Noch ist Leben im Hause

Lutz Zürnstein vor einem seiner Fotos.

Letzte Ausstellung im Greizer Theater mit Fotografien von Lutz Zürnstein eröffnet

GREIZ. Nein, von „Endzeitstimmung“, dem Titel der letzten Ausstellung im Greizer Theater, oder gar einem „Abgesang auf das altehrwürdige Haus“, wie es Kulturamtsleiterin Brigitte Buchholz am Donnerstagabend formulierte, war zur Vernissage nichts zu spüren. Heitere Stimmung unter den Gästen, Häppchen, Bier und Sekt ließen in lockerer Atmosphäre das Wesentliche nicht erahnen: Am 31. Dezember dieses Jahres werden sich die Pforten des Greizer Musentempels für immer schließen. Das Haus sei eben „in die Jahre gekommen“, und müsse einem Neubau weichen, so Buchholz in ihrer Rede. Seit die Idee geboren wurde, das letzte Jahr des Hauses fotografisch zu begleiten, sei der Greizer Lutz Zürnstein mit der Kamera durchs Haus gezogen und habe dem zunehmenden Verfall den Bildsensor entgegengehalten.

Ich wusste gar nicht, dass das Theater so schöne Jugendstiltüren hat, wie Brigitte Buchholz feststellte.
Zürnstein, der sich in den letzten Jahren mit seinen Fotos vom Verfall mit Ausstellungen im Reichenbacher Neuberinhaus oder Greizer Kreiskrankenhaus bereits einen Namen gemacht hat, mangelte es auch in den aktuellen Arbeiten nicht an Kreativität und Ideenreichtum. Er kommt selbst diesmal ohne Bildunterschriften aus; ist der Meinung, wenn das Bild nicht für sich spreche, könne auch ein Titel nichts mehr retten. Eine brisante Exposition, die – zumindest zur Eröffnung mehr Interessierte verdient hätte. Selbst von offizieller Seite suchte man die Vertreter vergeblich. Schade. Oder hat die Endzeitstimmung in Greiz doch schon Fuß gefasst?

Antje-Gesine Marsch @14.10.2010