Greizer Kantatenchor und Vogtland Philharmonie führen Johannespassion auf

Greizer Kantatenchor und Vogtland Philharmonie führen Johannespassion
Am Palmsonntag wurde in der Stadtkirche "St. Marien" die Johannespassion von Johann Sebastian Bach aufgeführt - der Kantatenchor unter Leitung von GMD Stefan Fraas - Blumen für die Musiker der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach

Greizer Kantatenchor und Vogtland Philharmonie führen Johannespassion in Stadtkirche Sankt Marien auf

GREIZ. Das Neue Testament enthält vier Berichte, in denen die Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes die Leidensgeschichte Jesu erzählen. Die berühmteste Vertonung der Johannes-Passion stammt von Johann Sebastian Bach (1685-1750); sie kam am Palmsonntagabend unter Leitung von GMD Stefan Fraas in der Greizer Stadtkirche „St.Marien“ zur Aufführung. Stefan Fraas hatte sich nach dem Weggang von Propsteikantor Oliver Scheffels im Dezember vergangenen Jahres spontan entschlossen, die Interimsleitung des Kantatenchores zu übernehmen und bot am Sonntag eine in sich geschlossene Interpretation, deren grandiose Ausstrahlung besonders in der Wiedergabe der Texte durch den Chor beruhte.

Schon der Eingangschor beeindruckte, mehr aber noch die teil schwierigen Chöre der Juden, bei denen Spott und Aggression zu hören waren oder etwa der transparent und leicht interpretierte Satz Lasset uns den nicht zerteilen. Akzente setzten vor allem die Choräle, die von der tiefen Gläubigkeit des Komponisten zeugen. Auch hier bewies der Chor mit dynamischen Feinheiten ein gefächertes Intonationsvermögen, vor allen an den Textstellen Christus, der uns selig macht.
Den Mitgliedern der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach gelang es von Anfang bis Ende, den dramatischen Spannungsbogen zu halten; besonders bewegend wurde das Erdbeben beim Tode Jesu musikalisch nachgezeichnet. Am Cembalo und Basso continuo überzeugte mit viel Gefühl Sarah Stamboltsyan.

Auch die Solisten Marie Friederike Schöder (Sopran), Sonja Koppelhuber (Alt), Nico Eckert (Tenor), Georg Finger (Bariton) und Georg Streuber (Bariton) – erwiesen sich als aufgeweckte Mitstreiter; agierten auf hohem künstlerischem Niveau. Nico Eckert führte als Evangelist durch das Passionsgeschehen; Georg Finger gelang es, mit wechselnden Klangfarben der Handlung Profil zu geben, strahlte in den Worten Jesu souveräne Ruhe aus; Georg Streuber vermittelte durch seine klare Ausstrahlung Spannung. Marie Friederike Schöder berührte mit ihrer glasklaren Sopranstimme und liebreizendem Timbre. Liebe und Wärme verströmte Altistin Sonja Koppelhuber in den Arien, am Cello virtuos und mit spannender Intensität von Peter Manz begleitet.
Hervorzuheben wäre außerdem, dass Stefan Fraas“s Bach-Darbietung nicht nur von einem hohen musikalischen Feingefühl, sondern von intensivem geistlichem Engagement geprägt ist.Er hat uns förmlich mitgerissen, so die Meinung der Choristen.

Das spürten auch die Zuhörer an diesem Abend, als sie sich nach dem letzten Ton der Passion ergriffen von ihren Plätzen erhoben. Im Anschluss an die erhebende Aufführung sah man vor der Kirche noch zahlreiche, ins Gespräch vertiefte Menschen stehen.

Antje-Gesine Marsch @24.03.2013

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