Nosferatu

Eine filmisch-musikalische Reanimation der „Symphonie des Grauens“.

100 Jahre nach seiner Fertigstellung gehört „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ immer noch zu den Klassikern der Filmgeschichte. Der deutsche Stummfilm gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Kinos der Weimarer Republik und ist einer der ersten Horrorfilme überhaupt.
Die gruseligen Volkssagen um Untote und Vampire faszinieren die Menschen schon lange. So auch Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, der unautorisiert Bram Stokers Dracula adaptierte, welcher nun Graf Orlok (Max Schreck) heißt und in Liebe zur schönen Ellen (Greta Schröder) Unheil über die Stadt Wisborg bringt. Dabei dreht Murnau statt vor damals üblicherweise gemalten Kulissen an echten Schauplätzen, reist samt Crew sogar in die Karpaten und verleiht dem Unheimlichen durch schaurige Naturaufnahmen einen spürbaren Realismus.
Da es noch nicht möglich war, Bild und Ton synchron aufzunehmen, wurde das fehlende gesprochene Wort durch eingeblendete Zwischentitel ersetzt und die den Film begleitende „fantastisch-romantische Suite“ von Komponist Hans Erdmann von einem Orchester live gespielt.
Die neuartigen Bilder und die Musik entführten die Zuschauer tief in die mystische Welt des schaurigen Grafen und brachten begeisterte Kritiken hervor. Doch der Film wurde zum finanziellen Desaster. Immense Produktionskosten, noch höhere Werbeausgaben und die Weigerung der UFA, den Film in die großen Kinos zu bringen, trieben die Produktionsfirma nur drei Monate nach der Uraufführung (4. März 1922, Berliner Marmorsaal) in die Pleite. Nachdem Stokers Witwe 1925 vor Gericht ein Urteil zur Vernichtung sämtlicher Kopien erwirkte, fanden sich nur noch im Ausland wenige verschiedene Fassungen, die spätere Rekonstruktionen dennoch möglich machten.
Eine davon bringt die Vogtland Philharmonie unter Mitwirkung von fast 60 Musikern nun zurück auf die Leinwand und vertont den Kultstreifen unter Leitung ihres Chefdirigenten Dorian Keilhack wie zu Murnaus Zeiten live. Dabei wird der Film über originale Kinoprojektoren abgespielt, so dass der Orchesterklang durch das nostaligische Rattern der analogen Technik begleitet wird.

Wer noch mehr Lust auf das Live-Event bekommen möchte, kann sie sich in der arte-Doku „Nosferatu – Ein Film wie ein Vampir“ holen, in der Nosferatu selbst auf uns und die vergangenen Jahrzehnte blickt – weitere Infos unter www.v-ph.de.

Tickets gibt es in der Vogtlandhalle Greiz (info@vogtlandhalle.de | 03661 62880 ) oder in der Tourist-Information Greiz (tourismus@greiz.de | 03661 703-293 oder 03661 689815).