit heiß entbrannten Diskussion um das neue Verkehrskonzept in der Greizer Altstadt kann Dieter Obenauf, der gemeinsam mit Mitarbeitern des Ressorts Stadtplanung am Sonnabend den Gästen des Straßenfestes in der Technikhalle der Freiwilligen Feuerwehr Rede und Antwort stand, auf einen guten Verlauf der Informationsveranstaltung verweisen. Etwa einhundert Interessierte kamen zu uns“, wie er am Sonnabendabend berichtete. Natürlich polarisiere das Konzept die Greizer und es gebe noch eine Menge Erklärungsbedarf. Doch hätten die meisten der Fragenden, nachdem er ihnen das Konzept im Detail erklärte, die Notwendigkeit der ein oder anderen Entscheidung eingesehen. Die Konzeption war eine Kompromisslösung und wir müssen das Beste daraus machen“, wie Dieter Obenauf sagte. Es habe an diesem Nachmittag eine Vielzahl von Diskussionen gegeben, doch habe er oft punktuell gefragt, worin denn die eigentliche Schwierigkeit liegen würde. Das Erreichbarkeitsproblem sei eines der wichtigsten gewesen, unterstrich der Stadtplaner, der den Info-Nachmittag als äußerst positiv einschätzte.
Zeitgleich mit der Verkehrsfreigabe der August-Bebel-Straße wurde die neue Verkehrslösung in der Altstadt eingeführt. Anhand der gewonnenen Erfahrungen mit der veränderten Verkehrsorganisation während der Vollsperrung der August-Bebelstraße wurde eine Kompromissvariante erarbeitet, die zum einen die Freigabe der Marstallstraße in beide Richtungen und zum anderen eine Verkehrsentlastung in der Altstadt ermöglicht. Die Einbahnstraßenführung im Zuge der Thomas-und Marienstraße wurde beibehalten, auch wurde dort ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich (Tempo-20-Zone) eingerichtet. Die PKW-Stellplätze im Bereich Brückenstraße/Baderei wurden als Taxi-bzw. Behindertenstellplätze umgenutzt. Außerdem fielen die Sperrketten am von-Westernhagen-Platz weg, was eine größere Parkmöglichkeit darstellt.
In der letzten Woche häuften sich die Stimmen von Gegnern der neuen Konzeption, die im Sozialnetzwerk Facebook eine lebhafte Diskussion entfachten. Eine angekündigte Demonstration anlässlich des Bandschnittes der Freigabe der Greizer Ortsdurchfahrt fand allerdings nicht statt.

Antje-Gesine Marsch @17.11.2012

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