Was danach kommt…

Über 350 Gäste erlebten am Mittwochnachmittag eine glanzvolle Aufführung der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter Leitung von GMD Stefan Fraas.
Über 350 Gäste erlebten am Mittwochnachmittag eine glanzvolle Aufführung der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter Leitung von GMD Stefan Fraas.

Die Vogtland Philharmonie plant Großes – wenn möglich

Schaltjahre bringen irgendwie nichts Gutes – dafür ist 2020 ein trauriger Beweis. Kalendarisch wird ab Januar also alles besser – theoretisch. Doch eh die kratertiefen Corona-Einschläge wieder aufgefüllt sind, fließt wohl noch viel Wasser in Göltzsch und Elster hinunter.
Für Kulturschaffende ist es gerade alles andere als leicht, eine halbwegs vernünftige Veranstaltungsplanung auf die Beine zu stellen – wenn sie überhaupt Schaffende sein dürfen. Zu groß sind die Ungewissheiten, die aus den pandemiebedingten Verordnungen resultieren.
Auch bei der Vogtland Philharmonie kann man ein Lied davon singen. Zwar ist der Konzertkalender weiterhin voll gefüllt – die Veranstalter wollen, das Publikum auch, die Musiker erst recht – doch das „Wie“ hat drei große Fragenzeichen – bestes Beispiel: die Sinfoniekonzerte. Bereits nach den bisherigen Sonderregeln war es nicht mehr möglich, annähernd 1.000 Abonnenten mit monatlich zwei Konzerten zu erfreuen. Es wurden Hygienekonzepte erstellt, Abstände eingehalten und schlussfolgernd auf fünf Konzerte erweitert. Mehr Aufwand, mehr Kosten, aber es hat funktioniert. Wenn aber je nach Inzidenzwert entschieden werden muss, wie viele Menschen in ein Veranstaltungshaus dürfen, kann man selbst heute kaum sagen, wie und ob ein Konzert morgen stattfinden wird. An Bachs Weihnachtsoratorium mit großer Besetzung und noch größerem Chor ist nicht zu denken, wenn bereits die Zahl der Mitwirkenden die Zahl der zulässigen Personen übersteigt. Im Januar standen allein 24 Silvester- und Neujahrskonzerte im Kalender, Verträge waren geschlossen, Solisten verpflichtet, Werbung veröffentlicht und nun die traurige Gewissheit, bis Ende Januar ist alles abgesagt. Eine Verlegung einzelner Termine ist aufgrund des ohnehin vollen Terminkalenders der Philharmonie 2021 nicht möglich.
Für die Zeit „danach“ ist unglaublich viel Kreativität gefragt: musikalisch spannende Sinfoniekonzertprogramme, Frühlingskonzerte, Musicalgalas mit Weltstar Angelika Milster und die Hoffnung auf die Freiluft-Saison. Beginnen soll sie Pfingstsamstag mit Rock Classics an der Göltzschtalbrücke, Serenadenkonzerte Pfingstsonntag und -montag auf Schloß Burgk und dem Greizer Sommerpalais (eventuell im Freien), Perlen der italienischen Oper am 5. Juni auf der Seestern Panorama-Bühne Zeulenroda. Mit Weltstar Johnny Logan und der Symphony for Ireland gastiert die Philharmonie am 19. Juni in Mittweida und am 14. August in Auerbach/V und auch das Beste aus Klassik, Rock und Pop in Kirchberg, Filmmusiken in Waldheim, Queen Classic Night zum Parkfest in Lengenfeld, Sounds of Hollywood im Parktheater Plauen, die romantischen Burg Classics auf der Burgruine Reichenfels oder Philharmonic Rock in Penig und Gefell sind nur eine kleine Auswahl.
Die Liste ist lang, doch nichts ist derzeit so beständig wie die Veränderung und am wichtigsten daher der Blick auf www.vogtland-philharmonie.de. Es heißt also, neugierig zu bleiben und von einem kulturvollen Jahr 2021 zu träumen – am besten mit Veranstaltungstickets unter dem Weihnachtsbaum.

Matthias Pohle
Dramaturgie & Öffentlichkeitsarbeit
Vogtland Philharmonie