Ein Leben für die Musik

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert besuchte die Stadt Greiz
Steffen Lorenz an der Greizer Kreutzbach-Jehmlich-Orgel. Foto: Antje-Gesine Marsch

Am Donnerstag verstarb der Greizer Kirchenmusiker Steffen Lorenz

GREIZ. Nach langer Krankheit verstarb am vergangenen Donnerstag der Greizer Kirchenmusiker Steffen Lorenz. Der gelernte Steinmetz, im Jahr 1944 in Oederan geboren, kam 1988 nach Greiz und begann bald mit dem Aufbau eines Liebhaberorchesters. Als ehemaliger Kontrabassist und Kirchenmusiker erließ er im Jahre 1990 einen Aufruf zur Mitwirkung in einem „Collegium musicum“, fand Gehör und konnte bald das „Greizer Collegium musicum“ gründen. Steffen Lorenz und die Mitglieder des neu gegründeten gleichnamigen Vereins probten und konzertierten seitdem ehrenamtlich; die Musik des Barock und der Klassik standen im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Insgesamt leitete Steffen Lorenz in diesen Jahren achtzig Konzerte. Dazu gehörten beispielsweise Auftritte in der Reihe „Orgeln im Reußenland“ (2002), ein Konzert zur Eröffnung der „Greizer Musikwochen“ (1996), mehrere Benefizkonzerte zur Erhaltung Greizer Kirchen, ein Konzert in Gauchy (Frankreich) im Rahmen des Austauschs der Musikschulen Gauchy und Greiz und die jährliche Ausgestaltung des Neujahrsempfangs des Bürgermeisters der Stadt Greiz.
Ein Höhepunkt in der Veranstaltungstätigkeit des Greizer Collegium musicum war die musikalische Ausgestaltung des Europatages am 5. Mai 2000, den die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zum Anlass nahm, die Gartensaison 2000 im Greizer Park zu eröffnen. Das Collegium musicum trug zunächst im Gartensaal des Sommerpalais Sätze aus einer Ouvertüre von Georg Philipp Telemann vor; anschließend ging es mit Instrumenten, Pulten und Noten hinaus in den Park, wo das restaurierte Küchenhaus seiner Nutzung übergeben wurde und letztlich untermalte das Orchester musikalisch das Pflanzen einer Scheinzypresse als letzten Baum im neu aufgeforsteten „Pinetum“.
Die Vorbereitungsarbeit, die Wahl der zu spielenden Stücke, die Notenbeschaffung, das Engagement von Aushilfen und weitere organisatorische Arbeit lag ebenso in seinen Händen. Große Unterstützung in seiner Arbeit fand Steffen Lorenz stets bei seiner Frau Christiane, die mit den Schülern ihrer Gesangsklasse der Greizer Musikschule „Bernhard Stavenhagen“ in unzähligen Konzerten mitwirkte.
Im Juni 2007 begingen die Musiker vor der Rotunde im Fürstlich Greizer Park das fünfzehnjährige Bestehen des Kammerorchesters mit einem Konzert. Aus gesundheitlichen Gründen gab Steffen Lorenz Ende des Jahres 2007 die Leitung des „Collegium musicum“ ab und wurde im gleichen Jahr für seine verdienstvolle Arbeit von Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) mit dem Ehrenbrief des Ministerpräsidenten des Landes Thüringen geehrt. Auch solistisch konzertierte Steffen Lorenz auf seiner geliebten Kreutzbach-Jehmlich-Orgel in der Stadtkirche „St. Marien“: Sei es bei der Ausgestaltung von Gottesdiensten und Veranstaltungen oder dem „Orgelpunkt 12“. Die „Musik im Kerzenschein“ gehörte über viele Jahre zu den schönsten Konzerten in der Weihnachtszeit. Als Honorarlehrkraft der Musikschule unterrichtete er im Fach Orgel und bereitete junge Musiker auf ihr Studium an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden vor.
Rastlose Hingabe zu seinen Aufgaben, liebevolle Fürsorge, starkes Gottvertrauen und Heiterkeit bestimmten sein Leben. Die Musikfreunde der Stadt Greiz werden Steffen Lorenz für immer ein ehrendes Gedenken bewahren.

Antje-Gesine Marsch