Carolinenschule Obergrochlitz: Anbau festlich eingeweiht

Mit einer Feierstunde wurde der Anbau der Carolinenschule in Greiz-Obergrochlitz festlich eingeweiht

GREIZ-OBERGROCHLITZ. Sein Haus auf Fels zu bauen und nicht auf Sand, nannte der Vorstand des Diakonievereins Carolinenfeld e.V. ., Dr. Wolfgang Gündel als biblisches Gleichnis aus Matthäus 4, Vers 24 bis 26 zum Carolinenschulen-Anbau, der am Mittwochvormittag feierlich seine Einweihung erfuhr.

Mit dem Lied „Ich bin da“ und weiteren musikalischen Programmpunkten wurden die Gäste von den Mädchen und Jungen der Bildungseinrichtung herzlich begrüßt. Im Beisein von Landrätin Martina Schweinsburg (CDU); Bürgermeister Gerd Grüner (SPD); Ortsteilbürgermeister Jürgen Frantz; Amtsleiter Thomas Enke; dem Vorsitzenden des Ausschusses Schule, Kultur, Sport des Kreistages Greiz, Jens Dietzsch, sowie vieler Pädagogen, Therapeuten, Vertretern befreundeter Schulen, Kindergärten, Baufirmen, Geistlichen und Helfern ging der Vorstand des Diakonievereins Carolinenfeld, Dr. Wolfgang Gündel nicht nur auf den festlichen Moment ein, sondern resümierte ein Vierteljahrhundert Carolinenschule. „Wir haben eigentlich immer gebaut“, wie er mit einem Augenzwinkern bemerkte.

Zurückblickend auf die Anfänge nach der politischen Wende, als man vom ehemaligen Waisenhaus im Ort und der Außenstelle in Irchwitz kommend in der damaligen POS „Bertolt Brecht“ ein neues Domizil fand, über den Anbau der Aula, der Sport-und Therapiehalle, bis hin zu den ersten Ideen, das Projekt des Schulanbaus zu verwirklichen, reichten die Gedanken des Vorstandes.

Mit dem Anbau wurde die letzte Baulücke des Komplexes geschlossen, betonte Dr. Wolfgang Gündel, der den regionalen Firmen dankte, die in einer exakt einjährigen Bauzeit das Gebäude errichteten.
Schulgeschichte und Bildungsarbeit standen stets im Kontext – davon zeigt sich Dr. Gündel überzeugt. Zwar habe man mit der Gründung der Carolinenschule vor 25 Jahren „viel Neuland betreten“, doch bedeutete der Anspruch der Diakonie „helfen, fördern, beraten“ stets das „höchste Gut“.

Die Zeiten, als Schüler nur „praktisch bildbar“ waren, gehören der Vergangenheit an – die Gegenwart definiere „Partizipation und Teilhabe als Ziele“. Zur Bildung der Carolinenschüler gehören heute nicht nur das Erlernen von Lesen und Schreiben, sondern auch Naturwissenschaften, Englisch, Religion – eine „breit gefächerte Bildung“, wie Dr. Gündel unterstrich. Merkmal sei immer der „integrative Ansatz“, auch, dass theapeutische Leistungen in die Bildung eingebunden werden.

Mit dem „gelungenen Konzept“ entwickle man nicht nur Individualität der Kinder und Jugendlichen, sondern auch das Einfügen in die soziale Gemeinschaft. Dass man an der Schule keinen „Frontunterricht“ abhalte, sondern ganz spezielle Lernformen praktiziere, zu denen ein Pilotprojekt der Montessori-Pädagogik gehört, aber auch der Umgang mit modernen Medien, Musiktherapie und sensomotorische Förderung, sei das besondere an der Bildungseinrichtung. Die „pädagogische Welt“ auch Interessierten näher zu bringen, schlug Dr. Gündel den Gästen vor und lud herzlich zum Hospitieren und „Unterrichts-Schnuppern“ ein.

Ein besonderes Dankeschön sprach Dr. Wolfgang Gündel den beiden Helfern und Heimbewohnern Axel Albrecht und Joachim Bauer aus, die auf der Baustelle für „Ordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit“ sorgten. Unter dem Beifall der Gäste erhielten die beiden Männer ein Präsent überreicht.
Grußworte sprachen auch Landrätin Martina Schweinsburg, Bürgermeister Gerd Grüner, Oberpfarrer Michael Behr, Unternehmer Toralf Zipfel und Architekt Stephan Seiffert, der zudem den überdimensionalen Schlüssel für das Gebäude an einen Schüler überreichte. Ortsbürgermeister Jürgen Frantz sprach seine Überzeugung aus, dass die Obergrochlitzer die Bewohner und Schüler von Carolinenfeld schon immer akzeptierten und lobte das freundliche Miteinander. Den Segen sprach Pfarrer Ulrich Krause.

Bei einem anschließenden Rundgang durch das neue Gebäude und einem Imbiss konnten die Gäste und Schüler gut ins Gespräch kommen.

Antje-Gesine Marsch @26.10.2016