Kleinreinsdorf stand im Zeichen der Schalmeien

7. Musikgala der Schalmeien in Kleinreinsdorf eine Musikshow der Superlative

KLEINREINSDORF. Rappelvoll und ausverkauft zwei grundsätzliche Bemerkungen zur 7. Musikgala der Schalmeien in Kleinreinsdorf am vergangenen Wochenende. In Kleinreinsdorf steppte der Bär, da brannte die Luft und die Gäste tanzten auf den Tischen. Eine Umschreibung eines Schalmeienmusikfestes, das wohl seinesgleichen in der Region sucht. Eigentlich nur ein Teil der traditionellen Sportfestwoche, hat sie sich im Laufe der Jahre zu einem Besuchermagnet entwickelt, der jetzt schon fast alle Grenzen sprengt und damit die Organisatoren dieser Schalmeiengala in Kleinreinsdorf vor neue Herausforderungen stellt. Ein Dorf der Region wird auf den Kopf gestellt und alle machen mit. Erstaunlich, mit welchem Engagement die Kleinreinsdorfer Einwohner dieses Fest, es wird alle zwei Jahre veranstaltet, stemmen, mit welchem Schwung sie die vielen Gäste immer wieder begeistern und mitreißen können, mit welcher Organisation sie all die kleinen und großen Aufgaben meistern, die ein solches Fest mit sich bringen. Hut ab und einen herzlichen Dank dafür muß man ihnen als Besucher dieses Events zurufen. Doch auch Traditionen werden dabei gefeiert.

So gehört der kleine, aber feine, Festumzug am Nachmittag vom unteren Dorfplatz hinauf bis Zum heiteren Blick im Dorf ganz oben zum Schalmeienfest dazu, wie die Feuerwehr im Dorf. Dieses Jahr hatte der Turnverein Kleinreinsdorf von 1888 e.V., der TSV 1890 Waltersdorf e.V. und der TV Stöckener Hasenhaide e.V. ihre wunderschönen alten Vereinsfahnen mitgebracht, die alle schon weit über 100 Jahre alt sind. Eine Augenweide im Festumzug und eine Tradition, die einfach zu diesem Fest gehört. Natürlich waren es die Kleinreinsdorfer Gastgeber, die Kleinreinsdorfer Schalmeien des Turnvereins, die die 7. Musikgala der Schalmeien eröffnete. Auch war es wieder Friedhard Bauch und seine charmante Co-Moderatorin Sylvia Köhler, die mit viel Humor und Charme durch das fast 8 Stunden lange Programm dieses Festivals führten, dabei manche Anekdote zum Besten gaben und viele interessante Informationen zu den einzelnen Klangkörpern vermittelten. Um 16 Uhr schon ein vollbesetztes Festzelt, dazu rund 360 Schalmeienmusiker aus 8 Kapellen im Programm, es war einfach nur toll und sehr gemütlich in Kleinreinsdorf. Vom Rock, Pop und Schlager, über gängige Melodien und Gassenhauer, bis hin zu Märschen sowie heimatlichen Liedern und Klängen alles war dabei im Repertoire der Kapellen der 7. Musikgala der Schalmeien. Und das ging schon bei den Kleinreinsdorfer Schalmeien los, die zur Begrüßung Dein ist mein ganzes Herz ins Festzelt schmetterten. Mit dabei waren natürlich auch die Kleinreinsdorfer Tanzgruppen, angefangen bei den Tanzzwergen, die mit ihrem Lollypoppdas Festzelt aufmischten und die Zuschauer zu großen Beifall animierten.

