Vogtlandspiegel

Langenwetzendorf ist meine Heimat

Olaf Ebert tritt als unabhängiger Kandidat für den Bürgermeisterstuhl in Langenwetzendorf am 21. Februar 2021 an. Dem Vogtlandspiegel sprach er exklusiv über seine Agenda.

RK: Wo sehen Sie dringenden Handlungsbedarf in Ihrer Gemeinde?

OE: Das Daßlitzer Kreuz ist so ein Unfallschwerpunkt, der dringend angepackt werden muss. Ich weiß, dass es Bundes- und Kreisstraßen an dieser Kreuzung sind und deshalb nicht in Zuständigkeit der Gemeinde liegt. Aber eine Vollsperrung nach schweren Unfällen, wie es leider immer wieder mal vorkommt, schadet auch der Erreichbarkeit unserer Ortsteile. Niemand möchte doch, dass zum Beispiel die Schulbusse dort rumstehen. Ich sehe großes Streitpotential, was den noch immer ausstehenden Arbeitsbeginn des neu gegründeten Gewässerunterhaltungsverbands in unserer Region angeht. Wir zahlreiche fließende und stehende Gewässer, nahezu in jedem Ortsteil. Auch die zahlreichen Wanderwege, Radwege usw., müssen noch besser gepflegt werden. Der Bauhof kann nicht alles allein schaffen. Da habe ich ebenso konkrete Ideen, wie man den Bauhof unterstützen kann. Sind die LOF Straßen in einem ordentlichen Zustand und mit genügend vernünftigen Ausweichstellen versehen, wird es auch bei Umleitungen einfacher. Aber gerade aktuell die Umfahrungen der Mühlenstraße in Langenwetzendorf und späterhin der Linienbusverkehr erfordern ein Umdenken in der vorausschauenden Verkehrsplanung

RK: Gutes Stichwort ÖPNV. Wie stehen Sie dazu?

OE: Der ÖPNV liegt in der Zuständigkeit des Landkreises. Das ist klar geregelt. Leider gibt es Ortsteile, an denen nur noch an Schultagen zwei- bis dreimal täglich der Bus kommt. Mittlerweile haben sich die Bewohner*innen eingerichtet auf diese Nichtanbindung. Die sind natürlich von solchen Sachen wie der CO²-Steuer extrem betroffen. Andere Ortsteile haben es da besser und werden täglich bedient. Auch zwischen einzelnen Ortsteilen gibt es keine akzeptablen Verbindungen. Versuchen Sie mal, von Altgernsdorf nach Erbengrün mit dem Bus zu kommen. Die Frage ist natürlich, ob so ein Bedarf besteht. Aber selbst von Langenwetzendorf nach Daßlitz ist es nicht so einfach. Das geht nur mit Umsteigen in Greiz. Hier sehe ich Gesprächsbedarf mit Landkreis und PRG Greiz. Ich will verhindern, dass das schon arg dezimierte Linienverkehrsangebot noch weiter schrumpft. Dazu muss man mit dem Landkreis reden. Vor allem die älteren Bürger wollen und müssen ins Gemeindeamt, weil sie mit den neuen Medien nicht so vertraut sind.

RK: Abhilfe könnte ein digitales Bürgerbüro schaffen.

OE: Das stimmt. Dazu muss die digitale Infrastruktur passen, auch die beim Antragsteller. Während die Jugend keine Berührungsängste damit hat, kann es für Ältere ein Problem sein. Auch hier ist die Gemeindeverwaltung Dienstleister der Einwohnerinnen und Einwohner. Aber auch hier sei erwähnt, dass selbst der Könner am PC wohl nichts digital erledigen kann, wenn sein Internet nicht funktioniert. Streitthema Breitbandausbau.

RK: Welche Ziele haben Sie noch im Wahlkampf? Wie können sich der Wähler und die Wählerin informieren?

OE: Ich habe seit einigen Wochen begonnen, mit Hilfe einer meiner Töchter eine Webseite online zu stellen. Dort gibt es jede Menge Informationen als auch kritische Anmerkungen. Auch die älteren Videos aus meinem Wahlkampf 2019 zur Gemeinderatswahl sind dort zu finden. Ich werde auch diese direkte Ansprache in Videoclips weiterhin nutzen um online informieren. Einen persönlichen Wahlkampf in Corona-Zeiten durchzuführen ist natürlich schwierig. Deshalb sollte man ebenso die Kontaktmöglichkeiten auf der Webseite nutzen wie auch persönlichen Gesprächsbedarf anmelden.

RK: Gibt es ein persönliches Programm für die ersten 100 Tage, wenn Sie die Wahl gewinnen?

OE: Zuerst möchte ich mir innerhalb der Verwaltung einen Überblick verschaffen über die Aufteilung der Arbeitsbereiche und wie die Mitarbeiter*innen Ihre Arbeit organisiert haben. Ich bin beruflich bereits in vielen Ortsteilen schon gut unterwegs. Um die weniger bekannten Ecken zu erkunden, werde ich oft an der frischen Luft sein bei den Einwohnern und mir vor Ort alles erklären lassen. Ich möchte meine begonnenen Kontakte zu unseren Bauern und Gewerbetreibenden, unseren Unternehmern schnell und intensiv weiter so ausbauen, dass wir innerhalb der 100 Tage bereits eine Arbeits- und Gesprächskultur haben, die sich wesentlich von der bisherigen unterscheiden wird. Da bin ich mir ganz sicher. Mir ist klar, dass ich die jetzt wegen Corona auftretenden Probleme nicht lösen kann. Aber ich kann den Menschen eine Stimme geben. Der Chef der Verwaltung, sei es der Bürgermeister oder der Landrat, darf sich nicht einmauern. Und ich bin mir sicher, dass die Verwaltung der Gemeinde mich dabei tatkräftig unterstützt. Wie ich schon sagte. Die vielen kleinen Dinge bilden das große Ganze. Gemeinsam im Team der Verwaltung kann man was erreichen. Ich habe da immer unseren Altbürgermeister und Ehrenbürger vor Augen, der eine Bürgernähe und auch Streitkultur pflegte, von der man nur lernen kann. Mein jetziger Beruf hat mich viel Gelassenheit und Empathie gelehrt, Zuhören und das Wesentliche erfassen, danach entscheiden. Das möchte ich auch weiter bei behalten.

RK: Da haben Sie sich ja viel vorgenommen.

OE: Ja, dessen bin ich mir bewusst. Aber ich bin der Überzeugung, dass unsere Heimat es wert ist, dass es die Menschen wert sind, auch im kleinsten Ortsteil. Ich möchte unserer Heimat wieder eine Stimme geben, die auch gehört wird und sei es bis nach Erfurt.


RK: Wie kann man mit Ihnen Kontakt aufnehmen?

OE: Ich bin erreichbar per Telefon: 036625 50500 und mobil: 0172 36 838 77. Auf meiner Webseite www.lawedo-im-blick.de gibt es ein Kontaktformular. Allerdings bin ich noch berufstätig. Da kann ich nicht immer sofort, aber zeitnah reagieren. Allein eine kurze Nachricht, worum es geht und wer mich sprechen möchte reicht aus und ich melde mich. Auch das ist vielen bereits so bekannt.

RK: Wir danken für das Gespräch.

Das Interview führte René Kramer.

Die mobile Version verlassen