Tag der offenen Tür in der Suchtberatung Greiz

Frühzeitig der Gefahr entgegenwirken
GREIZ. Suchtprobleme von Müttern und Vätern stehen in der Woche vom 9. bis 15. Februar im Mittelpunkt einer Aktionswoche zum Thema Kinder aus Suchtfamilien. Mehr als ein Dutzend Veranstaltungen finden dazu in ganz Thüringen statt. Relativ kurzfristig fiel auch die Entscheidung der Suchtberatung im Diakonieverein Carolinenfeld und dem Kinder-und Jugendschutzdienst Die Insel aus, sich an dieser Aktionswoche mit einem Tag der offenen Tür zu beteiligen. Seit Dezember ist Babette Ketterl in der Suchtberatung, seit zweieinhalb Jahren für die Insel tätig. Der Tag der offenen Tür am Montag sollte auf die Thematik hinweisen, dass nicht nur suchtkranke Eltern Hilfe und Unterstützung bekommen, sondern eben auch die Kinder aus diesen Familien, wie die junge Frau betont. Doch sei es nicht einfach, an diese Kinder heranzukommen, weiß Frau Ketterl aus Erfahrung. Suchtkranke Eltern schaden oft ihren eigenen Kindern; Gewalt gegen sie steht häufig auf der Tagesordnung, umreißt die Fachfrau die Thematik, die in der Gesellschaft noch oft tabuisiert wird. Betroffen seien nicht nur Kinder aus sogenannten schwachen sozialen Verhältnissen, sondern aus allen Schichten der Bevölkerung. Über die Hälfte der Kinder, die in der Insel beraten werden, haben familiäre Probleme. Babette Ketterl weiß, wovon sie spricht ihre Masterarbeit hat sie zu diesem Thema geschrieben. Wie sie einschätzt, hat sich der Bedarf der Information und vor allem Hilfe in den letzten Jahren erhöht. Genau da müsse man ansetzten, in die Schulen gehen, Aufklärung leisten und Unterstützung anbieten. Die Gefahr, dass Kinder aus suchtgefährdeten Familien selbst einer Sucht erliegen, sei groß. Deshalb ist die frühzeitige Hilfe so wichtig, unterstreicht Babette Ketterl. Optimal sei dabei, weiterhin die Kooperation der Suchtberatung und des Kinder-und Jugendschutzes zu pflegen und weiterzuentwickeln. So plant sie, in etwa einem halben Jahr wieder einen Tag der offenen Tür durchzuführen.

Antje-Gesine Marsch @11.02.2014