Die Kindertanzgruppe hatte sich Shakira vorgenommen, während die Jugendtanzgruppe und die Tanzgruppe Corleone mit mehreren tollen Einlagen das Programm dieser Gala auflockerten. Die Schalmeienkapelle Thierbach marschierte mit viel Schwung in das Festzelt ein, hatten mit dem Deutschen Heeresmarsch Nr. 2, den Alten Kameraden, die Gäste und Zuhörer sofort in ihren Bann geschlagen und gingen am Schluß ihrer Darbietungen mit dem Udo-Jürgens-Schlager Aber bitte mit Sahne auf die Tische. Die weiteste Anreise zu dieser Schalmeiengala hatte wohl das Schalmeienorchester Artern, die zwar mit einem völlig anderen Stil der Schalmeienmusik, aber genau so schmissigen Melodien die Besucher von den Plätzen rissen und die ersten Tanzwütigen eine kesse Sohle aufs Parkett legten. Und noch immer strömten die Besucher und Gäste ins Festzelt in Kleinreinsdorf, so daß bald kaum noch ein Durchkommen war. Das Schalmeienorchester Lindau/Rudelsdorf, sie kamen aus der Eisenberger Ecke, führten den Reigen der Schalmeienmelodien fort und begeisterten die Festgäste mit ihrer schmissigen Interpretation von Schlagern aus vergangener und neuer Zeit. Dann der große Auftritt der Schalmeienkapelle Kauern, die mit ihren drei Damen an der Lyra glänzten. Ein großes Abbamedleybrachte das Festzelt fast zum Beben und verkuppeln wollten sie auch gleich noch drei Burschen vom 1. Vollmershainer Schalmeienverein, die schon anwesend waren. Die Schalmeienjugend der Kapellen Kleinreinsdorf, Auma sowie Lindau/Rudelsdorf, sie hatten sich zu einem Trainingslager im Frühjahr im Schullandheim Wellsdorf getroffen, brachte ihr Projekt von Wellsdorf zu Gehör und ernteten den lauten Jubel der Gäste im Festzelt, die da schon anfingen auf die Tische zu steigen und zu tanzen. Zu diesem Zeitpunkt war der vorgesehene Zeitplan allerdings schon längst überschritten, doch die Gäste im Zelt hat das nicht gestört.

Der Schalmeienzug Auma hatte sich ein besonderes Kunststück einfallen lassen und intonierte die Erkennungsmelodie aus Fluch der Karibik auf den Schalmeien. Gar nicht so einfach und Hut ab vor dem, der den Notensatz dazu geschrieben hat. Dann der 1. Vollmershainer Schalmeienverein, der schon zum guten Ton bei der Musikgala der Schalmeien in Kleinreinsdorf gehört. Was der mit seiner Percussionsgruppe, also die Radaubude des Schalmeienorchesters, da abzog, da hielt es keinen mehr auf den Plätzen im Festzelt. Auch die Schalmeienmusikanten 1929 Neugernsdorf, die Musikkameraden aus der Nachbarschaft, fehlten nicht und mischten kräftig im Programm dieser 7. Musikgala der Schalmeien mit. Den Schlußpunkt der Schalmeienorchester bildeten erneut die Kleinreinsdorfer Schalmeien mit ihrem musikalischen Frontmann Friedhard Bauch, der an diesem Abend zu Hochform auflief, seine Musikanten zu Höchstleitungen führte. Das Publikum im Festzelt tobte, insbesondere bei den Drei weiße Tauben, und forderte mehrfach ein DACAPO, worum die Kleinreinsdorfer Schalmeien auch nicht kamen.

Toller Abschluß dieser 7. Musikgala der Schalmeien in Kleinreinsdorf – das große Abschlußbild mit dem gemeinsamen Spiel aller Musikanten dieses Abends. Über 300 Schalmeienmusikanten auf der Bühne, Friedhard Bauch als Frontmann ganz vorn und dann Amsterdam – das ließ alle Dämme brechen und der Jubel im Festzelt nahm kein Ende. Logische Folge es mußte dann auch noch tausendmal berührt und Supertruper gespielt werden, denn die Gäste verlangten immer neue Zugaben. Als sich dann die Schalmeien klamm heimlich von der Bühne schlichen hatte die Percussion dieses Abends, also Trommeln, Pauken. Becken, Klanghölzer usw., ihren besonderen Auftritt. Rund 100 Schlagzeuger aus allen Kapellen dieses Abends am Wirken, da dröhnte das Festzelt und die Gäste klatschten begeistert mit. Eine insgesamt tolle Show, die 7. Musikgala der Schalmeien in Kleinreinsdorf, die sicher allen Beteiligten und Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Viele bekannte Gesichter aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport waren in Kleinreinsdorf zu sehen, unter ihnen die frisch gebackenen Kreispokalsieger vom FSV Berga, die ihren Pokal mitgebracht hatten und ebenso gefeiert wurden. Ein Bekenntnis aber auch aller Kleinreinsdorfer Bürger zu ihrem Ort, zu ihrem Leben in der ländlichen Gemeinschaft und zu ihren Traditionen. Möge das uns allen noch lange erhalten bleiben.

Peter Reichardt @26.06.2011