Reaktion auf „Hebammen bangen um ihre Existenz“ (OTZ)

Kimi-Josias Marsch, Greiz
Kimi-Josias Marsch, Greiz geb. am 22.10.2012 2760 g

Hebamme Judith Schatz ist maßgeblich mit verantwortlich, dass ich heute stolzer Opa eines gesunden und behüteten Enkelkindes bin. Denn ihre Betreuung von Kind (und Eltern!) war und ist top! Dafür ein ausdrücklicher Dank an Frau Schatz und alle Hebammen!
Nicht nur als Privatperson möchte ich, dass dies so bleibt. Wollen wir in der (Kommunal-) Politik Kinder ernsthaft als Kostenstellen und nicht als lohnenswerte Investition in unsere Zukunft betrachten? Liebe Rentner: Es sind vielleicht auch Ihre (Ur-)Enkel, die von „eingesparten Kliniken“ betroffen sein können! Ziehen Kinder und Enkel frustriert weg, weil anderenorts deutlich zukunftsorientierter gedacht wird, dann sitzen Sie im Zweifel allein in Greiz? Wählt der deutsche Michel aus Gewohnheit weiter so wie immer, wird sich unser Gesundheitssystem auch weiter drastisch verändern! Nicht nur bei den Hausärzten, sondern auch im klinischen Bereich. Versprochen wird viel, getan wird wenig.
Kinder sind unsere Zukunft. Dafür braucht es nicht nur engagierter Hebammen oder einer Station Geburtshilfe im KKH Greiz. Sondern eben auch einer funktionsfähigen Kinderklinik. Die „rechnet“ sich jedoch angeblich nicht. Rechnet sich denn der millionenschwere Neubau des Bundeskanzleramtes? Oder ein völlig aufgeblähter Bundestag? Oder Fördergelder an ein wirtschaftlich erstarktes China? Auch die neu ernannte Pflegedirektorin im KKH Greiz bzw. der neue ernannte Verwaltungsdirektor im KKH Schleiz rechnen sich definitiv nicht! Schaffen wir doch erst mal die beiden Letztgenannten ab- und investieren das eingesparte Geld sinnvoll angelegt in den Erhalt der Kinderklinik im Krankenhaus Greiz!
Es ist nicht nur ein Herr Delker, der als Sanierungsgeschäftsführer – wie in den vorherigen Einrichtungen auch – seine eigene Agenda verfolgt und immer mit den gleichen (falschen) Mitteln und wenig Transparenz arbeitet. Es waren und sind offenbar betriebswirtschaftlich überforderte Aufsichtsräte (die haben Namen, einfach Suchmaschinen nutzen) und eine unfähige Aufsichtsratsvorsitzende, die den „wirtschaftlichen Niedergang“ nicht bemerkt haben wollen oder eben keine Aufsicht führten. Es sind unfähige Gesundheitsminister wie der Bundes-Jens (CDU) – in Thüringen sekundiert von Frau Werner (DIE LINKE) – , die ein vormals hervorragendes öffentliches Gesundheitssystem zur Sicherung privater Profite auf „Gewinn trimmen“ und damit sehenden Auges an die Wand fahren. Wenn sich allerdings das medizinische Personal alles gefallen lässt („Wir können doch unsere Patienten nicht im Stich lassen“) und sich nicht organisiert, dann wird sich auch an diesem völlig falschen Kurs nichts ändern. Denn erst wenn Patienten (direkt) merken (würden), dass es nicht ohne Ärzte, aber eben auch nicht ohne Krankenschwestern oder Hebammen geht- erst dann wird leider die Bevölkerung munter. Erst dann käme der Druck auf die Politik- wie immer zu spät. Also geht der Weg des Niedergangs weiter. Sozusagen selbst gewähltes Elend. Einfach mal zum Nachdenken!

Torsten Röder, Greiz per E-Mail