Verlorenes Paradies

Harnacksche Villa in der Zentstraße 1

GSM AG Greiz ließ Anleger im Regen stehen Hauptsitz in der Zentastraße 1 seit Wochen verwaist

Harnacksche Villa in der Zentstraße 1
Die ehemalige Harnacksche Villa in der Zentstraße 1,Sitz der GSM AG Greiz
GREIZ. Ein Seniorenparadies sollte Greiz werden zumindest im Geiste von Florian G., des Vorstandes der GSM-AG (Gesellschaft für professionelles Sachwert Management-AG), die vor zwei Jahren ihre Zelte in der Elsterstadt aufschlug und die Villa in der Zentastraße 1 zu ihrem Hauptsitz wählte. Das Harnacksche Anwesen, wie es die älteren Greizer noch kennen, diente zu DDR-Zeiten den Lehrlingen des VEB Papierfabrik als Wohnheim; nach der politischen Wende zog die AOK in die Villa ein. Im Jahre 2008 wurde es durch die GSM AG erworben und für zwei Millionen Euro von Grund auf saniert. Sogar die Neustadtperle 2010 wurde der ehemaligen Fabrikantenvilla zuerkannt. Hehre Ziele hatte sich Vorstand G. seinerzeit auf die Fahnen geschrieben so sollte neben Büro-und Schulungsräumen auch hochwertiger Wohnraum entstehen: vier große Wohnungen und ein Appartement, die mittels Lift erreicht werden sollten. Noch größere Pläne offenbarte man neben dem Kauf zweier Häuser auf dem Salzweg 57 und 59, in dem 14 Wohnungen samt Kinderspielplatz entstehen sollten, eines Hauses in der Gerichtsstraße 22 und eines in der Grünrathstraße 3 mit dem Heyerschen Haus in der Carolinenstraße 4/6 und der gegenüberliegenden Villa, Carolinenstraße 5, Ecke Stavenhagenstraße. Doch nun wird seit Februar gegen den Vorstand der GSM AG, Florian G. staatsanwaltschaftlich wegen Betruges ermittelt. Die Investitionen in diese Greizer Immobilien sollten aus Lebensversicherungen, die man von Anlegern rückkaufte, getätigt werden. Doch nicht ohne Grund wird oft vor dem Abschluss von Lebensversicherungen gewarnt; solange man pünktlich die Beiträge zahlt, ist alles in Ordnung. Treten allerdings finanzielle Sorgen auf oft auch krankheitsbedingt müssen viele Versicherungsnehmer ihre Geldanlage für das Alter verkaufen der Rückkaufwert liegt
GSM AG Greiz
Firmenschilder am Anwesen der Zentastraße 1
allerdings weit unter der eingezahlten Beitragssumme. Von der GSM AG Greiz wurde Anlegern angeboten, Lebensversicherungen beziehungsweise deren Rückkaufswert anzukaufen. Und das natürlich zu Super-Konditionen, wie man versprach. Diese Rückzahlung des Kaufpreises sollte über verschiedenen Möglichkeiten erfolgen und den Anlegern wurde fest versprochen, dass sie einen weitaus höheren weil fast doppelten Betrag erhalten würden. Ein Jahr lang sei alles gut gegangen, wie ein Betroffener berichtete. 700 Euro monatlich seien geflossen, bis dann das böse Erwachen kam und die versprochenen Beträge ganz ausblieben: Ich hatte meine ganzen Ersparnisse verloren. Seit Ende Juni ist die Tür zur GSM AG in der Zentastraße geschlossen; der Empfangstresen leer, das Firmenschild abmontiert. Bereits im März wurden die Anleger von der GSM AG darüber informiert, dass bis auf weiteres keine Auszahlungen im Hinblick auf die Ratenzahlungen aus den Kaufverträgen erfolgen würden, da die Staatsanwaltschaft ermittle. Auch Greizer Bürger sind betroffen. Einige haben sich bereits anwaltlichen Beistand eingeholt und wollen gegen die GSM AG klagen. Es bleibt spannend, noch dazu sich durch die Recherche noch weitere Ungereimtheiten erschlossen. Fortsetzung folgt.
Antje-Gesine Marsch @05.09.2012

6 Kommentare zu Verlorenes Paradies

  1. Hallo zusammen.
    Mir geht es genauso .
    Zahlungen wurden eingestellt.
    An wen soll man sich wenden ?
    Glaube das Geld ist wohl weg.
    Oder gibt es neue erkenntnisse ???
    Würd mich freuen wenn das mal jemand Postet.

  2. Hallo zusammen.
    Mir geht es auch so .
    Zahlungen wurden eingestellt.
    Kann mir jemand sagen ob es schon was neues gibt?
    Ich glaub das Geld ist wohl weg.
    Oder gibt es noch Hoffnung?
    Habe sonst keine Adresse wo ich mih hinwenden kann.
    Vielen Dank schonmal

  3. Eine förmliche Zustellung an die Berliner Adresse der GSM in der Kurfürstenstr. 79 ist gerade gescheitert. Zumindest nach Handelsregister soll dort aber der eingetragene Sitz des Unternehmens sein.

  4. Es gab nichts zu übertragen, da vorher alles beiseitegeschafft wurde. Die IMG wurde daher nicht gegründet. Die GSM AG, Greiz ist nach England übertragen und hat in Berlin eine Niederlassung. An Stelle GSM steht dort auf Brief und Klingel aber AIDA, wenn man dahin schrieb kam die Post an (AIDA co. GSM). AIDA ist aber auch schon verschmolzen in die ATLANTIK, usw, usw.. Teilweise sitzen die Betreiber des Systems ein

  5. Hallo,
    Ich warte auch auf ein Lebenszeichen von der Vogtland Immobilienmarktplatz Greiz GmbH. Im Internet ist nichts zu finden.
    Weiß jemand was es Neues gibt? Ich habe auch schon involvierte Anwälte kontaktiert, aber bis dato nichts weiter gehört, keine Antwort erhalten. Gibt es inzwischen neue erkenntnisse ?

  6. Hallo: Meine Zahlungen wurden auch eingestellt. Die Rückzahlungen aus einer stillgelegten Lebensversicherung begannen Ende November 2008 mit monatlich 71 Euro, die letzte wurde Ende Januar 2012 mit 10,65 Euro gezahlt. Was kann man tun? Angeblich wurden alle Verträge der GSM an die Vogtland Immobilienmarktplatz Greiz GmbH übertragen. Ich habe bis heute nichts mehr gehört. Im Internet findet man diese Firma nicht. Mehrere tausend Euro sind…wo? Wer weiß mehr zur Sachlage? Andreas Büthe, Bad Aibling, Oberbayern.

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