Sind traurig und enttäuscht

Greizer Osterbrunnen wurde mit bunten Programm gesegnet
Zweitausend Ostereier wurden in liebevoller Handarbeit "angezogen

200 kunstvoll verzierte textile Ostereier verschwinden vom Greizer Osterbrunnen. Die Frauen der AWO-Kreativgruppe lassen sich dennoch nicht entmutigen

GREIZ. Die Frauen der AWO-Kreativgruppe verstehen die Welt nicht mehr. Viele Greizer und Gäste der Stadt hatten vor und zu Ostern den mit 2000 kunstvoll verzierten textilen Ostereiern geschmückten Osterbrunnen auf dem Greizer Kirchplatz bewundert. Doch nun sind die Frauen traurig und vor allem enttäuscht. Noch während der Osterfeiertage stellten sie fest, dass eine Menge Eier einfach verschwunden waren. „Sie wurden mit brachialer Gewalt aus den seidenen Ranken herausgeschnitten; wahrscheinlich mit einem Seitenschneider“, wie Bärbel Tröber vermutet. Dass das mehr als ein Dummjungenstreich ist, können die Frauen nur befürchten. „Es besteht kein Musterschutz auf diese Zier-Eier, man hätte uns fragen können, wenn man etwas zur Fertigung erfahren wollte man hat sich einfach ausgiebig bedient. Dabei ist es nicht nur der materielle Wert, den die Frauen der AWO verschmerzen müssen. „Dreißig Prozent des verwendeten Materials wird von der Stadt Greiz bezahlt, den Rest müssen wir erwirtschaften“, so Bärbel Tröber. Das wirklich Schlimme sei der Gedanke, bestohlen worden zu sein, wie auch Antonia Vetter zum Ausdruck bringt. Es tut weh und ist entwürdigend, bekräftigten die Frauen das Gesagte. Dabei habe man auch in diesem Jahr so viel Zustimmung aus der Bevölkerung erhalten. Jedes Ei ist ein Unikat und bedarf dutzender Arbeitsschritte bis zur Vollendung. Bei all der Wut und Enttäuschung lassen sich die Frauen dennoch nicht entmutigen. Wir machen weiter, wie sie einhellig betonen. Im kommenden Jahr soll nicht nur der Osterbrunnen die Stadt attraktiver machen, sondern auch die Händler rund um das Rathaus werden staunen: Sie bekommen von den fleißigen AWO-Frauen einen Osterbogen, der die Schaufenster der Marktgeschäfte verschönen soll.
Anzeige bei der Polizei haben die Frauen nicht erstattet. Sie hatten aber im Vorfeld mit der Polizei-Inspektion Greiz gesprochen und darum gebeten, ab und zu ein wachsames Auge auf den Brunnen zu werfen, wie Bärbel Tröber sagte. Unterstützung für das kommende Jahr erhofft man sich von Bürgermeister Gerd Grüner (SPD), der das Projekt von Beginn an unterstützte. Wir haben angeregt, eine Videokamera zu installieren, damit keiner mehr auf die Idee kommt, unsere Ostereier einfach zu stehlen.

Antje-Gesine Marsch @27.04.2012

1 Kommentar zu Sind traurig und enttäuscht

  1. Für unsere Stadt ist es einfach peinlich, wenn Menschen fremdes Eigentum, vor allem aber die dahinter stehende ehrenamtliche Arbeit, nicht schätzen können. Die Strafanzeige sollte auf jeden Fall gestellt werden, auch wenn sie primär erst mal nichts bringt. Aber manchmal hilft „Kommissar Zufall“ ja doch. Falls der/die Täter geschnappt werden sollten (hatten sicher eine „schwere Kindheit“ und sind deswegen bedauernswerterweise nicht so wirklich strafrechtlich verantwortlich), hier mein persönlicher Favorit für das Urteil: 100 Stunden gemeinnützige Arbeit, abzuleisten bei der AWO- Kreativgruppe mit der Auflage, Eier herzustellen. Damit solche Deppen endlich mal begreifen, wie man sich fühlt, wenn andere sinnlos die eigene Arbeit kaputt machen.

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