Norwegische Meisterin Vita Heine gewinnt überraschend Bergankunft in Dörtendorf

Norwegische Meisterin Vita Heine beim Zieleinlauf.
Norwegische Meisterin Vita Heine beim Zieleinlauf. Foto: Arne Mill

Kathrin Hammes weiterhin in Lotto-Gelb bei der Thüringen Tour

Dörtendorf. Mit einem extrem zeitigen Antritt den „Hankaberg“ hinauf siegte Vita Heine (Team Hitec Products) im Ziel der 3. Etappe knapp vor der deutschen Meisterin Liane Lippert (Sunweb) und Europameisterin Marta Bastianelli (Virtu), der Siegerin von Schleiz.

Die Trägerin des Gelben Trikots, Kathrin Hammes (WNT Rotor) kam – wie ihre nächsten Konkurrentinnen auch – mit der Führungsgruppe am Ende der 3 Runden auf einem sehr anspruchsvollen Kurs (94 km lang) in Dörtendorf an, so daß sich in der Gesamtwertung nach dem 3. Tag der LottoThüringen Ladies Tour auf den ersten Plätzen nichts änderte. Allerdings mußte Hammes das Punktetrikot an Barbara Guarischi (ITA, Virtu) abgeben und das Bergtrikot an Pauliena Rooijakkers (NED, CCC-Liv).
Bei herrlichem Sonnenschein, angenehmen Temparaturen und einer stimmungsvollen Kulisse am Ortseingang von Dörtendorf, das nur 186 Einwohner hat, war die Spannung im Renngeschehen sehr ungleichmäßig verteilt. Nach einer turbulenten ersten Runde mit einer langen Alleinfahrt von Marieke van Witzenburg (NED, Jos Feron Lady Force) bis zum Sieg bei der ersten Bergwertung auf dem Hankaberg, gab es nicht mehr viel Aktivität. Keine Spitzengruppe hatte je mehr als 30 sec Vorsprung. Wie ein Weckruf wirkte ein kraftvoller Solo-Vorstoß von Ellen van Dijk (Nationalteam Niederlande), der Zeitfahr-Weltmeisterin von 2013. Ihr zeitweiliger Vorteil von gut einer Minute war aber bis 13 km vor dem Ziel aufgebraucht. Aus einem großen Feld löste sich schon zu Beginn des Schlußanstiegs Vita Heine, die in Riga (Lettland) aufwuchs und seit ihrem 18. Lebensjahr in Norwegen lebt. Zur Überraschung aller hielt sie den langen Sprint durch und wurde darum von der Konkurrenz wohl unterschätzt. „Ich wußte, daß ich viel Mut für eine solche Attacke brauche. Ich wußte aber auch, daß es meine einzige Chance war, weil ich im Spurt nicht schnell genug bin“, erklärte die Vielfache norwegische Meisterin ihre Fahrweise, die ihr den ersten großen internationalen Erfolg einbrachte. Nur zwei Radlängen dahinter erkämpfte sich Liane Lippert ihre beste Platzierung in dieser Saison. Sie freute sich über den zweiten Platz, war aber auch ein bißchen enttäuscht: „Keiner hat gedacht, daß Vita das durchhält, darum hielten wir uns zurück. Wenn ich ein bißchen früher angetreten hätte, wäre ich wahrscheinlich noch zu ihr hingekommen. Unser Team hatte Pernille Mathiesen und mich perfekt in Position gebracht. Sie sollte das weiße Trikot verteidigen und ich in der Etappe aufs Podium fahren. Beides ging auf, aber für mich wäre mehr drin gewesen.“