»Hilfe an grauen Tagen« – Bilder von Lothar Krone

Hilfe an grauen Tagen - Bilder von Lothar Krone
Der Weimarer Architekt Lothar Krone

Aus dem Schatten heraustreten
»Hilfe an grauen Tagen« von Lothar Krone titelt die Ausstellung, die am Donnerstagabend in der Greizer Bibliothek eröffnet wurde

GREIZ. Die Auseinandersetzung mit wichtigen Themen des Lebens ist für jeden Menschen eine tägliche Herausforderung. Für den Weimarer Lothar Krone, der seit zweieinhalb Jahren mit der Diagnose Demenz vom Alzheimer-Typ leben muss, sicher eine besondere. Doch ist das für ihn kein Grund zur Resignation. Der freischaffende Architekt und Innengestalter gab vielen Thüringer Institutionen „seinen Stempel“.
Seit einem Autounfall, bei dem er unwiderruflich seinen Führerschein verlor, wurde auch die Krankheit offenbar, mit der sich der Weimarer nun arrangieren muss. Besonders an „grauen Tagen“ findet der 79-Jährige Trost und Kraft durch die Malerei. Ich male vor allem Kirchen, Gehöfte und Bauernhäuser , wie er zur Ausstellungseröffnung sagte. Immer als Begleiterin dabei ist Beate Schupp, seine Betreuerin, mit der er seine Liebe zu Kunst und Fotografie teilt. Auch Spaziergänge gehören für den rüstigen Mann zur täglichen Beschäftigung, eine Stunde lang und dann immer in Richtung Ettersberg, wie er verriet. Immer bringe er seiner Frau einen Pflanzen-oder Blumenstrauß aus dem Wald mit, so Lothar Krone lächelnd. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Verein Alzheimer Gesellschaft Thüringen, Selbsthilfe Demenz und der Ökumenischen Sozialstation Greiz initiiert wurde, zeigt im Erdgeschoss und der 1. Etage der Stadt-und Kreisbibliothek vierzehn Bilder von Lothar Krone, die allesamt seine ganz persönliche Sicht der Welt offerieren. Sie entstanden alle innerhalb der letzten beiden Jahre, wie Doreen Seidler in ihren Begrüßungsworten unterstrich. Fein strukturiert und mit filigranen Silhouetten umrissen, erkennt man sofort die Handschrift des akribisch genau zeichnenden Architekten, andererseits gibt Lothar Krone der Räumlichkeit eine entfaltende Tiefe und farbliche Deutung. So etwa in der Zeichnung „Bunte Häuser vor blau-grünem Himmel“ oder „Flusslandschaft“. Er arbeitet mit Pastellkreide, die dieses Farbspiel brillant widerspiegelt. Die Motive wirken sehr stark auf mich, wie Vernissagebesucher Günter Kramer lobt. Die Öffentlichkeit daran teilnehmen lassen, wie Menschen, trotz Krankheit aus dem Schatten heraustreten, nannte die Leiterin der Sozialstation als Ziel dieser Ausstellung, die bis zum 8.11.2012 in der Bibo zu sehen ist.

Info:
Derzeit leben in Deutschland 1,2 Millionen Menschen mit Demenz.
In Thüringen sind 37.000 Menschen betroffen.
Im Jahr 2050 werden rund 14 Prozent der Bevölkerung in Deutschland über 80 Jahre alt sein.
Fast 70 Prozent der Erkrankten sind Frauen.
Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit

Antje-Gesine Marsch @05.10.2013

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