ZIBA-Bau: Innovatives Bauen in altehrwürdigem Gemäuer

Firma ZIBA-Bau stellt sich dem komplizierten Bauprojekt auf dem Oberen Schloss – Rundgang gibt Aufschlüsse über die Entwicklung

GREIZ. „Innovatives Bauen im altehrwürdigen Gemäuer“ – unter diesem Thema stand am Dienstagabend eine gemeinsame Veranstaltung des Bundesverbandes Mitteldeutsche Wirtschaft (BVMW) und der ZIBA-Bau GmbH im Pferdestall des Oberen Schlosses.

Die ZIBA-Bau GmbH ist ein Familienunternehmen mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Hoch – und Ingenieurbau, das sich unter anderem vielfältig bei Gesellschaftsbauten, Industrie – und Gewerbebauten, Brücken, Stützmauern und auch Wohnbauten bewährte.
Geschäftsführer Toralf Zipfel stellte den anwesenden Gästen zu Beginn die Firma im Porträt vor, um dann Architekt Matthias Hamann vom Greizer Architekturbüro Schubert-Hamann-Dinkler das Wort zu übergeben, der zur Thematik und den zu bewältigenden Herausforderungen sprach.

Einem kurzen Abriss über die bisherigen Bauarbeiten auf dem Oberen Schloss folgte eine detaillierte Schilderung des geplanten Sanierungsprojektes in den Häusern Nr. 7 und 8, die besonders durch die markante Holzbalustrade hervorstechen.
Durch die Hochwasser-Ersatzfinanzierung, die zu einhundert Prozent vom Land Thüringen kommt, sei es möglich geworden, in diesem Jahr mit der Realisierung des Vorhabens zu beginnen, so Hamann. Das Hochwasser 2013 zerstörte unter anderem auch die Magazinräume der Museen in der Goldenen Aue. Dieses Magazin wird nach Fertigstellung im Dachgeschoss sein neues Domizil beziehen; zudem soll im 2. Obergeschoss einer Sonderausstellungsbereich entstehen und dem Museum zur Verfügung stehen.

Im Zwischengeschoss ist geplant, zwei Appartements einzurichten. Das Nutzungskonzept beinhaltet auch, den anmietbaren Veranstaltungsbereich in das Obergeschoss zu verlegen, das mit entsprechenden Cateringräumen und Sanitärtrakts ausgestattet wird.
„Das Museum samt großem und kleinem Fürstensaal ist alarmgesichert“, erklärt Matthias Hamann. Das habe bei den Mietern der Säle oft Missstimmungen erzeugt. Deshalb habe man die strukturierten Vorschläge auf das Haus 8 übertragen, in dem die Feierlichkeiten in Ruhe abgehalten werden können. „Auch hier gibt es zwei wunderschöne Säle“, weist Hamann auf den Jagdsaal aus dem Jahr 1650 mit einer beeindruckenden Stuckdecke und einen weiteren Saal aus dem Jahr 1540 hin.

Die technischen Bereiche, wie Lüftung und Heizung, müssen dazu ebenfalls ertüchtigt werden. Im Erdgeschoss, einem Raum mit imposanten Kreuzgewölben, soll ein Kassenfoyer entstehen mit Garderobe und Museumsshop im Tonnengewölbe. Die Treppe führt an dem zweiten entdeckten, verschütteten Brunnen vorbei, erklärt der Architekt und profundeste Kenner der Bauentwicklung auf dem Oberen Schloss. Rettungswege findet man über das Treppenhaus – dazu wurden Stahlkonstruktionen eingefügt.

Geplant ist weiterhin der Einbau eines Aufzuges, der bis ins Kellergeschoss verlängert werden soll. Damit wäre das Haus auch barrierfrei erreichbar, betont Hamann. Innerhalb des Gebäudes wurden Bohrpfähle eingebaut, um ein neues Kellergeschoss zu schaffen. „Dazu müssen wir in den Fels hinein bauen“, schildert Toralf Zipfel die höchst beschwerliche Arbeit. Oft könne man dabei keine technische Hilfe in Anspruch nehmen, sondern in Handarbeit verfahren.

Ende des Jahres 2017 soll die Vertiefung ausgehoben sein, avisiert Matthias Hamann an. Den konkreten Ablaufplan könne man noch nicht konkretisieren, denn oft stoße man auf neue Herausforderungen. „Jede Generation vor uns hat Dinge bedenkenlos verändert“, weiß Matthias Hamann und relativiert: „Mit der Firma ZIBA hat sich der Bau sehr gut angelassen; es klappt alles gut und reibungslos.“ Im Gegenzug versprach Toralf Zipfel mit einem Augenzwinkern, das Schloss trotz intensiv-grundhafter Bauarbeiten stehen zu lassen.

Der grauen Theorie folgte ein geführter Rundgang über die Baustelle, wobei Architekt Matthias Hamann und ZIBA-Geschäftsführer Toralf Zipfel die brennenden Fragen der interessierten Gäste beantworteten.

Antje-Gesine Marsch @18.05.2017