Glanzvolle Saisoneröffnung im Fürstlich Greizer Park

Glanzvolle Saisoneröffnung im Fürstlich Greizer Park
Dr. Babette Winter und Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus vollziehen den Bandschnitt zur Saisoneröffnung.

Fürstlich Greizer Park: Festakt im Gartensaal des Greizer Sommerpalais

GREIZ. Wie sich Kreise schließen können. Im Jahr 1994 übernahm Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus die Funktion des Direktors der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Im gleichen Jahr wurde Martina Schweinsburg (CDU) Landrätin des Landkreises Greiz. “Mir war gar nicht bewusst, dass wir den Weg so lange gemeinsam gegangen sind”, gestand sie im Grußwort anlässlich der Saisoneröffnung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die am Montagvormittag im Gartensaal des Sommerpalais stattfand. Eben hatte sie erfahren, dass es für Paulus, der im kommenden Frühjahr in den Ruhestand gehen wird, die letzte Saisoneröffnung als Stiftungsdirektor ist. “Einführung und Abschied” habe man damit gemeinsam begangen, wie Prof. Paulus mit einem Augenzwinkern sagte. Martina Schweinsburg befand dazu: “Danke, dass Sie die Kultur in all den Jahren so gelebt haben.” In Richtung Landesregierung Erfurt richtete sie die Worte: “Wir brauchen unsere Landkreise.” Nur so könne man die Kultur vor Ort entsprechend bewahren.

Dass die Saisoneröffnung nach dem Jahr 2013 wieder in Greiz stattfand, begründete sich so: Vor drei Jahren hatte das Hochwasser der Weißen Elster „das Ergebnis einer achtzehnjährigen Sanierung zunichte gemacht“ und große Schäden im Park und am Sommerpalais angerichtet, so Prof. Paulus. Nun stünden lediglich noch ein Drittel der Rekonstruktionsmaßnahmen an – der Großteil sei geschafft. Nur noch einige wenige Bereiche fehlen, dazu zählen der Dammweg zwischen Küchenhaus und Luftbrücke, der Mittelweg zum Parksee und der Hauptweg zum Sommerpalais, deren Wiederherstellung für den Frühsommer avisiert ist. Auch die Erneuerung des Zulaufs zum Parksee, die Restaurierung der Fürstenquelle und letzte Ersatzpflanzungen stehen noch aus. Die Wiederherstellung der Schönheit des Parks war eine “Herausforderung an die Intelligenz und pragmatische Erfahrung”, so Prof. Paulus in bewegenden Worten.

“Nie waren das Palais und der Park so schön” hatte die Direktorin des Sommerpalais Greiz, Eva-Maria von Mariassy zur Saisoneröffnung 2013 gesagt. 24 Tage später habe man “aschfahl” vor den “Wasserwüsten” gestanden, einer “Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes”. “Dieses Geschehen hat uns gezeichnet – bis heute”, gestand der Stiftungsdirektor, der wiederholt betonte, dass man alles für den Schutz dieser Anlage tun müsse. “Der Hochwasserschutz ist auch für die Zukunft ein unverzichtbares Ziel.” Bis zum Jahr 2019 seien weitere präventive Maßnahmen vorgesehen. Finanziert werden diese aus dem Ausbauhilfefonds des Bundes und der Länder zur Beseitigung der Schäden infolge des Hochwassers 2013. Bislang belaufen sich Ausgaben auf 1,35 Millionen Euro. Inklusive der bevorstehenden Sanierung des Parkgewächshauses rechne man mit einer Gesamtsumme von etwa 4,4 Millionen Euro.

Dr. Babette Winter, Thüringer Staatssekretärin für Europa und Kultur, bedankte sich in ihrem Grußwort bei allen Haupt-und Ehrenamtlichen, die sich für die Wiederherstellung des Fürstlich Greizer Parks einsetzten. Mahnende Worte richtete sie an die Verantwortlichen, prophylaktischen Hochwasserschutz zu betreiben und beispielweise Retentionsflächen zu schaffen.
Der Mäzenatenpreis der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, der Christian-August-Vulpius-Preis 2016, wurde in diesem Jahr gleich zweimal verliehen: Er ging an Preisträger, die sich mit spontanen und großzügigen Spenden um die Wiederherstellung des Fürstlich Greizer Parks nach dem verheerenden Hochwasser 2013 besonders verdient gemacht haben: Jochen Peter vom Freundeskreis der Kunstsammlungen Schloss Friedensstein, der im Juli 2013 eine Spende in Höhe von 3200 Euro nach Greiz brachte – ungewöhnlich für Vereine, die sich zwar einem gemeinsamen Projekt verschreiben, eher selten aber einer “fremden Sache”, so Laudator Prof. Dr. Manfred F. Fischer aus Bamberg in seiner Laudatio.

Der zweite Geehrte war Dr. Eberhard Schwarz, der von 1932 bis 1946 in Greiz lebte, seine Heimat aber nie vergessen hat. 10.000 Euro wurden von dem heute in Hannover Lebenden gespendet. Prof. Fischer bedankte sich mit herzlichen Worten zudem bei der “Garten-Crew”, die mit viel Engagement die Rekonstruktion des Parks vorantrieb.
Gemeinsam mit Dr. Babette Winter schnitt Prof. Helmut-Eberhard Paulus im Anschluss vor dem Sommerpalais das grüne Band durch – Symbol für die Saisoneröffnung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten des Jahres 2016. Der prächtige Zustand, den das Ensemble zur Saisoneröffnung am 9. Mai 2013 hatte, wurde wieder hergestellt, davon konnten sich die zahlreiche Gäste des Fürstlich Greizer Parks am Montag überzeugen.

Antje-Gesine Marsch @10.05.2016