Fest der Diamantenen Hochzeit

Gerhard und Liane Friedrich begingen am 19. Mai das Fest der Diamantenen Hochzeit

GREIZ-KURTSCHAU. „Ich hab‘ heute ein Mädel kennengelernt. Das heirate ich.“ Die Worte des damals siebzehnjährigen Jungen Gerhard Friedrich an seine Mutter sollten wenige Jahre später Wirklichkeit werden: Zu Pfingsten des Jahres 1956 gaben sich Liane und Gerhard in der Greizer Stadtkirche das Eheversprechen. Am Donnerstag konnte das Paar das Fest der Diamantenen Hochzeit begehen. Der Bürgermeister der Stadt Greiz, Gerd Grüner (SPD) und Peter Jahn-Illig im Auftrag der Greizer Landrätin sprachen zu diesem Jubiläum ihre herzlichsten Grüße und Glückwünsche aus. Dass der 19. Mai in der Familiengeschichte eine ganz besondere Bedeutung hat, zählt Liane Friedrich auf: „Am 19. Mai 1934 haben meine Eltern geheiratet, am 19. Mai 1935 wurde ich geboren und am 19. Mai 1956 fand unsere Hochzeit statt.“

„Jung gefreit hat nie gereut“ – diese Redensart trifft auf das Ehepaar Friedrich in vollem Maße zu. Obwohl Liane zum Zeitpunkt des ersten Treffens erst 15 Jahre zählte, war für beide klar, dass man das Leben fortan gemeinsam verbringen will. „Seitdem waren wir zusammen und nie getrennt“, freut sich das Jubelpaar. Aus der Ehe ging Tochter Heike hervor, die 1962 geboren wurde. Zwei Enkelsöhne – Tobias und Rafael – komplettieren das Familienglück.

Seit 1974 wohnen die Friedrichs in einem schmucken, selbstgebauten Haus mit großem Garten. „Der ist Muttis Reich“, wie Tochter Heike Hempel lächelnd erzählt. Besonders freut sie, dass die Eltern alles gemeinsam machen: „Sie gehen zusammen einkaufen, halten ihren Haushalt in Schuss und unterstützen uns sogar bei kleinen Aufgaben.“

Gern schauen die Friedrichs auf ihr erfülltes Leben zurück. Liane lernte zunächst in der GREIKA den Beruf der Weberin, war aber bald im Büro als technische Angestellte tätig. Als Tochter Heike geboren wurde, pausierte sie einige Jahre, um dann bis 1989 in der Buchhaltung des VEB Getreidewirtschaft ihre beruflichen Aufgaben zu erfüllen. Gerhard absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre in der Raiffeisen-Genossenschaft, arbeitete als Buchhalter, Ober-und bald als Hauptbuchhalter; war später in der BHG auch als Revisor aktiv. Im Jahr 1976 wechselte er in die Genossenschaft des Bauhandwerks. „Ich war viel unterwegs, bin herumgefahren, um zu organisieren und die entsprechenden Fonds auszuschöpfen“, erinnert er sich. Im Jahr 1990 ging er in den Vorruhestand und genießt seitdem den Un-Ruhestand. Zahlreiche gesellschaftliche Verpflichtungen nahm der 82-jährige wahr; fungierte als Gründer und 1. Vorstand des Kurtschauer Faustballvereins und ist nicht nur aktiver Sänger des Männerchores, sondern bekleidete 28 Jahre lang die Funktion des Vorstandes. Gerhard Friedrich trieb auch selbst Sport, spielte unter anderem aktiv Fußball. Die „Singstunde“, die freitags in der Turnhalle des Ortes stattfindet, besucht der Senior mit großer Freude. Besonderer Stolz erfüllt ihn, dass man all die Jahre den Kontakt zu einem Lauschaer Chor pflegt, sich gegenseitig besucht und zudem seit der politischen Wende mit einem Chor in Selb eine freundschaftliche Verbindung hält. “Das sind Meilensteine im kulturellen Leben unseres Ortes.”

Reisen standen für die Friedrichs in all den Jahren hoch im Kurs. Liane schwärmt schon immer für die Ostsee – dorthin fuhr man jährlich zu DDR-Zeiten. Heute ist es eine Ferienwohnung bei Zinnowitz, die sie gern und häufig nutzen. Doch auch Fahrten nach Österreich oder auf die Krim, nach Jalta, standen auf dem Reiseprogamm. „Wir verreisen gern, freuen uns aber jedes Mal auch wieder auf Daheim“, befindet das sympathische Ehepaar. Gebührend feiern wird man das Fest der Diamantenen Hochzeit am Samstag in Bildhaus. „Da wird auch unser Chor ein Ständchen bringen“, freuen sich die Friedrichs von Herzen. Ein Lebensrezept gab Gerhard Friedrich mit auf den Weg: „Jeder Streit ist einer zuviel.“

Antje-Gesine Marsch @20.05.2016