Erhebende »rumeynische Fantasien« im Weißen Saal des Unteren Schlosses Greiz

Erhebende »rumeynische Fantasien« im Weißen Saal des Unteren Schlosses Greiz
Johannes Paul Gräßer (Violine) und Szilvia Csaranko (Klavier/Akkordeon) begeisterten mit Klezmerkammerklassik.

GREIZ. Bravo-Rufe und herzlicher, langanhaltender Beifall krönten am Freitagabend das Klezmerklassikkonzert von Johannes Paul Gräßer (Violine) und Szilvia Csaranko (Klavier, Piano), die die zahlreichen Gäste im Weißen Saal des Unteren Schlosses in eine mystisch-romantische musikalische Welt entführten. Rhythmus, der in die Beine fuhr und Melodien, die mit Schwermut einher kamen, sowie traditionelle Tänze wie Chosidl, Bulgar und Hora wurden von den beiden Musikern mit einer großen Portion Leidenschaft dargeboten. Das spürten die Gäste und zeigten sich betört von der farbigen Instrumentierung in der Kombination von Violine und Klavier oder Akkordeon und dieser ganz speziellen Mischung aus Melancholie und überschwänglicher Freude.
Dabei überzeugten der gebürtige Greizer Johannes Gräßer – der von Doris Floß, Musikpädagogin an der Greizer Musikschule Bernhard Stavenhagen auf den musikalischen Weg gebracht wurde und die in Hannover lebende Musikerin Szilvia Csaranko mit Schwermut und leichter Heiterkeit als zündende und überzeugende Einheit. Beeindruckend, wie der in Erfurt lebende Musiker die Geige streicht, zupft oder den Saiten durch zartes Berühren Töne entlockt. So entstand ein wechselvolles Wechselbad der Gefühle zwischen Lachen und Weinen. Gemeinsam mit Szilvia Csaranko nahm der Geiger eine CD mit dem Titel „Rumeynische Fantasien“ auf. Es sind vier besondere Stücke, wie Johannes Paul Gräßer in die Thematik einführte. Er habe alte Aufnahmen gehört, durchnummerierte Stücke und versucht, diese in ein neues Gewand zu kleiden. Die Kompositionen von Josef Solinski, wahrscheinlich aus dem Jahr 1911, verbinden traditionelle Klezmer- und klassischer Kammermusik. Wir haben praktisch den Versuch gewagt, die Stücke, die Solinski aus der Folklore in die Klassik brachte, zurückzuholen. Die Bilder, die dabei im Kopf entstehen, sind so individuell und vielfältig wie die Stücke selbst. Ganz große Kunst urteilten die Konzertbesucher, die sich frenetisch eine Zugabe erklatschten.

Antje-Gesine Marsch @27.09.2013

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