Nach Geschichte hinter den Bildern fragen

Austellung »Bilder im Kopf - Ikonen der Zeitgeschichte«
Heinz Klügel, Gerd Grüner und Rainer Koch (v.l.) stoßen gemeinsam auf die Ausstellung an.

Beeindruckende Sonderausstellung »Bilder im Kopf – Ikonen der Zeitgeschichte« im Greizer Unteren Schloss eröffnet

GREIZ. Die „Erweiterung der Betrachterkompetenzen“ nannte Museumsleiter Rainer Koch zur Ausstellungseröffnung von „Bilder im Kopf – Ikonen der Zeitgeschichte“ am Sonntagvormittag im Greizer Unteren Schloss als erklärtes Ziel. „Bilder begleiten uns ein ganzes Leben lang“, so Koch in seiner Eröffnungsrede. Seit den 1960er Jahren, als das Fernsehen Einzug in die Wohnzimmer hielt, sei es geradezu eine „Flut von Bildern“, die man tagtäglich sehe und verarbeiten müsse.

„Viele Bilder haben sich in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingebrannt“, wie der Museumsleiter ausführte. Doch erinnere man sich auch an das entsprechende Ereignis dazu? Anhand mehrerer Beispiele erläuterte Koch, inwieweit Bilder Meinungen bilden und sogar die Geschichte beeinflussen können. Etwa der Tod des Studentenführers Benno Ohnesorg im Jahre 1967 oder die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer zehn Jahre später. Oder ein Foto, das fünf junge Leute am legendären 11. September 2001 während einer Rast am New Yorker East-River zeigt, während im Hintergrund schwarze Rauchschwaden der brennenden Twin Towers aufsteigen.

Bilder, die unter die Haut gehen, die betroffen machen, aber auch Geschichte reflektieren und dokumentieren. Die altehrwürdigen Museumsräume wurden dazu so umgestaltet und mit modernster Technik ausgestattet, dass der Betrachter tief in die Geschichte eintauchen kann und sich mittels digitaler Ton- und Bilddokumente ein objektives Bild der Geschehnisse machen kann. Man müsse diese „besondere Ausstellung“, so Bürgermeister Gerd Grüner, vor allem auch Schülern zugänglich machen. Die Ausstellung, die vorher im Willy-Brandt-Forum und im Haus der Geschichte in Bonn gezeigt wurde, ist bis März kommenden Jahres in Greiz zu sehen. Für die musikalische Ausgestaltung der Vernissage sorgten in virtuoser Weise Konzertpianistin Irina Troian und der Konzertmeister der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach, Sergej Synelnikow.

Antje-Gesine Marsch @10.10.2010