Petition gegen Pläne für Mitteldeutsche Schlösserstiftung

Christian Tischner, CDU: Mitglied des Stadtrates der Stadt Greiz
Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christian Tischner (CDU). Foto: privat

Tischner: „Greizer Park ist ein wichtiger Teil des historischen Erbes von Thüringen“

Erfurt/Greiz. Mit einer Petition gegen die Regierungspläne einer Mitteldeutschen Schlösserstiftung , die die bedeutendsten Denkmale Thüringens und Sachsen-Anhalts unter einem Dach vereinen soll, will die CDU eine öffentliche Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Landes Thüringen erreichen. Grund dafür ist vor allem die Absicht, 32 der bedeutendsten Thüringer Burgen, Schlösser und Gärten – darunter auch das Sommerpalais und den Greizer Park – künftig von Halle in Sachsen-Anhalt zu führen. „Der Greizer Park ist ein wichtiger Teil des historischen Erbes Thüringens“, gibt CDU-Fraktionsvize Christian Tischner zu bedenken. Über Finanzen und Personal würde dann beispielsweise in Halle entschieden, während am bisherigen Thüringer Stiftungssitz auf der Rudolstädter Heidecksburg lediglich Verwaltungsaufgaben erledigt werden sollen.

Diese neue Struktur ist mit einem Sonderinvestitionsprogramm verbunden, mit dem Bund und beide Länder rund 400 Millionen Euro für den Erhalt der Kulturdenkmale zur Verfügung stellen. Kritik gegen die Strukturveränderung kommt vor allem aus den Kommunen. Auch Tischner kann der geplanten Neustrukturierung der Schlösserstiftung nicht zustimmen. Er fürchtet konkret um die Perspektive für den denkmalgeschützten Landschaftspark und das über 250-jährige Sommerpalais in Greiz.

„Für mich ist kein Grund erkennbar, warum künftig die wichtigsten Entscheidungen zu unseren Kulturschätzen in Sachsen-Anhalt getroffen werden sollten.“ Tischner fordert die rot-rot-grüne Landesregierung auf, den Staatsvertrag in Richtung einer reinen Förderstiftung neu zu verhandeln. „Wenn der Bund nun einmal auf einer gemeinsamen Stiftung beider Bundesländer besteht , sollte sich diese darauf beschränken, die Bundesgelder einzusammeln und an die selbstständigen Landesstiftungen auszureichen.“ Es gehe für Thüringen um nichts weniger als die Erhaltung einer europaweit einzigartigen Residenz- und Denkmalkultur. Das wäre mit einer reinen Förderstiftung , die nur die Bundesmittel an die beiden selbstständigen Landesstiftungen weiterleitet, effektiv, unkompliziert und ohne hohen Verwaltungsaufwand umsetzbar.

Die Petition „Für den Erhalt der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit Sitz in Rudolstadt“ kann auf der Petitionsplattform des Thüringer Landtages unter www.petitionen.thueringer-landtag.de bis 20. Juli 2020 mitgezeichnet werden.

Christian Tischner