Deutschstunde mit geheimen Gast

Winfried Arenhövel stellt der Klasse 5 c des Ulf-Merbold-Gymnasiums sein Buch Verbrechen um Beno vor, das zugleich im Deutschunterricht behandelt wird
Winfried Arenhövel zeigt Bilder aus seiner Heimat

Winfried Arenhövel stellt der Klasse 5 c des Ulf-Merbold-Gymnasiums sein Buch Verbrechen um Beno vor, das zugleich im Deutschunterricht behandelt wird

GREIZ. Er liebt Wiesenblumen, westfälisches Dreierlei, Musik von alt bis modern, Bücher von Karl May, Michael Ballack, Greizer Bier, die Farbe türkis und seine Enkelkinder. Er ist Musiker, Autor, Komponist, Schauspieler und Zauberer, wie er lächelnd ergänzte. Die Schüler der Klasse 5 c des Greizer Ulf-Merbold-Gymnasiums stellten am Donnerstag aufgeweckt und findig eine Reihe von Fragen und errieten geschwind, dass der geheime Gast des Deutschunterrichtes der Greizer Winfried Arenhövel war. Deutschlehrerin Heike Seifert hatte die Idee, den Künstler einzuladen und somit den Unterricht noch anschaulicher zu gestalten. Im Zentrum der Betrachtungen stand Arenhövels Kriminalroman Verbrechen um Beno, den die Schüler derzeit behandeln. Den Bogen vom Lesen des Buches über die persönliche Vorstellung des Autors bis zu den geschichtlichen Hintergründen zu schlagen war der Pädagogin dabei Ziel und Anspruch. Zunächst wurden die Schüler in Privatdetektive, sowie Karten und Kunst-Entschlüssler eingeteilt, um das Buch in seinem gesamten Spektrum zu erfassen.

Das Geschehen um die viele Jahre verschollenen Gemälde aus der Sammlung von Dr. Otto Krebs aus dem Rittergut Holzdorf bei Weimar, die im Jahre 1995 in der berühmten St. Petersburger Eremitage unter dem Titel Verborgene Schätze erstmals der Öffentlichkeit offeriert wurden, stand im Mittelpunkt der Ausführungen, die Winfried Arenhövel mit viel Sachverstand und spannend vortrug. Auch wie es zum Entstehen des Romans kam, berichtete der Autor. Bereits im Alter von neun Jahren entwarf Arenhövel die Geschichte, die er in einem Heft, das er zu Weihnachten geschenkt bekam, aufschrieb und bebilderte. Vom selbsterdachten tragischen Ende des Helden erschrak der Junge damals wohl selber und legte die Geschichte erst mal zur Seite, um sie Jahre später er stand vor dem Abitur zu beenden bzw. umzuschreiben.
Erst Ende der 1990er Jahre, als Winfried Arenhövel vom Arzt viel frische Luft verordnet bekam und auf ausgedehnten Spaziergängen durch den Greizer Park seine Gedanken sammelte, schrieb er die Fassung, die letztendlich im Geest-Verlag erschien. Die Enkelkinder hätten ihn nach Lesen dieses Krimis regelrecht angefleht, die offenen Fragen, die der Band aufwarf, in einem nächsten zu beantworten, wie Arenhövel ausführte. So sei der zweite Band entstanden, der Das Geheimnis von Güntsches Ruh titelt. Den Schülern der 5c gefiel die Deutschstunde ausnehmend gut, wie sie einhellig befanden. Den Autor des Romans persönlich kennengelernt zu haben, ist dabei sicher Motivation, die 396 Seiten des Bandes mit ganz anderen Augen zu lesen.

Antje-Gesine Marsch @12.01.2012

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