Eiskunstläufer entführen in den Wilden Westen

Zum 16. Mal leitete die Mylauerin Martina Lenk den Eiskunstlaufkurs an der Volkshochschule Greiz – Große Abschlussveranstaltung am Samstag in der Greizer Eishalle
GREIZ.“Gigantisch aufgeregt“ zeigten sich die über dreißig Beteiligten der großen Abschlussveranstaltung des Eiskunstlaufkurses , die am Samstagvormittag große und kleine Kufenkünstler auf das Eisoval rief. “Wir sind fix und fertig, aber glücklich”, resümierte am Ende des Schaulaufens Martina Lenk, die vor sechzehn Jahren begann, Interessierte in die hohe Schule des Eislaufens einzuweihen. Insgesamt 45 Teilnehmer konnten die drei Volkshochschulkurse verzeichnen, die die Mylauerin in der letzten Saison gab. Die Altersspanne reichte dabei von den “Küken” Swantje und Svenja Dreher aus Jena im Alter von zwei bzw. vier Jahren bis hin zum 79-jährigen Zwickauer Gerhard Foltas, wie Martina Lenk stolz berichtet. Da die große Abschluss-Show in jedem Jahr unter ein bestimmtes Thema gestellt wird, kamen diesmal im “Wilden Westen” die Indianer und Cowboys zum Einsatz. “Natürlich mit der entsprechenden Countrymusik”, so die Trainerin. Selbst spirituelle Indianerklänge fanden ihren musikalischen Einzug ins Programm. Ganz gleich, ob solistisch, im Paarlauf oder der großen Formation – alle Beteiligten präsentierten sich mit Ehrgeiz, Grazie und Können. Dass dabei das Lampenfieber eine bedeutende Rolle spielt, verschweigt Martina Lenk nicht: “Es ist natürlich immer etwas anderes, ob man trainiert oder vor der Familie, Freunden und Bekannten auftritt.” Die 67-Jährige wurde bereits als Kind auf der Mylauer Natureisbahn vom Eiskunstlauf-Virus infiziert. “Das habe ich vor allem Bademeister Rudi Bäßler zu verdanken”, wie sich die Junggebliebene erinnert. Als sie dort einmal die Eislauflegenden Jutta Müller und Tochter Gaby Seyfert erlebte, war es um das junge Mädchen geschehen: So wollte sie auch laufen können. Sportlich aktiv war Martina Lenk bei Motor Mylau; auch das geliebte Schaulaufen gehörte zu den Aktivitäten der jungen Sportlerin. Die folgenden Jahre lief sie “nur noch ab und zu” ihre Runden auf dem Eis, bis sie im Jahr 1999 bei einem Besuch der thüringischen Nachbarstadt die neu gebaute Greizer Eishalle entdeckte. Bereits im Folgejahr bot Martina Lenk die ersten Kurse an. Unterstützt wurde sie in all den Jahren von Ehemann Dieter, ihrem “Assistenten”, wie sie ihn liebevoll nennt. “Ohne ihn hätte ich die gesamte Organisation und Arbeit nicht schaffen können.” Auf Werbung für ihre Kurse kann die Trainerin seit langem verzichten: “Die Kurse sind längst zum Selbstläufer geworden.”

Antje-Gesine Marsch @28.02.2016