Bürgerstiftung Greiz sorgt für Badespaß in Kindergärten

Fünf Greizer Einrichtungen können sich über neue Pools freuen
GREIZ. Seit heute können sich die Kindergärten in Cossengrün, Hohndorf, Moschwitz, Reinsdorf und in der Greizer Beethovenstraße über neue Kinderpools freuen. Angesichts tropischer Temperaturen kam die Aktion des Freundeskreises Bürgerstiftung Greiz e.V., die 244 x 46 cm großen Pools mit Metallwand zu stiften, bei den Kindern natürlich super an. „Oh, ein Pool“ bekamen Christiane Maria Gräßer und Torsten Röder scharfsinnig von kleinen Steppkes gleich zweimal an den Eingangstüren entgegengeschmettert, was bei den Erwachsenen für Heiterkeit sorgte.

Im August 2015 ist die 70-Jahre-Festwoche des Kindergartens Hohndorf
Im Kindergarten Hohndorf wurden gleich zwei Exemplare der kleinen Schwimmbäder dort gelassen. Die Leiterin dieses Kindergartens, Petra Loos, ist nämlich auch für den Kindergarten in Cossengrün verantwortlich. „Wir wollen mit dieser Spende ganz bewusst für die neuen Außenortsteile ein Zeichen setzen, dass sie nach der Eingemeindung in Greiz herzlich willkommen sind“, begründete Christiane Gräßer, die Vizepräsidentin des Freundeskreises, die Entscheidung für diese beiden Einrichtungen. Dass der Kindergarten Hohndorf diese Woche sein 70-jähriges Jubiläum feiert, war zum Zeitpunkt der Entscheidung (noch) nicht bekannt. Dafür kamen die beiden Vertreter des Freundeskreises auch in den Genuss eines kleinen Programmes, das die Kinder für die ebenfalls anwesenden ehemaligen Kindergärtnerinnen vorführten. Auch Dr. Klaus Machalett war anwesend. Er erinnerte sich schmunzelnd daran, dass er 1948 als eines der ersten Kinder von der Landesgrenze immer in diesen Kindergarten gebracht wurde. Anfangs fungierte das Gebäude auch als Schulhort, so dass bis 1954 dieses Gebäude sozusagen seine „2.Heimat“ wurde. Bei einem Rundgang durch das Haus bestaunten die Gäste die positiven Veränderungen der Rahmenbedingungen für die Kinder. Das „hohe Alter“ der Einrichtung sieht man weder dem Gebäude noch den Gruppenräumen an – alles zeigt sich hell und freundlich. Mit einem fröhlichen „Daaaankeschöööön“ verabschiedeten die Kinder die beiden Vertreter der künftigen Bürgerstiftung.

Kindergarten „Geschwister Scholl“ war zweite Station
Die zweite Station von Gräßer und Röder war der Kindergarten „Geschwister Scholl“ in der Beethovenstraße. Dessen Leiterin, Sabine Linzner erwartete die Besucher schon und führte sie in den oberen Außenbereich. Das sorgte bei den beiden Gästen für Überraschung, denn wie viele Greizer kannten sie das Areal gar nicht. „Die meisten Greizer denken, wir haben nur den kleinen Spielplatz unten an der Straße. Nur Ìnsider kennen die große Wiesenfläche mit Spielgeräten oberhalb des Gebäudes“, freute sich Linzner über diese Überraschung. Hier schallte den beiden Bürgerstiftern das erste Mal dieses „Oh, ein Pool“ entgegen und die Kinder stürzten sich sofort auf die Packung, um sie in Augenschein zu nehmen. Die Ankündigung der Erzieherinnen, bei Wetterbesserung den Pool morgen gleich in Betrieb zu nehmen, sorgte für Jubel unter den Knirpsen.

Auch Kindergarten Reinsdorf freut sich über einen neuen Pool
Von hier aus ging es weiter nach Reinsdorf. Noch bevor überhaupt das Außengelände des Kindergartens erreicht war, stellte auch hier am Eingangstor ein kleiner Mann messerscharf fest: „Oh, ein Pool!“. Vor Kindern lässt sich also wirklich nichts geheim halten! Die Erzieherin, Frau Schiefner erklärte den beiden Vereinsvorständen, dass diese Sachspende genau zum richtigen Zeitpunkt kommt: „Unser bisheriger Pool hat gerade den Geist aufgegeben“. Zwar wäre ein Aufpumpen dank elektrischer Pumpe weniger das Problem gewesen. Wenn allerdings die Dichtheit der Gummiringe nachlässt, nützt auch die beste Pumpe nichts. Für das obligatorische „Beweisfoto“ wollten die „starken Jungs“ unbedingt den Karton halten, was natürlich gern gewährt wurde. So wie die aktuelle Wetterlage ist, wird der Pool nicht lange im Karton bleiben. Für Reinsdorf hatte sich der Vorstand des Freundeskreises Bürgerstiftung Greiz e.V. entschieden, weil die Eltern am Frühjahrsputz „Gemeinsam geht´s besser!“ seit 2013 rege teilnahmen. Neben „Bürger für Bürger“ ist auch „geben und nehmen“ eines der Grundprinzipien jeder Bürgerstiftung. Je mehr man sich untereinander hilft, umso mehr kann gemeinsam auf die Beine gestellt werden.

Last but not least: Kindergarten „Spatzennest“ in Moschwitz
Letzte Station der Spendentour war der Kindergarten „Spatzennest“ in Greiz-Moschwitz, gerade noch rechtzeitig vor dem Mittagessen. So konnte KiTa-Leiterin Maria Mette den Kindern den Pool präsentieren. Die Eltern dieses Kindergartens hatten sich 2015 das erste Mal an der Frühjahrsputzaktion „Gemeinsam geht’s besser“ beteiligt und binnen weniger Stunden unter anderem Hochbeete gezaubert. So viel Engagement sollte belohnt werden, auch wenn die handwerklich begabten Vatis selbst vom gespendeten Pool kaum etwas haben werden. Aber wenn die Kinder zu Hause mit Freude strahlenden Augen darüber berichten, dass sie bei dieser Hitze planschen konnten, dann erinnern sich möglicherweise auch die Eltern an das „gemeinsam“ zugunsten Greizer Kindern.

Natürlich könnte die künftige Bürgerstiftung Greiz oder dessen Förderverein noch mehr machen. Dafür benötigen wir aber aber mehr Mitstreiter. So sucht die Bürgerstiftung noch Gründungsstifter- das kann man schon ab 250.-Euro werden, die sogar angespart werden können. Für Förderer der Bürgerstiftungsidee dürfte der jährliche Mitgliedsbeitrag für den Freundeskreis von gerade mal 12.-Euro im Jahr (!) keinen finanziellen Kollaps bedeuten. In beiden Fällen gilt das Motto: „Wenn viele wenig geben, kann dennoch Großes entstehen“. Auch Zeitstifter sind herzlich willkommen. Also Menschen, die vielleicht nicht so viel Geld haben, aber sich dafür persönlich engagieren wollen. Es liegt an uns (aktiven wie ehemaligen) Greizerinnen und Greizern selbst, ob wir angesichts schmaler kommunaler Kassen den Kopf in den Sand stecken oder sich die Bürger wieder auf die eigene Kraft besinnen.

Freundeskreis Bürgerstiftung Greiz e.V./tr @12.08.2015