Mittelalterfest auf der Burg Mylau

Mylau. Um 1180 wurde die Burg wahrscheinlich als Herrschaftssitz errichtet. Im Schutz dieser Burg entstand wahrscheinlich der Markt Reichenbach. Der Bergfried mit einer Höhe von 27 Meter stammt noch aus romanischer Zeit. Als Ergebnis des Vogtländischen Erbfolgekriegs erzwang Kaiser Karl IV. den Verkauf der Burg an die böhmische Krone im Jahre 1367. Im Zuge dessen besuchte er die Burg und verlieh Mylau das Stadtrecht. In den folgenden Jahren wechselten die Herren der Burg sehr oft. 1772 wurde die Burg an Bürgerliche verkauft.
Das Mittelalter ist also auch heute noch präsent in der Geschichte der Burg. Kriege, Fehden und wechselnde Belehnungen prägten Burg und Umgebung. Nicht zuletzt dieser Umstand führte dazu, dass die Burg zu wiederholten Male für Mittelalterspektakel und Mittelaltermärkte als Schauplatz dient. So war es auch dieses Osterwochenende.
Zahlreiche Besucher, zum Teil auch in historischen Gewändern, strömten zur Burg und ließen sich von zehn Talern Eintritt nicht abhalten. Parkplätze im näheren Umfeld der Burg waren schwer zu finden. Es gab neben den üblichen Bäckereien und Imbissständen, alle im historischen Outfit (Verzeihung: Gewand) zahlreiche Handwerker. Diese boten ihre Ware feil und man konnte ihnen bei der Handarbeit zusehen. Auch der eine Künstler oder die andere „Hexe“, (viele Grüße an Meni, die Erste,) stellten sich und ihre Künste zur Schau und bereicherten so das Fest durch ihre Anwesenheit.
Dicht gedrängt strömten die Besucher durch die Burg und genossen bei schönem Wetter die Atmosphäre und die Gelegenheit zum Beisammensein ohne Bevormundung. Kleiner Wermutstropfen waren die doch schon zum Teil hohen Kosten an den Ständen. 4 ½ Taler für eine sehr gute Thüringer Roster sind schon deftig. Andererseits ist es aber auch verständlich, denn die letzten zwei Jahre waren auch für die Händler und Marketender eine schwierige Zeit.

René Kramer
18.04.2022

Von René Kramer

Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt (Chinesisches Stichwort)