Das Motto „unbezahlbar“ ist aktueller denn je

Das Motto „unbezahlbar“ ist aktueller denn je
Zielrichtung Kunst und Kultur: Nichts ahnend von der Corona-Pandemie, wiesen die Mitwirkenden der Pantomime-Werkstatt des vorigen Theaterherbstes bereits in Richtung Ausweg. Foto: Karsten Schaarschmidt

XXIX. Greizer Theaterherbst bereitet Festival unter Corona-Bedingungen vor

Greiz. Für den Greizer Theaterherbst gibt es keine Corona-Schockstarre, selbst wenn das JazzWerk abgesagt werden musste. Aber: Trotz der Pandemie-Beschränkungen laufen die Vorbereitungen für den Theaterherbst vom 11. bis 20 September. „,unbezahlbar’ lautet das Motto des diesjährigen Festivals“, verrät der Künstlerische Leiter Martin Heesch. Zentrales Thema seien Werte und somit die Frage: Was ist etwas wert? „Das Motto, das seit Anfang des Jahres feststeht, bekommt in dieser Zeit eine zusätzliche Dringlichkeit und Aktualität“, sagt Heesch.

Logisch sei aber auch: „Wir können nur auf Sicht fahren, und unter diesen Umständen kann der Theaterherbst 2020 zum jetzigen Stand nur unter Vorbehalt im geplantem Umfang stattfinden“, so Heesch. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Macher nicht trotzdem aktiv sind. So erfreut sich die vom Theaterherbst initiierte Reihe „Kultur am Fenster“ großer Beliebtheit. Fast wöchentlich lasen, spielten, musizierten Vereinsmitglieder und eingeladene Künstler vor verschiedenen Greizer Seniorenresidenzen, um den Bewohnern etwas Abwechslung im eingeschränkten Alltag zu bieten. Ein Steinschlange wächst darüber hinaus im Greizer Schlossgarten. Und am kommenden Mittwochabend, 3. Juni, startet über den Theaterherbst-You-Tube-Kanal das neu entwickelte Format „Kettenreaktion“. Titel des ersten Films: „Alles Banane“. Ein Thema, im ersten Film eben eine Banane, ist vorgegeben. Jeweils alleine setzen die Akteure ihre Idee zum Beispiel mit dem Smartphone in Szene, wobei die vorangegangene Szene im Schneeballsystem immer an den nächsten weitergereicht wird. Filmisch oder als Fotoserie, eventuell auch als Zeichnungen oder Kurzgeschichten sollen so mehrere Episodenstories entwickelt werden. Dabei mitzumachen, ist übrigens jeder eingeladen. Die Ergebnisse sollen online und in Greizer Schaufenstern präsentiert werden. Inhaltlich geht es, angelehnt an das Motto „unbezahlbar“, um die Frage „Was ist dir mehr-wert?“ sowie Werte im Allgemeinen und im Besonderen.

Im engen Gespräch befinden sich Martin Heesch und die Vereinsleitung auch mit den Werkstattleitern und Gastspielgruppen. Der Dresdener Regisseur und Schauspieler sowie ehemalige Künstlerische Leiter des Theaterherbst, Ulrich Schwarz, die Eröffnungsinszenierung umsetzen: William Shakespeares „Der Sturm“. Ferner sind unter anderem eine weitere Schauspiel-, eine Kinderschauspiel- sowie Musical-, eine Tanz- und Bewegungswerkstatt geplant. Voraussichtlich soll es am Samstag, 11. Juli, eine Open-Air-Vorstellung der Werkstätten geben, bei der sich Interessierte für die Projekte einschreiben können. Am gleichen Tag soll auch die Ganzjahreswerkstatt Premiere haben. Allerdings wurde wegen des Corona-Virus die geplante Schauspielinszenierung von Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ in eine den aktuellen Hygienevorschriften angepasste Szenische Lesung umgewandelt.

„Wir werden das Programm und alle Veranstaltungen den Hygienevorschriften und Bestimmungen, die zum jeweiligen Zeitpunkt gelten, anpassen – im Hinterkopf spielen wir viele Varianten durch“, sagt Heesch. Gedacht wird an Open Air und Autokinovorstellungen, Kurzformate mit Wiederholungen, interaktive Streaming-Formate, Live-Übertragungen ins Freie und ins Internet, mobile musikalische Lesungen.

Weitere Informationen: www.theaterherbst.de.

Karsten Schaarschmidt
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit