Cäcilienchor musizierte über den Dächern der Stadt Greiz

Vor zwanzig Jahren lebte die Tradition, die auf das Jahr 1863 zurückgeht, wieder auf
GREIZ. Ganz seiner langjährigen Tradition verpflichtet, gab der Cäcilienchor der Katholischen Gemeinde Greiz unter Leitung von Winfried Arenhövel auch an diesem kühlen Karfreitagmorgen ein Konzert hoch über den Dächern der Elsterstadt. Das Greizer Karfreitagssingen am Gasparinentempel geht auf das Jahr 1863 zurück; da lud Kantor Wilhelm Urban zum ersten Mal mit seinem Chor auf den Gasparinenberg ein. Winfried Arenhövel hatte das Singen im Jahr 1996 wieder zum Leben erweckt und setzt seitdem mit den Choristen diese Tradition mit „Liedern, die diesem Tag angemessen sind“, fort. Viele Frühaufsteher, die den steilen Aufstieg nicht scheuten, hörten auch in diesem Jahr geistliche Choräle, wie “Herr, ich möcht‘ dein Leiden fassen” und “Befiehl du deine Wege” von Paul Gerhardt. Bis in die Gegenwart erklingt das berührende Passionslied „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“ in christlichen Kirchen. In ihm wird das Leiden Christi ausgelegt, wobei vor allem Ursachen und Folgen der Passion verdeutlicht werden. Verfasst wurde das Lied von dem lutherischen Theologen Johann Heermann (1585–1647) zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Interpretiert wurde vom Cäcilienchor zudem der Choral “Ich danke dir von Herzen” von Johann Friedrich Fasch, der von 1719 bis 1721 in Greiz als Organist wirkte. Auch die Titel “Selig seid Ihr” von Peter Janssen oder der wunderschöne erzgebirgische Choral “Herr, der du meine Pfade lenkst” wurden von den Choristen dargeboten. Pfarrer Christoph Behrens sprach den Segen über die Stadt Greiz, ehe alle gemeinsam den irischen Segen “Möge die Straße uns zusammenführen” sangen. Verhaltener Applaus dankte dem Chor für dieses traditionelle, aber immer wieder besondere Konzert.

Antje-Gesine Marsch @25.03.2016