Große Bühne für Robin Siegert und seine Mitstreiter des Moto4 Northern Cup 2026.
Auf dem TT Circuit im niederländischen Assen gastierte am vergangenen Wochenende die Superbike-Weltmeisterschaft „WorldSBK“, und in diesem Rahmen ging die Saisonauftakt-Veranstaltung der Nachwuchsrennserie Moto4 Northern Cup (vormals Northern Talent Cup – NTC) über die Bühne. Im ersten Lauf raste der 15-Jährige aus dem erzgebirgischen Lengefeld mit Rang drei sogleich aufs Podest. Im zweiten verfehlte er dieses als Vierter, nicht zuletzt wegen eines seine Pläne durchkreuzenden Rennabbruchs.
Nach vielen Trainingseinheiten und Vorsaison-Tests konnte Robin Siegert am vergangenen Wochenende endlich in den Rennmodus umschalten. Im Rahmen des dritten Saisonlaufes der Superbike-Weltmeisterschaft „WorldSBK“ standen für die 24 Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen die ersten beiden Rennen von insgesamt 14 (pro Rennwochenende zwei) auf dem Programm.
Vorgeschaltet waren die obligatorischen Freien Trainings bzw. die Qualifikation. In dieser musste Robin Siegert, mit merkwürdigen Fahrwerksproblemen kämpfend, mit Startplatz fünf vorliebnehmen. Doch da sich in den Rennen der auf die Moto3-Weltmeisterschaft abzielenden Kaderschmiede des WM-Promotors Dorna in der Regel große Kampfgruppen bilden, war das kein Grund zur Sorge.
Seine nicht sauber trennende Kupplung im ersten Rennen am späten Samstagnachmittag hingegen schon. So musste er am Ende der 14 straffen Rennrunden auf der nun schon über 100 Jahre alten Traditionsrennstrecke froh sein, seine Widersacher in der ersten Verfolgergruppe mit Kampfeswille und Geschick hinter sich gehalten zu haben, um als Dritter ins Ziel zu fahren.
„Ohne die Schwierigkeiten beim runter schalten, was immer viel Zeit gekostet hat, wäre sicherlich mehr drin gewesen. Aber vor einem Jahr bin ich hier gestürzt und habe gar keine Punkte gesammelt. Somit war ich damit mit einem lachenden und einem weinenden Auge einigermaßen zufrieden“, so der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport sowie Teil des Motorsport Team Germany anschließend.
Tags darauf mischte der Pilot vom Team Kiefer Racing mit seiner Honda NSF 250R zunächst erneut ganz vorn mit, später fand er sich in einer um Platz zwei kämpfenden Verfolgergruppe wieder. „Für ganz vorn hat es diesmal wieder nicht gereicht, denn obwohl wir alles Mögliche versucht haben, konnten wir die Fahrwerksprobleme nicht ganz ausmerzen.“
Seine fest geplante Schlussattacke vereitelte ein Rennabbruch wegen eines Crashs mit drei Piloten, sodass er anhand der letzten Vorbeifahrt am relevanten Messpunkt als Vierter, 1,2 Sekunden hinter der Siegerin bzw. 0,4 Sekunden hinter dem Zweitplatzierten, gewertet wurde. „Ich denke, dass ich sonst auf Platz zwei gelandet wäre, denn ich hatte für die letzte Runde sehr wohl einen Plan“, gab er diesmal nach dem Rennen zu Protokoll.
Sein Gesamtfazit lautete indes folgendermaßen: „Ich bin zufrieden, dass ich das Wochenende überstanden habe, ohne im Kies zu liegen wie letztes Jahr hier. Diesmal haben wir wichtige Punkte mitgenommen und müssen nun versuchen, konstant zu bleiben. Generell war das Wochenende etwas durchwachsen, denn wir hatten Probleme mit dem Fahrwerk und müssen jetzt schauen, wie wir das handeln, sodass ich als nächstes auf dem Sachsenring gut durchstarten kann.“
Als kleinen Rückschlag wertet Robin Siegert die Auftaktveranstaltung nicht. „Klar, es hätte ohne die besagten Probleme durchaus besser ausgehen können. Aber es ist so, dass man in erster Linie konstant bleiben muss, denn jeder wird mal schlechtere Ergebnisse oder gar einen Nuller haben. Ich bin zuversichtlich, um den Titel fahren zu können.“
Zur großen Motorsport-Bühne fügte er daran an: „Es war echt cool und eine super tolle Atmosphäre. Wir konnten einmal auch bei den Superbikes in den Parc Fermé schauen, wie das bei denen alles so abläuft. Man hatte wieder die Nähe zu den großen Fahrern, was ziemlich cool war. Ich freue mich schon, wenn wir im September wieder nach Assen kommen. Dann zwar im Rahmen der britischen Superbike-Meisterschaft BSB, aber das wird sicherlich auch wieder mega. Da freue ich mich schon drauf.“
Von seinen drei enorm unterstützenden Trainern und Mentoren Philipp Hafeneger, Dario Giuseppetti und Stefan Nebel war diesmal Philipp Hafeneger als Kopf der deutschen „Junioren-Nationalmannschaft“ für den Motorrad-Straßenrennsport persönlich vor Ort. Er beurteilte Robin Siegerts Leistung so: „Mit der Punkteausbeute und zunächst Tabellenrang drei bin ich zufrieden. Letztes Jahr hat Robin in Assen acht Punkte geholt, dieses Jahr hat er 21 Zähler mehr, also 29, auf dem Konto. Allerdings muss man auch sagen, dass Robin als Favorit in das Wochenende gegangen ist, sodass wir mit ihm daran arbeiten, dass er sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzt und Ruhe bewahrt. Für die nächsten Rennen wünsche ich mir bei ihm mehr Lockerheit.“
Der nächste Lauf findet vom 8. bis 10. Mai im Rahmen des Saisonauftaktes sowie gleichzeitig der Premierenveranstaltung der IDM-Nachfolgeserie Euro Moto auf dem Sachsenring statt. An die Kultrennstrecke vor den Toren Hohenstein-Ernstthals hat Robin Siegert sehr gute Erinnerungen, stand er hier doch im vorigen Jahr im Rahmen des Motorrad Grand Prix von Deutschland am Samstag als Zweiter und am Sonntag als Sieger auf dem Podest.
Weitere Infos unter: www.robin-siegert.com.
