Jubiläumsfestival untersucht das Thema Glück

Jubiläumsfestival untersucht das Thema Glück
Bekannt, aber immer wieder neu und schön: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry wurde von der von Florian Brand, Hildesheim, geleiteten Schauspielwerkstatt aufgeführt. Foto: Karsten Schaarschmidt

XXX. Greizer Theaterherbst endet nach elf Tagen und 25 Veranstaltungen

GREIZ – Unter dem Motto „wird schon schiefgehen“ hat der XXX. Greizer Theaterherbst in den vergangenen elf Tagen die ganze Stadt wieder zur Bühne gemacht. 2350 Besucher kamen zu den insgesamt 25 Aufführungen, die sich in vielfältiger Weise mit dem Thema Glück beschäftigten. Für den Künstlerischen Leiter Martin Heesch war das Jubiläumsfestival „mit tollen Werkstattpremieren und tollen Gastspielen einfach nur grandios“.

Das Thema Glück in den Mittelpunkt des diesjährigen Festivals zu rücken, sei auch im Zuge der noch nicht überwundenen Corona-Pandemie ebenfalls „ein glücklicher Schachzug“ gewesen und habe dank der Werkstätten und Gastspiele den Gästen viele Momente der Freude, aber auch zum Nachdenken geschenkt, so Heesch. „Dass trotz feuchtkühler Witterung mehr Gäste als im vorigen Jahr den Theaterherbst besuchten, freut mich besonders.“ Aber auch die Zahl der Teilnehmer sei mit zirka 160 Aktiven im Alter vom Grundschulkind bis zum Senior aus dem gesamten Vogtland gestiegen. Angefangen von der in Eigenregie entstandenen Eröffnungsinszenierung „xy sucht das Glück“ in Kooperation mit der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach, über die „Late Show … zum Glück!“ mit Stars wie dem gebürtigen Greizer und Theaterherbstkind, Sebastian Schwarz („Kommissarin Lukas“), und seinen Schauspielkollegen Hans Jochen Wagner (Tatort) und Georg Ücker („Lindestraße“) bis hin zu dem außergewöhnlichen Gastspiel „IDIOTen“ des Salzburger Theaters „Tatu“, habe das Festival für das Publikum „Kulturmomente von höchster Güte“ bereitgehalten, so Heesch.

Nach sieben Jahren künstlerischer Leitung endet Heeschs Tätigkeit in diesem Jahr. „Ich habe in den vergangenen Jahren viel gelernt, die Stadt und die Region Greiz haben mich bereichert, und ich hoffe, dass dies auch umgekehrt passiert ist.“ Den Rücken kehrt er dem Festival aber nicht. „Der Theaterherbst ist eine Herzensangelegenheit für mich“, sagt Heesch, der nun Fördermitglied des organisierenden Vereins werden will. Andererseits freue er sich auf neue Projekte in seiner ursprünglichen Profession als Schauspieler. Rückblickend auf dieses Jahr, aber auch die Jahre davor danke er allen Helfern, Unterstützern und Organisatoren sowie allen Mitwirkenden in den Werkstätten, die für ihn stets „die eigentlichen Highlights des Theaterherbstes“ sind.

Zu den weiteren Gastspielhöhepunkten des Jubiläumsfestivals gehörten unter anderem die Szenische Lesung von Samuel Becketts „Glückliche Tage“ mit der bekannten Schauspielerin Sabine Wackernagel und ihrem Mann, dem Regisseur Valentin Jeker, die Inszenierung „Die Legende vom heiligen Trinker“ nach Joseph Roth, aufgeführt vom Wandertheater „Ton und Kirschen“ aus Werder/Havel, die Tanzperformance „Inspector Heyler“ von den „elektroschuhen“ aus Berlin und nicht zuletzt das Konzert mit dem Münchner Musiker und Komponisten, Peter Pichler, der das von dem gebürtigen Greizer Oskar Sala (1910 – 2002) mitentwickelte Mixturtrautonium vorstellte. Brillante Ergebnisse präsentierten aber ebenso die Werkstätten, so die von dem Hildesheimer Regisseur Florian Brand geleitete Schauspielwerkstatt „Der kleine Prinz“, die Werkstatt für Jugendliche „A Kiss For You“, unter Leitung der Schauspielerin Sigrid Maria Schnückel, Puttlitz, die von der Berliner Puppenspielerin und Medienkünstlerin, Sandy Schwermer, geleitete Werkstatt für Kinder „Happy go lucky“ oder die Musikalische Werkstatt „Concert in GRZ-doll“, die unter der Leitung des Berliner Musikers Christian-O. Hille stand. Traditionell kümmerte sich die Werkstatt „Kabel, Kulissen & Kostüme“ unter der Leitung von Julia Kopa, Berlin, um die Ausstattung der Werkstätten und Spielstätten.

Endgültig fällt der Vorhang des XXX. Greizer Theaterherbstes eigentlich erst am kommenden Donnerstag, 23. September, wenn als Nachspiel die Performance „196ff – Dokumentation rechter Tötungen seit 1990“ von der Leipziger Gruppe „Das ÜZ“ in der Vogtlandhalle Greiz zu sehen ist. Grundsätzlich gilt jedoch: Nach dem Festival ist vor den Festivals. Das ebenfalls vom Verein Greizer Theaterherbst organisierte Internationale Greizer JazzWerk #23 steht vom 19. bis 22. Mai 2022 an, der XXXI. Greizer Theaterherbst ist vom 16. bis 25. September 2022 geplant. Ein neuer Künstlerischer Leiter für den Greizer Theaterherbst wird demnächst vom Vereinsvorstand berufen.

Karsten Schaarschmidt
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit