Der Schweinehirt auf dem Oberen Schloss bravourös aufgeführt

„Der Schweinehirt“ erfolgreich aufgeführt – Auch in diesem Jahr wartete das Spontantheater Greiz unter Leitung von Anke Hartmann mit einer gelungenen Märchenaufführung auf.

GREIZ. Nach dem großen Erfolg der „Gänsemagd“, die im Rahmen der Schlosshofspiele im letzten Jahr im Innenhof des Oberen Schlosses Greiz aufgeführt wurde, war die Erwartungshaltung in diesem Jahr natürlich besonders hoch. Das wieder mit viel Liebe zum Detail und hohem künstlerischen Einfühlungsvermögen von Anke Hartmann inszenierte Stück „Der Schweinehirt“ avancierte auch diesmal zu einem echten Erlebnis für Jung und Alt.

Dass die Zuschauerzahl den Erwartungshaltungen nicht standhielt, ist natürlich für die Akteure und die Regisseurin enttäuschend, doch dieser Wermutstropfen konnte die Freude derer, die das Stück sahen, nicht trüben. Es gibt wohl für eine Märchenaufführung kein schöneres Ambiente als das Obere Schloss mit seiner Felsenbühne im Innenhof. Das Stück nach dem Märchen von Hans-Christian Andersen erzählt die Geschichte eines verarmten Prinzen, dem nur noch eine duftende Rose und eine singende Nachtigall blieben. Diese schickt er der Tochter des Königs, da er diese heiraten will.

Sie verschmäht diese Geschenke und der Prinz beschloss, es ihr heimzuzahlen. Er verdingt sich beim Kaiser als Schweinehirt und fertigt einen Topf an, an dessen Rauch man erkennt, was auf den Herden der Stadt gerade gekocht wird. Zehn Küsse der Prinzessin verlangt er dafür, die sie ihm – zwar widerwillig, aber aus Habsucht – gibt. Danach stellt der Schweinehirt einen Kasten her, der alle Instrumente der Welt spielen kann. Diesmal verlangt er 100 Küsse der Prinzessin. Diese will ihre gackernden Hofdamen vorschicken, doch das lässt der Prinz nicht zu. Begleitet wird er im von Anke Hartmann inszenierten Stück von einer klugen Ratte und einem als Mann verkleideten Mädchen, in dem er schließlich die wahre Liebe erkennt. Die hochmütige Prinzessin wird vom Scharfrichter über’s Knie gelegt und ihr wird unter dem Lachen der Zuschauer der Hintern versohlt. Strafe muss eben sein.

Antje-Gesine Marsch @25.06.2011