Theaterherbst-Buch in Greizer Bibliothek vorgestellt

Von Plüschhunden und Starenklappen – Werkstatt Publikation des Greizer Theaterherbstes stellt Festschrift vor

GREIZ. Es war zwar nur eine kleine Schar Interessierter, die der Einladung der Werkstatt Publikation des Greizer Theaterherbstes folgte, doch tat das der Veranstaltung, die am Donnerstagabend in der Bibliothek stattfand, keinen Abbruch. Im Podium hatten neben Werkstattleiter Karsten Schaarschmidt auch Günter Vogt, Sabine Petri, Maja Brachatschek, Fabian Gürtler und Jörg Flessa Platz genommen. Anlässlich des diesjährigen 20. Theaterherbstes habe man sich im Februar zusammengesetzt, Gedanken gemacht, Archivmaterial gesichtet und schließlich die Texte verfasst, wie Schaarschmidt sagte. So entschloss man sich, die Festivalfolgen 1 bis zwanzig in Textfassung aufzulisten, sowie ehemalige und jetzige Mitstreiter zu Wort kommen zu lassen.

„In Erinnerungen zu schwelgen“ hatten sich die Macher des Buches auch am Donnerstag vorgenommen und lasen Geschichten, die sich im Laufe der zwei Jahrzehnten so oder vielleicht auch anders zugetragen haben. Etwa die Episode, als Theaterherbst-Chef Nico Dietrich seine geliebte Setterhündin Bella kurz an der Vogtlandhalle anband, die tierlieben Mitarbeiter das wartende Tier hereinholten und mit Wasser und Streicheleinheiten verwöhnten; an das Ende der Leine aber einen kleinen Plüschhund banden. Oder wie die Klappe, wie sie auch bei Leichtathletikläufen beim Start benutzt wird, im Garten von Familie Pucher in Hainsberg nunmehr in neuer Aufgabe die Stare aus den Kirschbäumen vertreibt. Eigentlich diente sie in Wilfried Puchers Rotkäppchen-Inszenierung dazu, den Schuss auf den Wolf akustisch darzustellen.

Auch dem JazzWerk wurde ein Teil des Buches gewidmet; von der Idee, die Rudolf Kuhl Ende des Jahres 1999 hatte bis zum Status eines anerkannten internationalen Jazzfestivals. Auch auf die verschiedenen künstlerischen Leiter des Theaterherbstes, die das Festival prägten, ging die Werkstatt Publikation ein. So zitierten so beispielsweise Angelika Kühn von Hintzenstern, Lutz Gotter oder Ulrich Schwarz. Abschließend verlasen Maja Brachatschek und Karsten Schaarschmidt das Interwiew, das Schaarschmidt mit der Initiatorin des Theaterherbstes, Anna-Ludia Edingshaus von Laßberg führte. Für den musikalischen Teil des Abends zeigten sich Rudolf Kuhl (Saxophon) und Harald Seidel (Bass) verantwortlich, die jazzige Klänge zu Gehör brachten. Eine äußerst gelungene, kurzweilige Veranstaltung, die die Festschrift in allen Facetten wüdig vorstellte.

Antje-Gesine Marsch @01.12.2011