Diakonieverein lud zum Kinderfest in die Carolinenschule ein

Diakonieverein lud zum Kinderfest in die Carolinenschule ein
Babette Ketterl (r.) und Stephanie Schrader (2.v.r.) bemalen mit den Kindern Beutel mit bunten Farben.

Am Dienstag lud der Diakonieverein „Carolinenfeld“ e.V. zum Kinderfest an die Obergrochlitzer Carolinenschule ein – Am Nachmittag gab es einen Fachvortrag

GREIZ-OBERGROCHLITZ. Die Suchtberatung und der Kinderschutzdienst „Die Insel“ des Diakonievereins Carolinenfeld luden am Dienstag zum Kinderfest in die Carolinenschule ein. Ein großes Spektrum an Beschäftigungsmöglichkeiten erwartete die Kinder. In der Aula wurden Beutel bunt bemalt, wobei die mobile Jugendarbeiterin Stephanie Schrader unterstützend zur Seite stand. Windräder konnten gebastelt oder Tiere mittels Origamitechnik gefalzt werden. Am „Blütenzauber-Stand“ von Monika Zirk gab es die Möglichkeit, seine Gefühle in eine Papierblüte zu schreiben, die anschließend im Wasser „erblühte“.
Wer sich gern austoben wollte, konnte dies in der Therapiehalle und im Außenbereich der Carolinenschule. Hüpfburg und Trampolin standen zur Verfügung; auch konnte die Kletterwand erklommen werden.

Mit der Resonanz auf das Kinderfest zeigte sich Babette Ketterl zufrieden – wenngleich die Teilnehmerzahl des Vorjahres nicht ganz erreicht werden konnte. „Wir freuen uns, dass die Mädchen und Jungen des Moschwitzer Kindergartens Spatzennest kamen, auch viele Carolinenschüler und Privatleute besuchten das Fest“, so Frau Ketterl.

Im Anschluss an das Kinderfest luden die beiden Beratungsstellen am Nachmittag zum Fachvortrag „Häusliche Gewalt in Suchtfamilien“ ein.

„Trotz der Hitze eine gelungene und mit siebzehn Personen durchaus gut angenommene Veranstaltung“, resümierte Babette Ketterl am Abend. In einer sehr angenehmen, offenen Runde wurden die Gefühle und Gedanken von Kindern in den Fokus genommen, die Opfer oder Zeuge häuslicher Gewalt wurden. „Gewalt ist auch ein großes Thema in Familien mit Suchtproblemen“, wie Frau Ketterl weiß. Oft sinke die Hemmschwelle oder es komme zu „Kurzschlussreaktionen aufgrund von Überforderung“. Auch wenn der Täter seine Handlung meist stark bereue, würden sich diese Erlebnisse in den Kindern verankern. „Das Vertrauen in die Menschen, von denen Kinder existenziell abhängig sind, wird gebrochen. Oft bleiben jedoch nur die Eltern im Fokus und die Kinder rutschen durch das Raster.“

Kinder können in vielerlei Hinsicht traumatischen Ereignissen ausgesetzt sein. Sucht und Gewalt bilden ein großes Spektrum mit vielen Facetten, die oft nicht trennbar zu betrachten sind – so das Fazit der Veranstaltung.
„Es muss weiter daran gearbeitet werden, Fachkräften Mut zu machen, Anzeichen wahr- und ernstzunehmen. Ein funktionierendes Netzwerk ist sehr wichtig und in unserem Landkreis durchaus gut aufgestellt. Das möchte ich auch mit weiteren Veranstaltungen aufgreifen. Eine Wiederholung dieser Thematik für Lehrer und Pädagogen an Schulen ist geplant“, blickt Babette Ketterl bereits voraus.

Antje-Gesine Marsch @02.08.2017

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