Süßer die Glocken nie klingen

Greizer Volkskunstensemble stimmt in Pohlitzer Kirche musikalisch auf die nahende Weihnacht ein

GREIZ. „Einstimmen auf die nahende Weihnacht, einfach zuhören und in Gedanken wieder in die Kindheit zurückversetzen“ nannte Cornelia Gebhardt, Kirchenälteste der Gemeinde Pohlitz, am späten Sonnabendnachmittag als guten Anlass, dem Konzert des Greizer Volkskunstensembles zu lauschen.

Zum dritten Mal gastierte der Chor in der Kirche und brachte den zahlreichen Zuhörern am Vorabend des vierten Advents das Weihnachtsfest musikalisch nahe. Obwohl die Choristen durch krankheitsbedingte Ausfälle stimmlich etwas geschwächt auftraten, zog sofort vorweihnachtliche Stimmung in den Kirchenraum ein. Die Sängerinnen und Sänger unter bewährter Leitung von Karlheinz Naumann spannten auch auf der diesjährigen Weihnachtstournee einen weiten musikalischen Bogen, der vom A-cappella-Lied über geistlichen Gesang bis hin zu typisch erzgebirgischen Weisen reichte. Dass sich das Volkskunstensemble besonders letzterer Gattung mit Hingabe zuwendet, bewiesen sie auch zum Konzert in Pohlitz. Vom Heiligobndlied über das Raachermannl bis hin zu Ihr Leitle freit eich alle interpretierten die Sänger die Lieder mit Hingabe und Begeisterung, die auch auf das erwartungsfrohe Publikum übersprangen. Selbst einen musikalischen Abstecher in den Thüringer Wald unternahmen die Sänger mit Herbert Roths Lied Berge im Winterkleid; einen etwas weiteren auch nach Russland mit der schwungvollen und mitreißenden Petersburger Schlittenfahrt.

Haben Sie immer ein Lied auf den Lippen!
Karlheinz Naumann, Leiter des Greizer Volkskunstensembles

Herbei, Ihr Gläubigen, ein traditionelles geistliches Lied, erklang ebenso wie das Ave Glöcklein, ein wunderschönes Marienlied, das Edeltraut Marcinkowski und Anka Fülle interpretierten. Haben
Sie immer ein Lied auf den Lippen!, wie Karlheinz Naumann den Konzertbesuchern riet. Auch besinnliche Gedichte wurden rezitiert, so etwa von Hans Müller Ich möchte eine alte Kirche sein des Autors Manfred Hausmann. Selbst der Humor kam an diesem Abend nicht zu kurz. Die für ihre mundartlichen Reime bekannte Helga Schubert erfreute die Besucher besonders.
So sinnierte sie etwa über die Tücken des Kochens und den Umstand, wenn dem Jungvermählten vor dem Mittagessen graut oder über die hohe Kunst des Stollenbackens. Eine nachdenkliche Geschichte von Pfarrer Dietrich Koller, die davon handelt, als die großen Sünden der Menschheit von der Geburt Jesu hörten, sich unter ihnen Angst breit machte – bis sie dem Kind in der Krippe begegneten, erzählte Cornelia Gebhardt. Süßer die Glocken nie klingen ein Lied, das wohl wie kein anderes heilsame und hoffnungsvolle Stimmung schafft, sangen die Besucher des Weihnachtskonzertes gemeinsam. Dass genau in diesem Moment die Pohlitzer Kirchglocken klangen, gab dem Konzert etwas ganz Berührendes.

Antje-Gesine Marsch @17.12.2011