Elisabeth Kaiser MdB

Anlässlich der Presseberichte zum Ende des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ zum Jahresende erklärt die Thüringer SPD-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Kaiser:

„Das Auslaufen des Bundesprogramms „Sprach-Kita“ zum Jahresende bedeutet nicht, dass wir der sprachlichen Bildung unserer Jüngsten in den Kindertagesstätten einen geringeren Stellenwert einräumen“, stellt die Bundespolitikerin klar. „Wir wissen, dass gerade die frühen Lebensjahre einen großen Einfluss auf die persönliche und soziale Entwicklung eines Kindes haben. Das Erlernen von Alltagssprache und die konsequente Sprachförderung von Anfang an, sind wichtige Bausteine für ein selbstbewusstes Aufwachsen unserer Kinder und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Neben den Familien, sind vor allem Kindertagesstätten wichtige Orte, um die sprachliche Entwicklung von Kindern zu begleiten und zu unterstützen“, so die Ostthüringer SPD-Politikerin.

Aus diesem Grund habe der Bund 2011 das zeitlich befristete Modellprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ auf den Weg gebracht, mit dem sprachliche Bildung in den Einrichtungen zu 100% durch den Bund gefördert wurde. Ab 2023 gehe die Verantwortung für die Sprach-Kitas wie geplant an die Länder über.

„Ich verstehe die Sorgen der Träger, der Einrichtungen und natürlich die der Fachkräfte, bin jedoch zuversichtlich, dass die Angebote der sprachlichen Bildung in den Einrichtungen fortgesetzt werden können. Wir als SPD setzen uns mit Hochdruck dafür ein, dass die Strukturen der Sprach-Kitas erhalten bleiben und keine Finanzierungslücke entsteht“, so Kaiser.

In den Jahren 2023 und 2024 stellt der Bund den Ländern insgesamt vier Milliarden Euro zur Verfügung, um die Qualität in der Kindertagesbetreuung weiter zu verbessern. Die Länder entscheiden selbst, in welchen Bereichen (bspw. Fachkräftegewinnung, sprachliche Bildung, Fachkraft-Kind-Schlüssel) sie besonderen Handlungsbedarf sehen und investieren wollen.

Hintergrund
Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ fördert seit 2016 deutschlandweit Kindertageseinrichtungen und Träger und erhöht die Qualität der Integration, Inklusion und Spracherziehung von Kindern. Das Programm trägt ebenso wesentlich zur Qualifizierung der Fachkräfte in den Kitas bei. Vor diesem Hintergrund haben wir uns im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, den Bereich der sprachlichen Bildung weiterzuentwickeln und zu verstetigen.
Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ fördert der Bund aktuell 6.804 Kitas und 264 Träger von Fachberatungsstellen in Deutschland (Stand Juli 2022). Durch die Sprach-Kitas profitieren über 500.000 Kinder in jeder achten Kita in Deutschland von dem Engagement des Bundes und werden bei ihrer Sprachbildung, Integration und Inklusion unterstützt. Wir bringen mit den Sprach-Kitas ca. 7.300 zusätzliche Sprachfachkräfte in die Kitas und fördern 539 halbe Fachberatungsstellen – Fachkräfte, die in den Einrichtungen dringend gebraucht werden. In 2022 sind für das Programm rund 248 Millionen Euro vorgesehen.
Modellprogramme verfolgen das Ziel, erfolgsversprechende Ansätze zu erproben und den Transfer der Ergebnisse in die Praxis zu unterstützen. Das Konzept des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ sah von Beginn an vor, dass das Programm nach einer befristeten Förderperiode in die Verantwortung der Länder übergehen soll. Zusammen mit dem Vorgänger-Programm „Schwerpunkt-Kitas Sprache Integration“ wurde seit 2011 der Aufbau von Strukturen für die alltagsintegrierte Sprachbildung in Kitas ermöglicht.
Das Bundeskabinett hat am 1. Juli 2022 den Entwurf des Bundeshaushaltes 2023 und den Finanzplan des Bundes bis 2026 beschlossen. Darin sind keine Mittel für die Fortsetzung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ enthalten. Entsprechend läuft das Programm nach aktuellem Stand am 31. Dezember 2022 aus.
In den letzten vier Jahren hat der Bund den Ländern im Rahmen des Gute-KiTa-Gesetzes rund 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt (2019-2022), um die Qualität und die Teilhabe in der Kindertagesbetreuung weiterzuentwickeln bzw. zu verbessern. Mit dem geplanten KiTa-Qualitätsgesetz wird das Gute-KiTa-Gesetz nun weiterentwickelt. Dafür hat der Bund in den Jahren 2023 und 2024 insgesamt rund 4 Milliarden Euro eingeplant.