Gommla: Tradition und Brauchtum werden im Greizer Ortsteil hoch gehalten.

Gommlaer Maibaum grüßt die Bürger und Gäste
Mit langen Stangen, Seilen und viel "Hauruck" wurde der Gommlaer Maibaum gestellt.

Ortsteilrat sowie die ortsansässigen Vereine des Ortes Gommla laden ein zum Maibaumstellen am 30. April

GOMMLA. Das mdr – Osterfeuer in Zeulenroda ist niedergebrannt. Das Osterwetter meinte es mit allen gut und glänzte durch herrlichsten Sonnenschein, so dass bei vielen ein entsprechender Osterspaziergang obligatorisch war.
Natürlich waren auch viele Greizer, die Gommlaer sowieso, auf Schusters Rappen im Greizer Ortsteil am Eingang zur Stadt unterwegs und freuten sich an der heimeligen bunten Osterdekoration einschließlich der Osterhasenschule in den Vorgärten und den öffentlichen Bereichen des Ortsteiles.
Schade, dass die örtliche Presse davon keine Notiz genommen hat!
Doch nun sind wohl die Feiertage vorbei? Denkst ! Denn der Greizer Bürgermeister, Alexander Schulze, hat im letzten Amtsblatt der Stadt Greiz zum Wettbewerb der Greizer Ortsteile „Wer hat den schönsten Maibaum“ aufgerufen.
In Gommla ein Privileg der jungen Burschen und Männer, die mit der Freiwilligen Feuerwehr, dem Feuerwehrverein und dem Sportverein verbandelt oder verbunden sind. Ist es doch schon seit kaiserlicher Zeit ( also weit über 100 Jahre ) Sitte, dass sie den Maibaum stellen und das Ganze zu einen kleinen Volksfest an der Gommlaer Wendeschleife gestalten.
Doch auch die Basteldamen der „Gommlaer Hutzenstub“ sind mit dabei, binden den Maikranz, der den Maibaum ziert, und schmücken ihn mit bunten Bändern.
Nicht umsonst trägt der Gommlaer Maibaum den weisen Wahlspruch
Nach altem Brauch und Sitte
steht in des Dorfes Mitte
der Baum von Jung und Alt gestellt
damit das Dorf zusammen hält.
Ein Anspruch, aber auch, wie schon gesagt, eine lange Tradition, die das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gommlaer Bürger stärkt, dabei die Gäste in das muntere Treiben um den Maibaum an der Wendeschleife einbezieht.
Natürlich wird das, wie schon in den vergangenen Jahren, ein kleines Volksfest für die Gommlaer und ihre Gäste, denn nicht nur der Maibaum wird zum 30. April gestellt. Nein, am Abend wird auch das traditionelle Walpurgisfeuer angezündet, das der Sage nach Schaden und Unheil vom Ort fernhalten soll.
Wie das dann mit den Walpurgishexen und dem Teufel aussieht, das ist in Gommla etwas ungewiss. Ist doch mit der Teufelskanzel im Gommlaer Wald ( gegenüber dem Weißen Kreuz ) ein besonderer Treffpunkt für diese Gestalten gegeben, glaubt man Goethe und seinem Faust.
Wenn er auch den Hexentanzplatz im Harz in den Mittelpunkt stellt, so ist die Teufelskanzel und die Klingensteine ( geologische Flächendenkmale in der Region ) ganz in der Nähe eine Wanderung sowie einen Besuch wert.
Doch zurück zum Maibaumstellen am 30. April 2019 an der Gommlaer Wendeschleife.
Los geht es um 17 Uhr, wenn der Gommlaer Maibaum aus seinem Versteck geholt und mit viel Manneskraft sowie manchem „Hauruck“ und „Zugleich“ mit langen Stangen und Stricken in die Senkrechte gehievt wird, ehe man sich dann gemütlich zusammensetzt, manch gutes Gespräch führt, manche Anekdote sowie Gegebenheit aus der Ortsgeschichte aufleben lässt und einige Stunden fröhlich gemeinsam verbringt.
Natürlich ist auch für das leibliche Wohl aller bestens gesorgt, so dass einem Besuch des Maibaumstellens im Greizer Ortsteil Gommla nichts im Wege stehen sollte.
Es sind jedenfalls die Gommlaer, ihre Gäste und alle Greizer Einwohner herzlich eingeladen.

Peter Reichardt @22.04.2019