Otto Schlutter: Ein Lebenskreis hat sich geschlossen

Bewegender Abschied von Otto Schlutter, der die Vereinsgeschichte des 1. FC Greiz maßgeblich prägte

GREIZ. Ein Lebenskreis hat sich geschlossen – tiefbewegt und in dankbarer Erinnerung haben Weggefährten des Greizer Sports, insbesondere die Mitglieder des 1. FC Greiz, Abschied von Otto Schlutter, dem Urgestein des Greizer Fußballes genommen.

Am 12. Januaer 1925 in Greiz geboren, Zeit seines Lebens mit der Stadt Greiz und dem Fußball verbunden, verstarb Otto Schlutter am 27. März 2018 im Greizer Pflegeheim „Haus Colin“ im Alter von 93 Jahren.
Schon früh kam Otto Schlutter mit dem Fußball in Verbindung, denn bereits 1937 spielte er in der Schülermannschaft des 1. FC Greiz und blieb diesem Verein bis zu seinem bedauerlichen Ableben, trotz aller Wirrungen und Namensänderungen im Laufe der Zeit treu.
Er war damit Alterspräsident des 1. FC Greiz. Doch nicht nur das – er war auch seit 1994 Ehrenmitglied des Vereins.

Otto Schlutter absolvierte von 1939 bis 1941 eine Ausbildung als Webereitechniker in der Firma Müller & Kramer in der Greizer Neustadt und arbeitete bis 1942 am gleichen Ort, ehe ihn die Deutsche Wehrmacht 1942 rekrutierte. Nach Kriegsende arbeitete er 36 Jahre als Webmeister in seinem Ausbildungsbetrieb. Weitere 15 Jahre als Betriebshandwerker an der Greizer Sportschule „Kurt Rödel“ ließen ihn die Verbindung zum Greizer Sport und insbesondere zum Fußball nicht abreißen.

Otto Schlutter spielte bis 1953 aktiv in den Greizer Fußballmannschaften, ehe ihn eine Sportverletzung zum Ausscheiden aus dem aktiven Spielbetrieb zwang. Erinnert sei daran, wie Otto Schlutter zusammen mit Hartmut Schultz den Neuaufbau des Greizer Fußball nach dem zweiten Weltkrieg mit großem Engagement voran trieb.
Nach dem Abbruch seiner aktiven Spielerlaufbahn 1953 setzte er sich mit Enthusiasmus und viel Elan für den Greizer Fußballnachwuchs ein. Ganze Generationen von jungen Fußballern gingen durch seine Hände und erlernten das Einmaleins dieses Sportes. Wer den Greizer Fußball beleuchtet, wird schnell feststellen, dass Otto Schlutter den Grundstein für den Leistungsstand vieler Spieler legte.

Solche Fußballgrößen wie Konrad Weise ( 86 Einsätze in der DDR-Fußballnationalmannschaft ), sein Sohn Rainer Schlutter ( mehrfacher DDR-Nationalspieler und anerkannter Fußballtrainer ), Jürgen Bähringer ( langjähriger Stammspieler beim FC Karl-Marx-Stadt und Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele Moskau 1980 mit der Fußballnationalmannschaft der DDR ), Ulrich Tambor, Jens Schultze, Stefan Müller und Uwe Müller (Delegierungen an die KJS Jena ) um nur einige zu nennen, führte er in der ihm eigenen Art dazu diese fußballerischen Leistungen zu erreichen.

Bis ins hohe Alter von über 80 Jahren füllte Otto Schlutter die Aufgaben als Übungsleiter und Nachwuchstrainer, insbesondere beim 1. FC Greiz, aus und war eine Autorität in Sachen Fußball in der Region.

Für seine langjährige erfolgreiche Arbeit im Fußball der Region und darüber hinaus erhielt Otto Schlutter vielfache Auszeichnungen. So 1980 als vorbildlicher Übungsleiter des DTSB und die Ehrenplakette des DFV der DDR. Die Ehrennadel des Thüringer Fußball-Verband in Gold erhielt er 1993 für seine Verdienste. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband zog anlässlich seines fünfundsiebzigsten Geburtstages im Jahr 2000 den Hut vor seinem Engagement und überreichte ihm die Ehrennadel in Gold des Verbandes.
Otto Schlutter war Mitglied im „Klub der 100“ des Deutschen Fußball-Bundes, eine ganz besondere Wertschätzung des Ehrenamtes durch den DFB.

Der Greizer Sport ehrte Otto Schlutter mit seiner höchsten Auszeichnung, der Kurt-Rödel-Ehrenplakette und im Jahr 2003 erwies ihm der Landessportbund Thüringen seine besondere Referenz mit der Auszeichnung der Guths-Muths-Ehrenplakette“ in Gold. Dem ging 1997 die Ehrung mit der Ehrennadel des LSB Thüringen voraus.

Mit der am 13. Mai 1995 erfolgten Ehrung mit der Bürgermedaille der Stadt Greiz in Silber durch den Stadtrat Greiz wurden die großen Verdienste von Otto Schlutter „zum Nutzen und Ansehen der Stadt Greiz“ gewürdigt und dabei herausgehonen, dass Otto Schlutter die Vereinsgeschichte des 1. FC Greiz nicht nur begleitet, sondern auch geprägt hat.

Die Entwicklung des Greizer Fußballes, insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg, aber auch des Thüringer Fußballs hat Otto Schlutter zweifelsfrei aktiv mitbestimmt. Ihm sei dafür noch einmal postum ein großer Dank abgestattet.

Die Greizer Sportler, insbesondere die Fußballer sowie die Mitglieder des 1. FC Greiz verneigen sich in dankbarer Erinnerung und Ehrfurcht vor dem Andenken an Otto Schlutter.
Sie werden ihm, nach dem bewegenden Abschied, stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

Peter Reichardt @24.04.2018

Von Peter Reichardt

Seit einigen Jahren ist der Greizer Peter Reichardt in Gommla ansässig. Der sportlich engagierte Pensionär ist vielseitig interessiert, nicht nur im sportlichen, sondern auch im Jugendbereich und dem Vereinsleben der Stadt Greiz.