Lernjahr 2026 abgeschlossenRobin Siegert sieht hoffnungsfroh auf die nächste Saison

Letztes Saisonrennen für Robin Siegert im Moto4 European Cup

Am vergangenen Wochenende schloss Robin Siegert beim Finallauf des Moto4 European Cup im italienischen Misano seine Rennsaison 2026 ab. Diese war von vielen Höhepunkten, wie dem überlegenen Gewinn des Moto4 Northern Cup mit elf von 14 möglichen Rennsiegen, sowie in seinem Lernjahr im Moto4 European Cup auch von ein ein paar vermeintlichen kleinen Rückschlägen geprägt. Solch einen musste er beim „Moto4 EC“ im Stiefelland noch einmal verdauen.
Beim Saisonschlusspunkt des Moto4 European Cup und gleichzeitig von Robin Siegert auf der Grand-Prix-Rennstrecke im italienischen Misano verpasste der 15-jährige Pilot vom Team Kiefer Racing im Qualifying den direkten Einzug ins Hauptrennen nur um 0,037 Sekunden. Um diesen balgten sich diesmal ursprünglich 65 Fahrer bzw. auch ein paar Fahrerinnen.
Erneut musste er somit ins Last-Chance-Race, welches für ihn nach einer Kollision mit einem anderen Fahrer in der vierten von sieben Runden vorzeitig endete. Somit blieb es beim Schützling der Ex-Rennfahrer Philipp Hafeneger, Stefan Nebel und Dario Giuseppetti bei nur einer Qualifikation fürs Hauptrennen, wobei er diese im französischen Magny Cours infolge einer nicht weiter dramatischen Sturzverletzung im letzten Zeittraining noch nicht einmal in Anspruch nehmen und genießen konnte. Allerdings sei angemerkt, dass der Überflieger im Moto4 Northern Cup in seiner ersten fast vollen Saison (Teilnahme an sechs von sieben Läufen) in der Nachwuchsrennserie der europäischen Talente von Haus aus ein Lernjahr bestreiten sollte und nicht mit dem allerneuesten und teuersten Material antrat.
„Das mit dem Sturz war wieder sehr, sehr schade, denn ich war für die letzten Runden in der großen Spitzengruppe auf einer guten Position für die Schlussphase. Diesmal war es, würde ich sagen, ein Rennunfall. Obwohl ich neben dem anderen Fahrer war und er mich hätte sehen müssen, ist er einfach in die Kurve eingebogen. Da ich innen keinen Platz hatte, konnte ich nicht ausweichen“, schilderte er später die tragische Situation, die nicht ganz so klar war, wie jene zuletzt. Im spanischen Aragon wurde er von einem übereifrigen
Kontrahenten regelrecht abgeräumt, diesmal kam es zu einer Situation, wie sie im Rennsport immer passieren kann. Klar, ist es doof, die Saison mit einem Sturz zu beenden, aber zum Glück bin ich, bis auf ein paar Prellungen am Hals, ohne Verletzungen da rausgegangen.“
Dennoch bewertet Robin Siegert das letzte Wochenende als erneut sehr lehrreich und mit Abstrichen auch gut. „Dafür, dass auch Misano für mich komplettes Neuland war, hatte ich von Anfang an eine gute Pace. Zudem haben wir uns von Session zu Session steigern können. Im entscheidenden Zeittraining konnte ich mich nicht gut für eine schnelle Runde mit einer schnellen Gruppe positionieren, sonst hätte ich die paar Hundertstel bestimmt noch geholt.“
Positiv fällt auch sein Saisonfazit in Sachen European Cup aus. So sagte er dazu: „In Misano waren so viele Starter, da haben es einige nicht mal ins Last-Chance-Race geschafft. Ich habe die letzten beiden Läufe das Hauptrennen einmal um etwas mehr als eine Zehntelsekunde und einmal nur um ein paar Hundertstel verpasst. Da sieht man mal die enorme Leistungsdichte. Trotzdem war es für mich und auch uns als Team ein mega Lernjahr. Nächstes Jahr werden wir versuchen, regelmäßig in die Hauptrennen zu kommen und dort gut abzuschneiden.“
Die nächste Saison im Moto4 European Cup beginnt am ersten Mai-Wochenende im portugiesischen Estoril und endet mit dem siebenten Saisonlauf am letzten September-Wochenende in Valencia. Die dritte Station wird vom 18. bis 20. Juni das tschechische Brno sein, ein Kurs den Robin Siegert schon gut kennt. „Dann wollen wir den Aufwand und die Professionalität noch einmal einen Level höher schrauben, um einfach noch bessere Voraussetzungen zu haben.“
Parallel wird Robin Siegert 2027 bei voraussichtlich wieder sieben Rennen zum Red Bull MotoGP Rookies Cup an den Start gehen. Diese werden im Rahmen einiger europäischer Motorrad-Grand-Prix ausgetragen. Regelmäßiger Schauplatz war bisher der Sachsenring, wo im nächsten Jahr vom 9. bis 11. Juli gefahren wird.

Ein positives Fazit zog am Ende auch der Weltmeistermacher (2011 mit Stefan Bradl in der Moto2 und 2015 mit Danny Kent in der Moto3) Jochen Kiefer vom Gleichnamigen Racing Team. Er meinte: „Über den Moto4 Northern Cup braucht man nicht viel sagen. Das geht nicht besser Mit so einem Durchmarsch hat keiner gerechnet. Das war natürlich einfach genial. Aber auch im Moto4 European Cup hat sich Robin, meiner Meinung nach, sehr gut geschlagen. Gerade auf Strecken, auf denen er vorher noch nie gefahren ist, hat er gezeigt, dass er diese innerhalb kürzester Zeit lernt und relativ schnell bei den Zeiten war, wo es dann wirklich schnell wird. Dass er nicht in einem Hauptrennen war, obwohl er sich ja in Frankreich dafür qualifiziert hatte und in zwei Last-Chance-Rennen in aussichtsreichen Positionen ausgeschieden war, sehe ich nicht als gravierend schlimm. Ich bin mir sicher, wenn er dieses Programm nächstes Jahr noch einmal abspult, er dann die meisten Strecken schon kennt und selbst auf einem anderen Niveau ist, sind wir bei jedem Lauf in den Hauptrennen dabei und auch bei der Musik, sodass er in die Punkte fahren kann. Von der Seite sehe ich Robins Entwicklung sehr positiv und hoffe, dass er sich auch im Red Bull Rookies Cup gut schlägt. Das gibt dann ein weiteres gutes Lernjahr.“

Weitere Infos unter: www.robin-siegert.com.