Jedes Paket hat einen Namen

Freie Regelschule Reudnitz übergibt Sachspenden für Hilftstransport nach Brest.
Ulrich Jetschke gratuliert Christine Engler zum 60. Geburtstag.

Freie Regelschule Reudnitz übergibt Sachspenden für Hilftstransport nach Brest. Am 2. Januar starten die LKW’s wieder nach Weißrussland.

REUDNITZ. Aus dem Schatten des anonymen Spendens herauszutreten, hatten sich die Schüler der Freien Regelschule ganz fest vorgenommen. Die jährlichen Hilfstransporte nach Brest wurden zwar schon seit längerer Zeit tatkräftig unterstützt, allerdings nicht punktuell für ein bestimmtes Kind. „Wir übernahmen klassen- und altersgemäß je eine Patenschaft und können so ein Kind ganz konkret beschenken“, wie es Schulleiterin Monika Georgi formulierte. So habe jedes Paket einen Namen. Elf Klassen gibt es derzeit an der Bildungseinrichtung und die Klassensprecher jeder Klasse übergaben am Donnerstag ebenso viele Pakete an Vertreter des Vereins Hilfstransport Greiz-Brest e.V.: Wolldecken, Lebensmittel, Spielzeug, warme Kleidung, Süßigkeiten, Stifte und vieles mehr werden so am Tag nach Neujahr auf die weite Reise nach Weißrussland gehen.

Wir brachten den Schülern die Thematik um die krebskranken Kinder und Jugendlichen in Weißrussland nahe, so Monika Georgi, die aber auch nicht verschwieg, wie schwer dies für die Schüler zu verstehen sei. Dass fünfundzwanzig Jahre nach der schrecklichen Atomkatastrophe in Tschernobyl noch immer Kinder an Krebs erkranken und viele diesem Leiden erliegen, sei fast nicht vorstellbar, wie die Schulleiterin unterstrich. Vereinsvorsitzender Ulrich Jetschke, der viele Male den Hilfstransport begleitete und die Geschichte eines jeden einzelnen Kindes dort kennt, bedankte sich bei den Schülern der Ökoschule herzlich: Ich schaue in eure fröhlichen Augen, vergesse aber auch nicht, dass ich dort oft in unsagbar traurige blicken muss. Besonders betroffen stimme ihn, wenn er Kinder nur noch aufgebahrt wiedersehe; in Brest gebe es zwei Friedhöfe, auf denen nur Kinder bestattet werden. Hunderte Tonnen Hilfsgüter wurden bislang nach Weißrussland transportiert, um die unsägliche Not der betroffenen und zumeist bedürftigen Familien etwas zu lindern. Bereits Anfang der 1990er Jahre begann Valentina Gruschwitz mit der Organisation von Hilfstransporten; vor knapp drei Jahren gründete man den Verein Hilfstransport Greiz-Brest e.V., zu dessen Ehrenpräsidentin die Pädagogin ernannt wurde. Familien zu helfen, die mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen haben, ist dabei oberstes Ziel des Vereins.

Neben der Hilfe für die krebskranken Kinder suche man auch stets das Kinderwaisenheim in Kobrin auf, ebenso Schwester Vera, die auf der onkologischen Station einer Klinik in Minsk arbeitet und eine Gruppe von Kindern mit Missbildungen und Behinderungen, die sich Zauberer nennen, weil sie so kreative Bastelarbeiten schaffen und durch den Verkauf ein wenig Geld zum Lebensunterhalt der Familien verdienen. Für den Transport der Sachspenden benötige man jedes Mal zwei LKW`s, wie Ulrich Jetschke sagt. Die Kosten für Diesel, Versicherung, Zoll und Reparaturen würden dabei hoch zu Buche schlagen. Umso mehr freute sich der Vereinsvorsitzende, als Josef Bolwerk, Inhaber der Firma Teppichparadies, dem Verein eintausend Euro zur Kostendeckung übergab. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, so der Unternehmer, der den Transport vor zwei Jahren auch persönlich begleitete. Auch Michala Lütche aus Raasdorf fuhr im Sommer dieses Jahres mit nach Brest. Wenn man die Not dort gesehen hat, denkt man anders. Sie hob aber die erlebte herzliche Gastfreundschaft der Familien hervor.

Antje-Gesine Marsch @22.12.2012

Werbeanzeigen