Vorzeitiger Titelgewinn im Moto4 Northern Cup 2026
Was für eine Saison von Robin Siegert! Nach zuletzt acht Rennsiegen in Folge (von bis dahin zehn möglichen) im auf die Moto3-Motorrad-Weltmeisterschaft abzielenden Moto4 Northern Cup stand der 15-jährige Pilot vom Team Kiefer Racing am vergangenen Wochenende in der Motorsport Arena Oschersleben kurz vorm vorzeitigen Titelgewinn. Im Rahmen der dort stattfindenden Euro Moto lieferte der Schützling der Ex-Rennfahrer Philipp Hafeneger, Stefan Nebel und Dario Giuseppetti prompt, und zwar gleich im ersten von wieder zwei Rennen.
Nachdem Robin Siegert in der Vorwoche beim Meeting des Moto4 Europe Cup im Rahmen der MotoJunior World Championship im französischen Magny Cours gestürzt war und eine Wunde nähen lassen musste, lautete die Frage für die Vorschlussrunde des Moto4 Northern Cup zunächst, wie fit er sein würde. Nun, mit Startplatz drei beantwortete der 15-Jährige aus Pockau-Lengefeld im Erzgebirge diese Frage eindrucksvoll und für alle seine Teammitglieder, Betreuer, Helfer und Fans beruhigend.
Im ersten Rennen übernahm der Förderpilot des Motorsport Team Germany respektive der ADAC Stiftung Sport in der dritten Runde seine Lieblingsposition, die Führung, ein erstes Mal. Nachdem er diese gegen Rennmitte kurz abgeben musste, eroberte er sie im neunten von 16 Umläufen zurück. Von da an gab es für ihn kein Halten mehr, sodass er als neuerlicher Rennsieger im Ziel reichlich drei Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten hatte.
Kein Halten gab es danach auch für seine Mentoren, Trainer und Förderer Philipp Hafeneger, Stefan Nebel und Dario Giuseppetti mehr, die den ganz frischgebackenen Champion 2026 kurz nach der Zieldurchfahrt am Streckenrand beglückwünschten und mit großem Getöse feierten.
Natürlich war auch „Master Robin“ völlig aus dem Häuschen, was er wenig später so kommentierte: „Ich weiß auch nicht so richtig was ich sagen soll – im Moment bin ich ziemlich überwältigt und einfach nur glücklich.“ Mit etwas Abstand fügte er hinzu: „Der Titel war in diesem Jahr mein Ziel. Das hat nun geklappt und ist einfach ein tolles Gefühl.“ Damit müsste Robin Siegert seine kostenlose Eintrittskarte für den Red Bull MotoGP Rookies Cup 2027 sicher haben. Dieser läuft regelmäßig im Rahmen europäischer Motorrad Grand Prix und somit vor den Augen wichtiger Entscheidungsträger im WM-Paddock.
Hatte er Saisonsieg Nummer neun sowie den Titel hinten raus souverän eingefahren, fand er sich im Lauf am klassischen Rennsonntag in einer mehrköpfigen Spitzengruppe mit deutlich aufmüpfigeren Kontrahenten wieder. Mit dem Selbstvertrauen eines wahren Champions setzte er sich aber in der Schlussrunde erneut durch und gewann zum zehnten Mal in Serie, wenngleich diesmal nur mit der Winzigkeit von 0,008 Sekunden Vorsprung. Sein ereignisreiches Wochenende kommentierte er anschließend mit folgenden Worten: „Das sechste Rennwochenende ist nun vorüber und zehn Siege in Folge sind einfach ein mega Feeling. Der Anfang war durch den Sturz in Magny Cours ein bisschen schwierig. Da brauchte ich ein bisschen, um den Schalter wieder umzulegen und unsere Pace zu finden. Step by Step ist es dann wieder besser geworden und wir konnten gut unsere Runden abspulen. Jetzt mit einem weiteren Doppelsieg hier rauszugehen, ist natürlich mega.“
Zu seinen Emotionen fügte er daran an: „Es waren echt viele Leute von mir da. Viele Sponsoren, die Familie und Freunde. Mein ganzes Team und meine Trainer machen wirklich einen mega Job. Vielen, vielen Dank dafür. Wir sehen uns in Assen.“
Auf dem legendären TT-Circuit in den Niederlanden, wo im April dieses Jahres Robins Erfolgsreise im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft begann, wird vom 18. bis 20. September das Finale des Moto4 Northern Cup über die Bühne gehen. Im Rahmen der Britischen Superbike Meisterschaft BSB heißt es dann für ihn Abschied vom Moto4 Northern Cup nehmen, idealerweise mit zwei weiteren Siegen. Zuvor und danach stehen für ihn zudem weitere Einsätze im Moto4 Europe Cup auf dem Plan. In diesem wird er im nächsten Jahr parallel zum Red Bull MotoGP Rookies Cup angreifen.
Von seinem Betreuerstab sagte nach dem nächsten großen Karriereschritt von Robin dessen Strippenzieher im Hintergrund, Philipp Hafeneger: „Ich glaube, da spreche ich für uns drei, also für Stefan, Dario und meine Wenigkeit, wenn ich sage, dass wir unendlich stolz auf Robin sind. Wir haben uns Anfang 2025 dieser Aufgabe mit ihm im damals noch Northern Talent Cup gestellt und sehen nun schon echt große Fortschritte. Da ist der vorzeitige Titel nur das eine. Die andere Seite der Medaille ist die Entwicklung, die Robin genommen hat. Wir sind trotz dieses großartigen Erfolges noch nicht an unserem selbst gesteckten Ziel, aber ein großer Zwischenschritt ist das allemal. Wir haben noch viel vor mit dem Kleinen.“
Sein Trainer und regelmäßiger Begleiter Dario Giuseppetti formulierte: „Vor sechs Jahren haben wir gemeinsam diesen Weg begonnen. Damals war Robin einfach ein Junge mit einem Traum und einer riesigen Leidenschaft für den Motorradsport.
Heute steht er als vorzeitiger Champion des Moto4 Northern Cup fest – mit bis jetzt zehn Siege in Folge in einer Saison! Aber sie erzählen längst nicht die ganze Geschichte. Denn niemand sieht die unzähligen Trainingstage, die Rückschläge, die Zweifel, die Stürze, die langen Reisen und die Stunden, in denen gearbeitet wurde, obwohl gerade niemand zugeschaut hat. Als Coach macht mich deshalb nicht nur der Titel stolz. Es macht mich stolz zu sehen, was für ein Mensch und was für ein Sportler Robin geworden ist. Er hat gelernt, diszipliniert zu arbeiten, Rückschläge anzunehmen und nie den Fokus auf sein großes Ziel zu verlieren. Danke an seine Familie, an alle Sponsoren, Partner, Unterstützer und natürlich an das gesamte Team, die diesen Weg jeden Tag mitgehen. Nun geht die Arbeit aber weiter, denn wir wollen noch viel erreichen.“
Dazu ergänzt Stefan Nebel: „Unser gemeinsamer Einstieg Anfang 2025 bei Robin war das erste Zusammenfügen von Ressourcen, weil wir den Glauben an ihn haben und eine Notwendigkeit darin sehen, alles da rein zu legen und einen möglichen Weg zu ebnen. Zu einem Weg und einer Entwicklung gehört aber auch, ups and downs zu verarbeiten und Rückschläge ins Positive umzukehren. Da ist Robin extrem gut drin. Wir als Team sind dabei immer in der Lage, in jeder Hinsicht zu führen und zu unterstützen. Die Arbeit, die Robin macht, ist super diszipliniert. Ich bin extrem stolz, solch einen Rennfahrer bzw. Menschen begleiten zu dürfen. Wir versuchen auch, einen Weg aufzuzeigen, was möglich ist, wenn die richtigen Leute zusammen arbeiten., um das Leben eines Rennfahrers mitzugestalten. In Bezug auf Robin ist es einfach so, aktuell an etwas Besonderem teilzunehmen. Es ist eine absolute Ausnahme, so eine Saison hinzulegen und für uns eine Ehre, das mit voranzutreiben.“
Weitere Infos unter: www.robin-siegert.com.
