Berta, das Ei ist hart!

Liebes- und andere Gemeinheiten im Greizer Museum - Theaterherbst-Ensemble unterhält im voll besetzten Weißen Saal
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Liebes- und andere Gemeinheiten im Greizer Museum – Theaterherbst-Ensemble unterhält im voll besetzten Weißen Saal

GREIZ. In einem Telefonat berichtet Ruth Seifert en detail von einem spannenden Krimi. „Alle Jahre das gleiche Drama!“, konstatierte Museumsleiter Rainer Koch am Silvesternachmittag im voll besetzten Weißen Saal des Unteren Schlosses Greiz. Man verabschiedet sich vom alten Jahr und begrüßt ein neues. Um den Abschied etwas leichter zu machen, sollte das Ensemble des Greizer Theaterherbstes die letzten Stunden des Jahres „etwas versüßen“, so Koch. In sieben kurzen Szenen versuchten die Mimen solch brennende Fragen, wie „Welches ist die schönste Lebenserinnerung der 100-jährigen Frau Ehrenzeller“ oder „Was eigentlich ist Hundeöl?“ zu klären.

Hier lieferte Ambrose Bierce, der als einer der Erfinder der modernen Horrorliteratur gilt, und in der schaurig-übersinnlichen Welt eines Edgar Allan Poe, wie in der sarkastischen Tradition eines Mark Twain beheimatet ist, die Vorlage zu einer bitterbösen Szene, die Ensemblemitglied Petra Walter ebenso authentisch wiedergab. „Nichts für schwache Nerven!“, hieß es gleich zu Beginn des Stückes: Ein kleiner Junge, dessen Mutter „ungewünschte Babies“ beseitigt, während der Vater Hundeöl herstellt, hilft dabei, beide Geschäfte zu kombinieren.
Viel boshafter als anfangs erwartet, endet das Stück, indem die Eltern nach einem erbitterten Kampf den Freitod im siedenden Hundeöl wählen. Oder die Szene „Krimi“, in der Ruth Seifert in einem Telefonat unbedingt den Tathergang eines jüngst gesehenen Krimis detailgetreu schildern muss.

In Loriots bekanntem Sketch „Das Ei“, in dem Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern auf die Schippe genommen werden, konnten Marianne Begand und wiederum Petra Walter überzeugen.
Herrlich komisch die Dialoge: „Eine Hausfrau hat das im Gefühl!“ – „Vielleicht stimmt etwas mit deinem Gefühl nicht!“ und dann die allbekannte Schluss-Szene: „Ich bringe sie um! Morgen bringe ich sie um!“ Alles in allem eine in sich geschlossene, gute Stunde Unterhaltung, die mit herzlichem Beifall des begeisterten Publikums bedacht wurde.
Ein sich anschließender kleiner Sektempfang machte es noch etwas leichter, sich vom alten Jahr zu verabschieden.

Antje-Gesine Marsch @ 31.12.2007

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